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Hessische Biografie

Portrait

Philipp Ernst Moritz Edmund Joseph Maria Lieber
(1838–1902)

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Lieber, Philipp Ernst Moritz Edmund Joseph Maria [ID = 13104]

* 16.11.1838 Camberg, † 31.3.1902 Camberg, katholisch
Dr. jur. – Rechtsanwalt, Abgeordneter
Andere Namen | Wirken | Familie | Nachweise | Leben | Zitierweise
Wirken

Werdegang:

  • Schulunterricht durch einen Hauslehrer
  • ab 1850 Besuch des Konvikts bzw. des Gymnasiums in Aschaffenburg
  • ab 1854 Besuch des Konvikts in Hadamar, dort 1858 Reifeprüfung
  • ab 1858 Studium der Rechtswissenschaft an den Universitäten Würzburg, München, Bonn und Heidelberg
  • 1861 Promotion zum Dr. jur. an der Universität Heidelberg, Planung einer Habilitationsschrift
  • 1863 nach dem frühen Tod des Vaters Rückkehr nach Camberg und Übernahme des familieneigenen Teegeschäfts, nebenher als Anwalt tätig
  • zu dieser Zeit erstes öffentliches Eintreten für die Belange der katholischen Kirche, zum Beispiel Engagement gegen die nassauische Simultanschule, Mitbegründer und Vorstandsmitglied mehrerer kirchlicher Vereine
  • 1869 Redner auf dem Düsseldorfer Katholikentag
  • 1870-1902 Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses für die Wahlkreise Wiesbaden 9 (Unterwesterwaldkreis), Wiesbaden 8 (Oberlahnkreis) und Wiesbaden 3 (Unterwesterwaldkreis, Westerburg), damit Beginn des Aufstieges zu einem der führenden Vertreter des politischen Katholizismus in Deutschland
  • 1871 Wahl ins Präsidium der Deutschen Katholiken
  • 1871-1902 Mitglied des Deutschen Reichstages für den Wahlkreis 3 Wiesbaden (Deutsche Zentrumspartei)
  • exponierter Vertreter des Katholizismus während des Kulturkampfes, ab den 1880er Jahren vor allem auf sozialpolitischem Gebiet tätig
  • 1885 Präsident des Deutschen Katholikentages
  • 1886-1901 Mitglied des Nassauischen Kommunallandtags des preußischen Regierungsbezirks Wiesbaden bzw. des Provinziallandtages der preußischen Provinz Hessen-Nassau für den Kreis Limburg, dort 1886-1897 Mitglied des Finanzausschusses, bis 1902 Mitglied des Provinzialausschusses, stellvertretendes Mitglied des Provinzialrates
  • 1890 Mitbegründer des Volksvereins für das katholische Deutschland, dessen Hauptzweck die Bekämpfung der Sozialdemokratie war
  • nach dem Tod von Ludwig Windhorst 1891 führender Kopf der Zentrumsfraktion im Deutschen Reichstag
  • Stadtverordneter bzw. Stadtverordnetenvorsteher in Camberg
  • Mitglied des Kreistages und des Kreisausschusses des Kreises Limburg

Funktion:

  • Preußen, Abgeordnetenhaus, Mitglied (Z), 1870-1902
  • Deutschland, Kaiserreich, Reichstag, Mitglied (Z), 1871-1902
  • Wiesbaden, Regierungsbezirk, Kommunallandtag, Mitglied, 1886-1901

Werke:

Familie

Vater:

Lieber, Moritz* Joseph Josias, 1790–1860, Dr. jur. utr., Dr. jur. h.c., Jurist, Legationsrat, Teehändler, Abgeordneter

Mutter:

Hilt, Anna Maria* Josepha, * Oberursel 3.11.1813, † Camberg (?) 1877, Heirat Camberg 18.11.1836 (?), katholisch, 2. Ehe Liebers, Tochter des Kaspar Hilt, * Mainz 7.2.1765, † Wiesbaden 2.5.1828, Amtmann, später Oberappellationsgerichtsrat, und der Anna Maria Thelemann, * 1790, † Dillenburg 18189

Partner:

  • Arnold, Josephine, * Berlin 24.9.1853, † Camberg 14.12.1932, Heirat Berlin 24.9.1873, katholisch, Tochter des Karl Arnold, * Jarischau (heute Jaryszów/Polen) 19.11.1815, Möbelfabrikant, und der Wilhelmine* Elisabeth Kruse, * 1814
Nachweise

Literatur:

Bildquelle:

Leonz Niderberger, Ernst Maria Lieber, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons (beschnitten)

Zitierweise
„Lieber, Philipp Ernst Moritz Edmund Joseph Maria“, in: Hessische Biografie <https://www.lagis-hessen.de/pnd/118728180> (Stand: 19.9.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde