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Grabdenkmäler

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Johannes Zisler 1664, Königsberg

Königsberg · Gem. Biebertal · Landkreis Gießen | Historisches Ortslexikon
Standort | Merkmale | Beschreibung | Inschrift | Nachweise | Zitierweise
Standort

Standort:

Königsberg

Gebäude:

Königsberg, südlich der evangelischen Pfarrkirche an einer Mauer aufgestellt, vom alten aufgelassenen Friedhof des Ortes dorthin überführt.

Merkmale

Datierung:

1664

Typ:

Epitaph

Material:

roter Sandstein

Erhaltung:

erhalten

Beschreibung

Beschreibung:

Der hochrechteckige Stein erfährt durch waagerechte, profilierte Leisten eine Dreiteilung dergestalt, daß über zwei Inschriftfeldern die Halbfigur des Verstorbenen erscheint. Das von flachen seitlichen Pilastern und geflügelten Engelsköpfen in den oberen Ecken bestimmte Hauptinschriftfeld (B) nimmt die halbe Höhe des Epitaphs ein. Der rechte obere Rand mit dem Engelskopf ist abgestoßen. Es folgt nach oben eine weitere Inschrift (A), auch hier Abstoßungen im rechten Bereich. Der figürliche Teil endet oben über dem Kopf des in der Mitte frontal wiedergegebenen Verstorbenen halbrundbogig, hat seitlich ebenfalls schmale Randstreifen, die von den Ellenbogen des Verstorbenen überschnitten werden. Er erscheint im Typus des Brustbildes, der untere figürliche Abschluß liegt etwa in Taillenhöhe. Mit beiden Händen hält er ein Buch über der Körpermitte. In der Tradition des Halbfigurenbildes – dies gilt auch für die Malerei – steht die betonte, waagerechte Basis. Ihr liegen die über dem Buch zusammengeführten Hände, sowie die breiten Manschetten seines Gewandes auf. So ist es möglich, diese Basis im Sinn einer Brüstung zu beschreiben, hinter welcher der Verstorbene als Standfigur zu denken ist. Aufgrund der symmetrischen Führung der gewinkelten Arme füllt er nahezu das ganze Feld aus. Der Kopf erscheint genau in der oberen Mitte. Die heute stark verwitterten Gesichtszüge ursprünglich sicher porträthaft, die gewellten Haare sind schulterlang. Er trägt einen von dichter Knopfreihe in der Mitte verschlossenen Rock. Der zweigeteilte, flach aufliegende rechteckige Kragen, Rabat genannt, ist ein Überfallkragen aus Leinen, der im dritten Viertel des 17. Jahrhunderts beliebt wurde. Das betont über der unteren Mitte gehaltene Buch ist möglicherweise auch ein Hinweis auf sein Amt. Am linken oberen Rand ein von der Schulter leicht überschnittener Wappenschild.

Darstellung:

figürlich

Geschlecht, Alter, Familienstand:

männliche Person(en)

Stand:

Amtspersonen

Enthaltene Wappen:

Der ovale Wappenschild zeigt ein Herz, aus dem oben eine Pflanze mit drei Blüten wächst.

Dargestellte Personen:

Johannes Zisler, Schultheiß zu Königsberg, geboren im Jahr 1602, gestorben im Jahr 1664.

Weitere Grabmäler seiner Familie befinden sich in der Stadtkirche in Biedenkopf.

Inschrift

Umschrift:

A:

PETRI /

COELOS NOVOS AC TERRAM NOV[AM] /

SECUNDUM PROMISSUM DEI EXPECTAM /

IN QUIBUS IUSTITIA HABITAT

B:

PENES /

EPITAPHIUM /

HOC CORPUS CLARISSIMI /

ET FIDELISSIMI DOMINI /

IOHANNIS ZISLERI, /

HUJUS PRAEFECTURAE PRAETORIS /

QUISCIT, QUI NATUS ANNO /

CHRISTI MDCII. DENAT(US) /

PIA(M) AC PLACIDA(M) MORTE, /

CERTISSIMAM SPEM IN /

IESUM SALVATOREM SUUM /

RETINENS MDCLXIV.

Kommentar:

Inschrift A aus 2. Brief des Petrus, Kap. 3, Vers 13.

Schrift:

Kapitalis

Nachweise

Orte:

Biedenkopf

Sachbegriffe:

Wappen · Engelsköpfe · Bücher · Halbfiguren · Pilaster · Brustbilder · Kragen · Manschetten · Männer · Schultheißen

Wappen:

Zisler

Bearbeitung:

Andreas Schmidt, HLGL

Zitierweise
„Johannes Zisler 1664, Königsberg“, in: Grabdenkmäler <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/gdm/id/1004> (Stand: 13.6.2008)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde