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Hessische Biografie

Portrait

Franziska Wilhelmina Emilie Margarethe Sabine Gräfin von Görlitz
(1801–1847 (ermordet))

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Weitere Informationen

GND-Nummer

1066751455

Görlitz, Franziska Wilhelmina Emilie Margarethe Sabine Gräfin von [ID = 5151]

* 22.12.1801 Frankfurt am Main, † 13.6.1847 (ermordet) Darmstadt, evangelisch
Stifterin
Andere Namen | Wirken | Familie | Nachweise | Leben | Zitierweise
Andere Namen

Geburtsname:

Plitt, Franziska Wilhelmina Aemilia* von

Weitere Namen:

  • Görlitz, Franziska Wilhelmina Aemilia* von
Wirken

Werdegang:

  • Stifterin
Familie

Vater:

Plitt, Johann Friedrich von, * 1761, Kreisgesandter, Resident in Frankfurt am Main

Mutter:

Schultze, Anna Catharina, Tochter des Bankiers Schultze

Partner:

Nachweise

Quellen:

  • HStA Darmstadt R 4.

Literatur:

  • B. Herrmann, Kleine Geschichte der Leichenbranduntersuchung. In: Fornvännen 75, Stockholm.
Leben

Emilie Gräfin von Görlitz, geb. von Plitt, wurde als Franziska Wilhelmina Aemilia Margarethe Sabina von Plitt in Frankfurt am Main geboren. Ihr Vater hatte als Advokat in Frankfurt am Main zahlreiche diplomatische Vertretungen für kleinere Reichsstände übernommen und war vermutlich durch seine Ehe mit einer Bankierstochter auch im Geschäft der Kreditvermittlung am Finanzplatz Frankfurt am Main tätig.

Seit 1822 mit dem Diplomaten des Darmstädter Hofes Friedrich Graf von Görlitz verheiratet, widmete sich die Gräfin Görlitz umfänglich karitativen Aufgaben.

Selbst Kinderlos, errichtete Gräfin Görlitz durch Testament vom 1.6.1846 die „Balserische Stiftung“ für die 1832 errichtete Klinik des Professors Wilhelm Balser, 1780-1846, in Gießen. Hauptzweck der Stiftung war die Behandlung minderbemittelter Kinder, Augenkranker, Krebs- und Knochenmarkleidender. Das Stiftungsvermögen wurde erst 1862 nach dem Tod des Grafen Goerlitz ausgezahlt. Stiftungsvorstand wurde Balsers Schwiegersohn Professor Alexander Winther, 1812-1871. 1869 wurde der Grundstein für den Klinik-Erweiterungsbau gelegt. Infolge des Krieges und Winthers Tod erfolgte die Eröffnung am 5.1.1874. Im Amt des Stiftungsvorstands folgte dann der Sohn des Alexander, Wilhelm Winther. Die Klinik hatte zunächst sechs Betten, 1895 30 Betten bei jährlich ca. 300 stationären Kranken.

Emilie Gräfin von Görlitz wurde von ihrem Diener erwürgt, der aus Möbeln und Teppichen einen Brand legte, der bald gelöscht wurde. In einem Aufsehen erregenden Prozeß 1850 äußerten sich Justus von Liebig und Theodor Bischoff. Bischoff und der Kreisphysicus Graff führten hierzu die ersten experimentellen Leichenverbrennungen mit Hundekadavern durch.

Lupold von Lehsten

Zitierweise
„Görlitz, Franziska Wilhelmina Emilie Margarethe Sabine Gräfin von“, in: Hessische Biografie <https://www.lagis-hessen.de/pnd/1066751455> (Stand: 22.8.2018)
 
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