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Grabdenkmäler

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Abt Nikolaus IV. von Eltville 1527, Eberbach

Eberbach · Gem. Eltville am Rhein · Rheingau-Taunus-Kreis | Historisches Ortslexikon
Standort | Merkmale | Beschreibung | Inschrift | Nachweise | Zitierweise
Standort

Standort:

Eberbach

Angaben zum Standort:

Heute an der Wand des Nordseitenschiffes aufgerichtet.

Heutiger Aufbewahrungsort:

Kloster Eberbach, Klosterkirche (aus Kapitelsaal)

Merkmale

Datierung:

1527

Typ:

Grabplatte

Material:

roter Sandstein

Erhaltung:

erhalten

Größe:

97 x 222 cm (B x H)

Größe der Buchstaben:

6,5 cm

Beschreibung

Beschreibung:

Die schmale Platte zeigt die Frontalfigur des Abtes mit Buch und Stab im Flachrelief; die Figur ist begleitet von Säulchen, die im oberen Bildfeld in zwei Frucht- und Blattstände auslaufen. Die Grabinschrift läuft auf dem leicht erhöhten Rand ohne Linien um. Beschädigungen und Abwitterungen auf der Plattenoberfläche.

Geschlecht, Alter, Familienstand:

männliche Person(en)

Stand:

Ordensangehörige · geistliche Personen

Dargestellte Personen:

Abt Nikolaus IV. von Eltville.

Von 1500 bis 1503 versah Nikolaus aus Eltville in Eberbach das Amt des Subpriors und Bursars, aus dem er 1503 in den Priorenrang aufstieg.1) In dieser Position wählte ihn der Konvent 1506 zum Nachfolger des am 4. Oktober 1506 verstorbenen Amtsvorgängers Martin Rifflinck.2) Hielt sich der Einzug lutherischen Gedankengutes in den Konvent unter seiner Regierung noch in Grenzen,3) so zog der Aufstand der Rheingauer Bauern 1525 die Abtei vermehrt in die tätlichen Auseinandersetzungen des Bauernkrieges hinein.4) Von der Hand des Abtes datiert u.a. die ausführliche Urkunde vom 20. Mai 1525, in der er auf Verlangen der Aufständischen die (nicht zustandegekommene) Aufhebung seines Klosters zugestehen mußte.5)

1) Schnorrenberger 122 zum Prioren-, 124 zum Subpriorenamt; vgl. auch Nachlaß Rossel, Ms. Bär Kasten l, 268.

2) Schnorrenberger 121.

3) So berichtet Pater Bär in seinem Manuskript (wie Anm. l, hier nach fol. 280 und 284), daß drei Mönche und ein Konverse lutherisch wurden und Eberbach verließen.

4) Umfassend behandelt von Struck, Bauernkrieg.

5) Ebd. 212-215 Nr. 79. In seine Amtsperiode fiel auch die weitgehende Leerung des großen Eberbacher Weinfasses (Fassungsvermögen 70000 Liter) durch die aufständischen Bauern, vgl. zu dem Faß u.a. Josef Staab, Landwirtschaft und Weinbau der Eberbacher Zisterzienser. In: Eberbach im Rheingau 105-115, hier 110.

Inschrift

Umschrift:

A(NN)O · l · 5 · 2 · 7 · K(A)L(ENDIS) IVNII / OB(IIT) REVERE(N)D(VS) IN CHR(IST)O P(ATE)R AC D(OMI)N(V)S NICOL(AVS) · DE / ALTAVILLA ABBAS / EBBERBACE(N)S(IS) · 25(VS) · CVIVS A(N)I(M)A REQ(VI)ES(CAT) IN PA(CE) AMEN

Schrift:

Kapitalis

Nachweise

Literatur:

  • Helwich, Syntagma 178
  • Catalogus fol. 35, ed. Roth, Geschichtsquellen III 119
  • Series abbatum fol. 102
  • Roth, Geschichtsquellen III 269, IV 119.

Bearbeitung:

Die Inschriften des Rheingau-Taunus-Kreises. Gesammelt und bearbeitet von Yvonne Monsees (Die Deutschen Inschriften 43), 1997, S. 334 f., Nr. 396.

Zitierweise
„Abt Nikolaus IV. von Eltville 1527, Eberbach“, in: Grabdenkmäler <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/gdm/id/1981> (Stand: 4.10.2006)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde