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Übergabe der »Frankfurter Dokumente« an die Ministerpräsidenten, 1. Juli 1948

Im IG-Farben-Haus (Poelzig-Bau) in Frankfurt werden um 11:30 Uhr in einem formellen Akt die sogenannten Frankfurter Dokumente an die Ministerpräsidenten der Länder in den Westzonen übergeben. Damit wird die Gründung der Bundesrepublik Deutschland eingeleitet. Die drei alliierten Militärgouverneure Lucius D. Clay (USA), Brian H. Robertson (Großbritannien) und Pierre Koenig (Frankreich) verlesen nacheinander die drei Dokumente, in denen die Chefs der Landesregierungen aufgefordert werden, eine verfassunggebende Versammlung einzuberufen (Dokument 1) und die Ländergrenzen zu überprüfen und gegebenenfalls zu ändern (Dokument 2). Dokument 3 enthält Vorgaben für ein Besatzungsstatut, das über die künftigen Beziehungen zwischen der zu schaffenden verfassungsmäßigen deutschen Regierung und den alliierten Behörden (Mühlhausen, Poelzig-Bau) enthält.

Die Ministerpräsidenten beraten die Frankfurter Dokumente wenige Tage später auf ihrer Konferenz im Hotel Rittersturz bei Koblenz. Hierbei betont Hessens Regierungschef Christian Stock (1884–1967; SPD) – im Gegensatz zu einigen seiner Kollegen – die in der westdeutschen Staatsgründung liegenden politischen und wirtschaftlichen Chancen. Nach Abschluss der vorbereitenden Verfassungsberatungen in Herrenchiemsee ist es wiederum Christian Stock, der anlässlich der Eröffnung des Parlamentarischen Rates in Bonn am 1. September 1948 das einleitende Referat hält.
(OV)

Belege
Empfohlene Zitierweise
„Übergabe der »Frankfurter Dokumente« an die Ministerpräsidenten, 1. Juli 1948“, in: Zeitgeschichte in Hessen <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/edb/id/154> (Stand: 1.7.2019)
Ereignisse im Juni 1948 | Juli 1948 | August 1948
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