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Grabdenkmäler

Übersichtskarte Hessen

Abt Daniel aus Bingen 1571, Eberbach

Eberbach · Gem. Eltville am Rhein · Rheingau-Taunus-Kreis | Historisches Ortslexikon
Standort | Merkmale | Beschreibung | Inschrift | Nachweise | Zitierweise
Standort

Standort:

Eberbach

Angaben zum Standort:

Heute im Boden zwischen der 4. und 5. Südkapelle (Plan Äbte Nr. 17).

Heutiger Aufbewahrungsort:

Kloster Eberbach, Klosterkirche (aus Kapitelsaal)

Merkmale

Datierung:

1571

Typ:

Grabplatte

Material:

roter Sandstein

Größe:

128 x 257 cm (B x H)

Größe der Buchstaben:

6 cm

Beschreibung

Beschreibung:

Hochrechteckige Rotsandsteinplatte mit dem Flachrelief des stehenden Abtes unter einem Rundbogen, in den Zwickeln Puttenköpfe, im Sockelbereich persönliches Wappen. Auf der Randzone umlaufende Grabinschrift ohne Linien. Unterer Plattenteil leicht abgewittert.

Geschlecht, Alter, Familienstand:

männliche Person(en)

Stand:

Ordensangehörige · geistliche Personen

Enthaltene Wappen:

Daniel aus Bingen (Maurerzeichen: Kelle und Hammer gekreuzt).

Dargestellte Personen:

Abt Daniel aus Bingen.

Der von 1546-50 als Subprior tätige Daniel aus Bingen wurde als Nachfolger des am 22. September 1554 verstorbenen Abtes Pallas von Speyer (Nr. 440) zum Abt gewählt,1) übernahm nach eigenen Aussagen das Abbatiat aber nur ungern.2) Infolge der Bedrängnisse, denen das Kloster ausgesetzt war, kam es zu mehreren Güteryerkäufen in Köln. Trotzdem ließ sich die zunehmende Verschuldung der Abtei nicht aufhalten. Die Überprüfung der Haushaltsführung durch Erzbischof Sebastian von Heusenstamm (+ 1555) brachte etliche Unstimmigkeiten zutage, die den Abt schließlich zur Resignation am 23. August 1565 veranlaßten.3) Er zog sich aus Eberbach zurück und verbrachte seine letzten Lebensjahre auf dem Draiser Klosterhof und in Geisenheim. Im Weinberg Kapellengarten erlitt er einen Schlaganfall, dessen Folgen er am 18. März 1571 erlag. Das Seelbuch verzeichnet seinen Namen allerdings bereits unter dem Datum des 24. Februar.4)

1) Schnorrenberger 124 mit Anm. 49; 122.

2) Nachlaß Rössel, Ms. Bär 304.

3) Series abbatum, auch zum folgenden.

4) Seelbuch ed. Roth, Geschichtsquellen III 18.

Inschrift

Umschrift:

REVERE(N)D(VS) IN CHR(IST)O) P(ATE)R AC D(OMI)N(VS) D(OMINVS) DANIEL / PI(N)GVE(N)SIS · HVI(VS) MONAST(ERII) · ABBAS 32: AN(N)O · 1565 · DIE · X · KAL(ENDAS) · SEPTEMB(RIS) : RESIGNAVIT · / POSTEA · A(N)NO · 71 · DIE · 15 · KAL(ENDAS) / APRIL(IS) OBIIT · CVIVS · ANIMA · REQVIESCAT · IN · PACE · AMEN

Übersetzung:

Der ehrwürdige Vater in Christo und Herr, Herr Daniel aus Bingen, 32. Abt dieses Klosters: Er resignierte im Jahre 1565 am 10. Tag vor den Kalenden des September (23. August). Später, im Jahre 71, am 15. Tag vor den Kalenden des April (18. März) starb er. Seine Seele ruhe in Frieden. Amen.

Schrift:

Kapitalis

Nachweise

Literatur:

  • Helwich, Syntagma 181
  • Catalogus fol. 44, ed. Roth, Geschichtsquellen III 127, IV 124
  • Series abbatum fol. 105
  • Roth, Geschichtsquellen III 270
  • Monsees, Entwicklung 33
  • Sattler, Sanierung 2 Abb. 22 (falsche Zuschreibung).

Sachbegriffe:

Wappen · Männer · Geistliche · Klosterangehörige · Äbte

Bearbeitung:

Die Inschriften des Rheingau-Taunus-Kreises. Gesammelt und bearbeitet von Yvonne Monsees (Die Deutschen Inschriften 43), 1997, S. 392, Nr. 480.

Zitierweise
„Abt Daniel aus Bingen 1571, Eberbach“, in: Grabdenkmäler <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/gdm/id/2022> (Stand: 24.3.2006)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde