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Hessische Biografie

Portrait

Johann Christian Adelbert Eduard Walther Herwig
(1838–1912)

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Herwig, Johann Christian Adelbert Eduard Walther [ID = 13508]

* 25.2.1838 Arolsen, † 16.12.1912 Groß-Lichterfelde (heute Berlin), Begräbnisort: Hannover, evangelisch
Dr. phil. h.c. – Beamter, Abgeordneter
Andere Namen | Wirken | Familie | Nachweise | Leben | Zitierweise
Wirken

Werdegang:

  • 1843-1852 in Arolsen Besuch der Privatschule von Wilhelm Groscurth, der nach dem frühen Tod des Vaters 1847 Herwigs Vormund wurde
  • 1852-1854 Besuch der auch von Wilhelm Groscurth geleiteten Höheren Bürgerschule in Arolsen
  • 1854-1856 Besuch des Landesgymnasiums in Korbach
  • Mitglied der verbotenen Verbindung Arminia Grün-Weiß
  • 1856/57 Studium der Rechts- und Kameralwissenschaften an der Universität Göttingen, dort 1857 Mitglied des Corps Hannovera
  • 1858 aus Gesundheitsgründen während eines Semesters Unterbrechung des Studiums
  • 1858/59 Fortsetzung des Studiums in Leipzig, 1859 in Freiburg im Breisgau und ab
  • 1859/60 in Berlin
  • 9.1860 1. Kameralexamen für den waldeckischen höheren Staatsdienst („gut“)
  • 15.10.1860 Akzessist („Quest“) bei der Fürstlich Waldeckischen Regierung, Dienstleistung beim Kreisamt des Kreises der Twiste in Arolsen und beider dortigen
  • Renterei
  • 1861 Mitgründer des Arolser Turnvereins
  • 1861 zugleich Mitglied des Vorstands des Arolser Arbeitshauses, das „für die Armenpflege zur Beseitigung des Bettelns und zur Bekämpfung der Trunksucht und der Arbeitsscheu“ eingerichtet worden war
  • 26.2.1864 2. Staatsexamen („gut“)
  • 1864 als Assessor Kreissekretär beim Kreisamt der Twiste in Arolsen, 7.9.1865 definitiv als Kreissekretär bestellt
  • 1.4.1869 Kreisamtmann in Pyrmont, daneben Brunnendirektor und 1869-1872 auch Rentmeister, Amtssitz im Badelogierhaus am Brunnenplatz
  • 1869/70 Mitinitiator der Gründung des nach dem Genossenschaftsprinzip von Hermann Schulze-Delitzsch arbeitenden Creditvereins in Pyrmont, der zur Förderung von Investitionen, insbesondere für Bau und Betrieb von Gästeunterkünften in der Badestadt beitragen sollte
  • 29.10.1869-7.9.1874 Mitglied des Landtages der Fürstentümer Waldeck und Pyrmont für den Kreis Pyrmont (konservativ), Mandatsniederlegung, Nachfolger: Heinrich Wilhelm Fischer
  • 15.2.1874 zunächst provisorisch, 26.5.1875 definitiv Landrat des Kreises Ahaus im Königreich Preußen, seit Beginn des Kulturkampfes 1873 einer „Domäne des Münsterschen Ultramontanismus“, „wo der Einfluß der katholischen Geistlichkeit von prävalierendem Gewichte“ war (Mahn/Wegner 2012, S. 28), daneben wegen der „dortigen Gesammt-Umstände“ und den „mehr oder weniger ländlichen Verhältnissen“ Führung einer eigenen kleinen Landwirtschaft
  • 1877/78 eigenes Ansuchen an den preußischen Innenminister Friedrich Graf zu Eulenburg um eine „neue und belangreiche Aufgabe“
  • 6.3.1878 Versetzung als Landrat ins westpreußische Marienwerder, noch 1878 Gründung einer eigenen großen Fischzuchtanstalt an der Liebe in Hammermühle
  • 28.10.1879-5.7.1893 Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses (Wahlkreis Marienwerder 1, freikonservativ)
  • 22.9.1880 Dirigent des Provinzialschul- und Medizinalkollegiums Brandenburg in Berlin, 25.9.1885 dessen Vizepräsident
  • Namenspatron der deutschen Fischereiforschungschiffe „Präsident Herwig“ (1887) und „Walther Herwig“ I (1963), II (1973) und III (1993)
  • 12.8.1889 Direktor der Klosterkammer in Hannover, 17.11.1890 Verleihung des Titels Präsident
  • 1889-1901 Lösung gewaltiger Aufgaben der „inneren Kolonisation“ (vor allem Gewinnung von landwirtschaftlichen Flächen aus Heideland und Moor), insbesondere auch beim 1880 von der Klosterkammer erworbenen Klostergut Burgsittensen bei Zeven, dort große Entwässerungs-, Moorkultivierungs- und dann vor allem Infrastrukturmaßnahmen (Straßenbau und Anbindung ans Eisenbahnnetz), auch Mitglied des Bezirks-Eisenbahnrats der Eisenbahndirektionen Hannover und Münster
  • 1890 Errichtung des Vorwerks Herwigshof auf einer sandigen Anhöhe im Moorgebiet
  • 1890 Erwerb für die Klosterkammer in Hannover des Klosterguts Pinnow in der Uckermark und des Klosterguts Klieken-Oberhof einschließlich des Klosterforstreviers Klieken in der Provinz Sachsen, 1893 des Klosterguts Schulenburg in Westpreußen (heute Wrzosy/Polen) und des Klosterguts Neudorf-Wronke in der Provinz Posen (heute Nowa Wiès/Polen), 1894 des Klosterguts Ilgen (heute Lgiń/Polen), 1896/98 des Klosterguts Wulfsode, Krs. Uelzen, und des Klosterguts Kekenishof in Nordschleswig (heute Kegnaes Sogn/Dänemark)
  • neben den substanzmehrenden Arbeiten der inneren Kolonisation gesetz- und satzungsgemäß großzügige Förderung vor allem der Universität Göttingen
  • 1895 Inititierung der denkmalpflegegerechten Erneuerung der gefährdeten Benediktiner-Klosterkirche Bursfelde, Sommer 1901 Beginn der Durchführung der dafür unter wissenschaftlicher Begleitung beschlossenen Erhaltungs- und Erneuerungsmaßnahmen
  • 1896 Dr. phil. h.c. der Universität Kiel
  • 1.5.1901 Eintritt in den Ruhestand als Wirklicher Geheimer Oberregierungsrat, lebte in Arolsen im Ruhestand
  • 1902–1908 Präsident des Zentralausschusses des neugegründeten International Council for the Exploration of the Sea (Internationaler Rat für Meeresforschung) (ICES) in Kopenhagen
  • Mitglied des Geschichtsvereins für Waldeck und Pyrmont

Funktion:

  • Pyrmont, Landkreis, Kreisamtmann, 1869-1874
  • Waldeck und Pyrmont, Fürstentümer, 10. Landtag, Mitglied, 1869-1872
  • Waldeck und Pyrmont, Fürstentümer, 11. Landtag, Mitglied, 1872-1874

Lebensorte:

  • Arolsen, Korbach, Göttingen, Leipzig, Freiburg im Breisgau, Berlin
Familie

Vater:

Herwig, Friedrich* Ludwig, * Meineringhausen 18.1.1809, † Arolsen 18.1.1847, begraben Alter Friedhof Arolsen, 1825-1828 Jurastudium in Göttingen, 1828-1830 Amtsakzessist bei seinem Bruder Carl Herwig in Sachsenberg, 1829 für volljährig erklärt, 1830 Advokat in Arolsen, 21.9.1843 Landkassenführer, 24.10.1843 Rat bei der Landschaftlichen Kammer

Mutter:

Giesecken, Clara* Louise Marianne, * Korbach 6.5.1811, † Arolsen 18.1.1886, begraben Alter Friedhof Arolsen, Tochter des Carl* Philipp Gottlieb Giesecken, * Pyrmont 30.6.1761, † Korbach 14.4.1827, Amtmann des Kreises des Eisenbergs, und der Johanna Henriette Christine Quensell, * Einbeck 24.9.1777, † Korbach 25.10.1844

Partner:

  • Bunsen, Marie* Luise Clara, * Einbeck 5.4.1844, † Berlin 8.3.1924, Heirat Hannover 25.5.1866, evangelisch, Tochter des Julius* Otto Wilhelm Bunsen, * Göttingen 11.8.1808, † Einbeck 14.10.1844, (1866) Königlich Hannoverscher Amtsassessor und Dirigent des Magistrats von Einbeck, 1.1.1841-14.10.1844 interimistischer Bürgermeister der Stadt Einbeck, und der Thekla* Charlotte Rudorff, * Hildesheim 15.10.1815, † Hannover 23.3.1902

Verwandte:

Nachweise

Quellen:

Literatur:

Bildquelle:

unknown photographer of the studio of L. Haase & Co, Berlin., 622Herwig1881, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons (beschnitten)

Zitierweise
„Herwig, Johann Christian Adelbert Eduard Walther“, in: Hessische Biografie <https://www.lagis-hessen.de/pnd/118550136> (Stand: 15.4.2021)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde