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Hessische Biografie

Portrait

Maximilian Landgraf von Hessen-Kassel
(1689–1753)

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Hessen-Kassel, Maximilian Landgraf von [ID = 6352]

* 28.5.1689 Marburg, † 8.5.1753 Kassel, evangelisch-reformiert
Landgraf, Feldmarschall, Musiker
Andere Namen | Wirken | Familie | Nachweise | Leben | Zitierweise
Wirken

Werdegang:

  • Prinzenerziehung in Kassel
  • Erfolgreiche militärische Laufbahn
  • 1750 Erreichung des höchsten militärischen Ranges mit Ernennung zum Reichsgeneralfeldmarschall
  • 1720 Eheschließung mit Prinzessin Friederike Charlotte von Hessen-Darmstadt als Symbol der wiederhergestellten Harmonie zwischen den Landgrafenhäusern
  • Lebte mit der Familie in Jesberg und in Kassel
  • 1723 Errichtung eines kleinen Schlosses in Jesberg mit französischem Garten und dem sogenannten Prinzessinnengarten für seine Töchter
  • Verschwenderischer Lebensstil führt zu finanziellen Problemen
  • Nach seinem Tod kamen durch Konkursverfahren Gericht und Schloss Jesberg an seinen Bruder Wilhelm VIII, sonstiger Besitz wurde versteigert
  • Witwe zog nach Darmstadt
Familie

Vater:

Hessen-Kassel, Karl Landgraf von, * Kassel 3.8.1654, † Kassel 23.3.1730

Mutter:

Kurland, Marie Amalia Herzogin von, 1653–1711

Partner:

Verwandte:

Nachweise

Literatur:

Bildquelle:

Landgraf Maximilian, Ölbild, Hessische Hausstiftung, Schloss Fasanerie B 540 (beschnitten), in: Franz, Das Haus Hessen, Darmstadt 2012, S. 126

Leben

Wie seine älteren Brüder trat Maximilian nach der üblichen Prinzenerziehung in Kassel früh ins Militär ein und diente während des Spanischen Erbfolgekrieges in den hessischen Subsidientruppen. Bereits als 17-Jähriger erhielt er das nach dem Tod seines Bruders Ludwig vakante Infanterieregiment, mit dem er 1709 an der Schlacht von Malplaquet teilnahm. Auf die Beförderung zum Generalmajor zwei Jahre später folgten weitere Einsätze in Brabant. Nach dem Frieden von Utrecht übernahm Maximilian 1714 zusätzlich noch ein Kavallerieregiment. Mit dem Abschluss eines neuen Subsidienvertrags mit dem Kaiser wechselte er in den Sold der Habsburger und kämpfte 1717/18 als kaiserlicher Oberst bzw. Generalwachtmeister in Ungarn und auf dem Balkan gegen die Osmanen. Beim anschließenden Einsatz gegen die Spanier in Süditalien und auf Sizilien verlor er mehr als die Hälfte seiner Mannschaft. 1720 wurde er zum kaiserlichen Feldmarschallleutnant ernannt.

Die guten Beziehungen zum Kaiserhof machten Maximilian wohl auch für Landgraf Ernst Ludwig in Darmstadt interessant, der ihn gern als Schwiegersohn akzeptierte. Aus der Ehe mit Prinzessin Charlotte, die als Symbol für die wiederhergestellte Harmonie zwischen den beiden Landgrafenhäusern gilt, gingen sieben Kinder hervor. Auf den früh verstorbenen Sohn Karl (1721–1722) folgten sechs Mädchen, von denen vier das Erwachsenenalter erreichten: Ulrike Friederike (1722–1788), Christine Charlotte (1715–1782), Wilhelmine (1726–1808) und Karoline (1732–1759). Maximilian setzte seine militärische Karriere fort. Er wurde 1727 hessen-kasselischer Generalleutnant, stieg aber auch in der Reichsarmee weiter auf: Im Polnischen Erbfolgekrieg wurde er 1734 kaiserlicher Generalfeldzeugmeister, 1740 Generalfeldmarschall und erklomm mit seiner Ernennung zum Reichsgeneralfeldmarschall 1750 den höchsten militärischen Rang überhaupt. In Friedenszeiten lebte er mit seiner Familie auf dem 1723 von ihm errichteten kleinen Schloss zu Jesberg oder in einem Kasseler Stadtpalais, das nach dem Siebenjährigen Krieg zum Opernhaus umgebaut werden sollte. Diese Liegenschaften hatte ihm sein Vater neben anderen Gütern überlassen. Mit seiner nicht minder prachtliebenden Gattin entfaltete Maximilian ein verschwenderisches Leben. Er ließ neben dem Schloss in Jesberg einen großartigen französischen Garten und den südöstlich gelegenen sogenannten Prinzessinnengarten anlegen. Selbst passionierter Musiker, unterhielt er eine umfangreiche eigene Hofkapelle. Gegen Ende seines Lebens nahmen die finanziellen Probleme zu. Durch ein Konkursverfahren nach seinem Tod kamen Gericht und Schloss Jesberg an seinen Bruder Wilhelm VIII.; die sonstigen Hinterlassenschaften wurden versteigert. Seine Witwe Prinzessin Max hatte sich bei der Kasseler Verwandtschaft schon in den späteren 1720er durch ihr gutes Verhältnis zur Marquise von Langallerie, der Ex-Mätresse des alten Landgrafen, unbeliebt gemacht, sodass sie nach dem Tod ihre Mannes wieder nach Darmstadt zog.

Holger Th. Gräf

(Text identisch mit: Franz, Das Haus Hessen, S. 125 f.)

Zitierweise
„Hessen-Kassel, Maximilian Landgraf von“, in: Hessische Biografie <https://www.lagis-hessen.de/pnd/137327617> (Stand: 10.10.2020)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde