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Neues Staatswappen für den Volksstaat Hessen, 20. Februar 1920

Der Volksstaat Hessen erhält ein neues Staatswappen. Auf dem Wappenschild ist der silber-rot gestreifte Löwe auf blauem Feld zu sehen. Darüber sitzt goldenes Laubwerk mit blauen Früchten in Form einer Krone. Der Entwurf stammt aus der Feder des deutschen Heraldikers Otto Hupp (1859–1949), der auch zahlreiche andere Staatswappen gestaltete, so zum Beispiel das bayerische Staatswappen von 1923.
Das Wappentier ist mit seiner charakteristischen rot-weißen (bzw. rot-silberfarbenen) Streifung seit Landgraf Ludwig III. von Thüringen (1151/1152–1190) bekannt und war ursprünglich Wahrzeichen der Landgrafschaft Thüringen. Nach der Trennung von Thüringen (1247) wird der Löwe als Wappen der Landgrafschaft Hessen weitergeführt; die Landesteilung 1567 führte dazu, dass sich Truppen unter dem gestreiften Löwen (als Wappen der sich auf unterschiedliche Kriegsseiten schlagenden Landesherren) gegenüberstehen. Die Landgrafschaft Hessen-Darmstadt und das ihr nachfolgende Großherzogtum geben dem rot-silbernen Räuber ein Schwert in die Pranke; dieses verschwindet jedoch nun zusammen mit der Krone des Löwen, sodass der nach Absetzung des Großherzogs und Ausrufung der Republik am 26. Januar 1919 gewählte Landtag des Volksstaates Hessen nunmehr eine »reduzierte« Variante des wohl annähernd 750 Jahre beibehaltenen Löwen als Staatswappen annimmt. In nur leicht modifizierter Form (und weiterhin ohne Krone und Schwert) wird das Raubtier 1946 auch Hoheitszeichen des neu gegründeten Landes Hessen.
(KU)

Belege
Empfohlene Zitierweise
„Neues Staatswappen für den Volksstaat Hessen, 20. Februar 1920“, in: Zeitgeschichte in Hessen <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/edb/id/518> (Stand: 23.10.2018)
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