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Hessische Biografie

Portrait

Bertho IV. von Bimbach
(belegt vor 1240–1287)

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Weitere Informationen

GND-Nummer

1100385444

Bimbach, Bertho IV. von [ID = 9602]

* vor 1240 Oberbimbach, belegt 1257–26.3.1287, katholisch
Mönch, Dekan, Pförtner, Abt, Propst
Andere Namen | Wirken | Familie | Nachweise | Leben | Zitierweise
Andere Namen

Weitere Namen:

  • Bertho
  • Berthous
  • Bimbach, Bertho von
  • Biembach, Bertho von
  • Biembach, Bertho IV. von
  • Bienbach, Bertho von
  • Bienbach, Bertho IV. von
  • Fulda, Abt Bertho IV. von Bimbach
Wirken

Werdegang:

  • vor 1240: Geburt und Kindheit sicher auf der Familienburg in Oberbimbach
  • um 1250 wohl bereits Erziehung und Ausbildung im Benediktinerkloster Fulda
  • 1257: Erstbeleg als Fuldaer Mönch unter Abt Heinrich IV. von Erthal
  • 1264 frühester Nachweis als Stiftsdekan unter Abt Bertho II. von Leibolz, als welcher Bertho von Bimbach für die innere Disziplin zuständig war und den Konvent leitete
  • 1271: Dekan Bertho ist zusätzlich noch als Pförtner des Stifts belegt, womit er ein wichtiges karitatives Amt für Gäste, Arme und Pilger ausübte.
  • 7.8.1273: Nach dem frühen Amtsverzicht Berthos III. wurde der Dekan in einer mehrstufigen Kompromisswahl als Bertho IV. zu dessen Nachfolger gekürt.
  • Bis Ende Juli 1274: Der neue Abt reiste zur Erlangung der päpstlichen Bestätigung seiner Wahl an die Kurie, die sich gerade auf dem allgemeinen Konzil in Lyon befand.
  • 31.7.1274: In Lyon beauftragte Papst Gregor X. den Dominikanergelehrten Albert den Großen mit der Prüfung und gegebenenfalls Bestätigung der Wahl nebst Abtsweihe.
  • Die relativ lange Regierung Berthos IV. wurde weiter von inneren Unruhen begleitet, so dass er die wichtigsten Burgen des rebellischen Stiftsadels belagerte, einnahm und zerstörte: Dies betraf gleich zu Beginn (wohl 1274) die Burg in Burghaun und zwei Jahre später (wohl 1276) diejenigen in Mansbach, Mackenzell und Oberbimbach sowie die Altenburg bei Alsfeld. So schreckte er selbst vor seiner eigenen Heimat nicht zurück.
  • Dagegen förderte er loyale Adlige, so dass er 1279 Heinrich I. von Weilnau und seine Frau Luitgard von Trimberg mit der Burg Bürstein und der Vogtei in Reichenbach belehnte.
  • Spätestens 1277 erhielt Bertho IV. neben seiner Abtswürde auch die nahe Propstei Petersberg.
  • 1282: Unter königlicher Vermittlung legte Bertho IV. eine Fehde mit dem Würzburger Bischof Berthold II. von Sternberg um das Grenzgebiet in der Rhön bei. Nun sollte an der Fuldaer Ostgrenze die Burg Eberstein zerstört und eine gemeinsam verwaltete Burg im nahen Brand errichtet werden.
  • Ende 1283: Durch königliche Entscheidung auf sechs Jahre Einschränkung der Amtsbefugnisse des Abtes auf den geistlichen Bereich und Übertragung der weltlichen Verwaltung der Abtei auf Graf Eberhard von Katzenelnbogen, weil Bertho IV. angeblich der verarmten Abtei nicht ohne fremde Unterstützung aufhelfen konnte.
  • Frühjahr 1286: Verzicht Berthos IV. auf die Abtswürde, um durch die Wahl eines Nachfolgers die für die Abtei zunehmend gefährliche Verwaltung abzuschütteln.
  • Der Tod des Ex-Abtes erfolgte laut J. Leinweber an einem 26.3.1287-1293. Laut D. Heller zog sich Bertho IV. dagegen schon 1282 in seine Propstei Petersberg zurück, wo er am 22. Juli 1286 gestorben und letztlich begraben worden sei.

Funktion:

  • Fulda, Dekan, (spätestens) 1264-1273
  • Fulda, Pförtner, 1271
  • Fulda, Abt, 1273-1286 (als Bertho IV.)
  • Petersberg bei Fulda, Propst, (spätestens) 1277-1287/93

Lebensorte:

  • Oberbimbach; Fulda; Petersberg bei Fulda
Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Bimbach, Bertho IV. von“, in: Hessische Biografie <https://www.lagis-hessen.de/pnd/1100385444> (Stand: 26.3.2017)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde