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Hessische Biografie

Portrait

Franz Joseph Prinz von Battenberg
(1861–1924)

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GND-Nummer

1055277099

Battenberg, Franz Joseph Prinz von [ID = 16334]

* 24.9.1861 Padua, † 31.7.1924 Schaffhausen (Schweiz), evangelisch
Dr. phil. – Offizier
Andere Namen | Wirken | Familie | Nachweise | Leben | Zitierweise
Andere Namen

Weitere Namen:

  • Mountbatten, Franz Joseph Prinz von
  • Battenberg, Franzjos Prinz von
Wirken

Werke:

  • Die volkswirtschaftliche Entwicklung Bulgariens von 1879 bis zur Gegenwart (Diss.), 1893.
Familie

Vater:

Hessen und bei Rhein, Alexander* Ludwig Georg Friedrich Emil Prinz von, 1823–1888

Mutter:

Hauke, Julie Gräfin von, 1825–1895

Partner:

  • Montenegro, Anna Prinzessin von, *Cetinje 6./18.8.1874, † Territet (Schweiz) 22.4.1971, Heirat Cetinje 6./18.5.1897, Tochter des Nikolaus Petrowitsch Njegosch, Fürst bzw. König von Montenegro (1841-1921) und der Milena Vukotic (1847-1923), GND

Verwandte:

Nachweise

Literatur:

Bildquelle:

Prinz Franz Joseph von Battenberg, Foto StAD DA D 27A (beschnitten), in: Franz, Das Haus Hessen. Ein biographisches Lexikon, Darmstadt 2012, S. 367

Leben

Der jüngste Battenberg-Sohn Franzjos, Patensohn des österreichischen Kaisers, tendierte eher zur Wissenschaft als zum Offiziersberuf. Nach Gymnasialausbildung und Abitur am Fridericianum in Kassel 1874/80 trat er gleichwohl zunächst als Secondeleutnant ins preußische 1. Garderegiment zu Fuß in Potsdam ein. 1885/86 stand er seinem Bruder Alexander in der Schlussphase seines Kampfs um das Fürstentum Bulgarien bei; als potentieller Nachfolger des noch unverheirateten Bruders war er Kavallerie-Oberst der bulgarischen Armee. Nach der Rückkehr vom Balkan ging Franz Joseph zum Studium nach Leipzig und promovierte 1891 mit einer Arbeit über „Die volkswirtschaftliche Entwicklung Bulgariens von 1879 bis zur Gegenwart“ zum Dr. phil. Ende 1893 begleitete er den Trauer-Convoy des in Graz verstorbenen Sandro zur Beisetzung in Sofia. Bei einem Paris-Besuch im Folgejahr galt er kurzzeitig als Ehekandidat für die amerikanische Milliarden-Erbin Consuelo Vanderbilt (1877–1964), die dann mit Winston Churchills Vetter Charles, dem 9. Herzog von Marlborough, verheiratet wurde. Im Winter 1894/95 folgte eine Weltreise, die mit Stop in Malta durch den Suez-Kanal nach Kalkutta, dann weiter nach Sydney und Neuseeland und anschließend über San Francisco und New York zurück nach London führte.

Bei einem Jagd-Urlaub in Balmoral 1896 traf Franz Joseph mit der Zaren-Familie auch Prinzessin Anna von Montenegro, die Tochter des Fürsten Nikita Njegosch, die mit ihren Schwestern in Russland erzogen worden war. Ihre mit russischen Großfürsten verheirateten Schwestern Militza und Stana gehörten in St. Petersburg zur höfischen Fronde gegen Kaiserin Alix/Alexandra. Bald nach der offiziellen Verlobung in Cannes im Frühjahr 1897 feierte man im Mai in der montenegrinischen Residenz Cetinje Hochzeit, wobei der orthodoxen Zeremonie in der Kathedrale eine deutsch-evangelische Trauung durch Pfarrer Heinrich Hager, den vormaligen Erzieher der Battenberg-Prinzen, folgte. Im Schloss in Cetinje findet der heutige Besucher noch immer ein stattliches Ölbild Franz Josephs, der 1910 zur Königskrönung Fürst Nikitas noch einmal in die „Schwarzen Berge“ reiste. Das Ehepaar lebte in den Folgejahren vorwiegend in Darmstadt, zunächst im Alexander-Palais am Luisenplatz, nach dessen Verkauf an die Post 1898/99 im sogenannten Prinz-Emil-Schlösschen. Nach dem Kriegsausbruch 1914 ging man zunächst nach Italien, dann in die Schweiz, wo Franz Joseph, der am Familiennamen „Battenberg“ festhielt, zehn Jahre später verstorben ist. Die Ehe blieb kinderlos; doch die verwitwete Prinzess Anna, die ihren Mann um fast fünf Jahrzehnte überleben sollte, war bei der Verwandtschaft, insbesondere der italienischen Familie der mit König Victor Emanuel III. verheirateten Schwester Elena (1872–1952), sehr beliebt.

Eckhart G. Franz

(Text identisch mit: Franz, Das Haus Hessen, S. 367 f.)

Zitierweise
„Battenberg, Franz Joseph Prinz von“, in: Hessische Biografie <https://www.lagis-hessen.de/pnd/1055277099> (Stand: 14.9.2020)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde