Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

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Ortskennziffer
63401902004

Burg Hausen (Oberaula)

332 m über NN
Gemarkung Hausen, Gemeinde Oberaula, Schwalm-Eder-Kreis
Basisdaten | Geschichte | Bau und Baugeschichte | Burgtyp | Nachweise | Zitierweise | Indizes

Die ehemalige Burg- und heutige Schlossanlage befindet sich am östlichen Ortsrand von Hausen. Schon vor dem Jahr 1311 wurde im Auftrag der Abtei Fulda in Hausen eine Wasserburg zum Schutz gegen die Grafen von Ziegenhain errichtet. 1463 erwarben die von Dörnberg die Burg, die sie um 1600 in ein Renaissance-Schloss umwandelten. Nach der Zerstörung des Schlossbaus während des Dreißigjährigen Krieges (1642) erfolgte um 1667 der Wiederaufbau Bei dem Gebäudekomplex handelt es sich im Kern um eine Niederungsburg des 14. Jahrhunderts auf ursprünglich kreisrundem Grundriss, die in der Folgezeit, vor allem im 17. Jahrhundert, mit massiven Steinbauten erweitert wurde. Von der mittelalterlichen Burganlage existieren insbesondere noch die Außen- bzw. Wehrmauern. Der Schlossbau des 17. Jahrhunderts ist weitestgehend erhalten.

Basisdaten

Weitere Namen:

  • Schloss Hausen

Ortstyp:

Burg; Schloss

Bezeichnung der Siedlung:

Lagebezug:

21 km südsüdöstlich von Homberg (Efze) gelegen

Lage:

Die Schlossanlage befindet sich am östlichen Ortsrand von Hausen (Schlossweg 6).

Geschichte

Burggeschichte:

Vor dem Jahr 1311 ließ die Abtei Fulda eine Wasserburg in Hausen errichten, um den Einfluss der benachbarten Grafen von Ziegenhain abzuwehren. 1356 wurden Burg und Dorf Hausen durch die Truppen des Landgrafen Otto von Hessen verwüstet, der sich mit Fuldaer Abt Heinrich VII. von Kranlucken befehdete. Bis zum Jahr 1369 scheint die Burg aber wiederaufgebaut gewesen zu sein. 1463 erwarben die von Dörnberg schließlich die Burg Hausen, in deren Besitz sie heute noch immer steht. 1642 wurde die Burg von bayerischen Truppen währen des Dreißigjährigen Krieges geplündert und zerstört, bis 1687 durch die von Dörnberg aber wieder errichtet. 1768 wurde hier der General Wilhelm von Dörnberg geboren, der 1809 einen erfolglosen Aufstand gegen die napoleonische Herrschaft in der ehemaligen Landgrafschaft Hessen-Kassel anführte.

Besitzgeschichte:

1311 weist das Kloster Fulda seinem Burgmann, Ritter Werner von Löwenstein genannt von Schweinsberg, Hausen als möglichen Burgsitz zu (Schunder, Löwenstein, Bd. 2, Nr. 113). 1329 verpfändet Fulda die Burg Hausen mit Zubehör an die von Lißberg und von Romrod für 500 Pfund Heller. 1336 befinden sich die von Lißberg im alleinigem Pfandbesitz der Burganlage, 1340 wahrscheinlich der Amtmann Johann Krengel. Von 1356 bis 1369 ist die Burg im Pfandbesitz Heinrichs von Haune, seit 1369 der von Falkenberg. 1400 verkauft Fulda seine Eigentumsrechte an Hausen und den Gerichten Oberaula, Breitenbach und Lingelbach dem Erzstift Mainz, das diese für 3700 Gulden bis ca. 1421 an die von Falkenberg versetzt. 1425 steht die Burg im Pfandbesitz der von Schlitz, später Heinrichs von Schenkwald. 1463 erwerben die von Dörnberg die Burg Hausen und die mainzischen Anteile der Gerichte Oberaula und Breitenbach.

Bau und Baugeschichte

Baugeschichte:

Um das Jahr 1600 wurde die Wasserburg des 14. Jahrhunderts in eine Schlossanlage des Renaissance-Stils umgewandelt. Nachdem das Schloss während des Dreißigjährigen Krieges 1642 von bayerischen Truppen geplündert und zerstört worden war, erfolgte um 1667 der Wiederaufbau, der 1687 (Wappenstein im Segmentgiebel des nördlichen Vorbaus) schließlich von Johann Kaspar von Dörnberg vollendet wurde. Im Zuge dieser Erneuerungsarbeiten erneuerte man neben den Zugbrücken auch den Wassergraben. Weitere Umbauarbeiten am Schloss erfolgten 1711.

Baubeschreibung:

Bei der Anlage handelt es sich im Kern um eine Niederungsburg des 14. Jahrhunderts auf ursprünglich kreisrundem Grundriss mit trockengelegtem Wassergraben. Insbesondere die Außen- bzw. Wehrmauern haben sich von der mittelalterlichen Burganlage erhalten. An diese lehnen sich hofseitig die viergeschossigen Wohngebäude an, die teils ganz in Massivbauweise errichtet wurden, teils aber auch über Fachwerkobergeschosse verfügen (etwa der Westflügel). Unmittelbar am nördlichen und am westlichen Abschnitt der Außenmauer befinden sich jeweils rechteckige Vorbauten aus der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts, die mit volutengeschmückten Giebeln verziert sind. In den westlichen Vorbau ist ein Treppenhaus integriert, der nördliche enthält im Erdgeschoss ein feingegliedertes Portal mit Pilasterrahmung aus dem Jahr 1687 sowie einen Wappenstein der von Dörnberg von 1797 im gesprengten Segmentgiebel. In westlicher Richtung ist der früheren Burg- und heutigen Schlossanlage ein Gutshof mit zweigeschossigem Herrenhaus und Wirtschaftsgebäuden aus der Zeit um 1900 vorgelagert, der sich aus der früheren Vorburg entwickelte. An das Schloss schließt unmittelbar in südlicher Richtung ein mit Eschen, Kastanienbäumen, Ulmen und Rotbuchen bepflanzter Park an, in dem sich ein Springbunnen (bez. 1748) befindet .

Erhaltungszustand:

Von der vormaligen Burganlage haben sich vor allem die Außen- und Wehrmauern, in Teilen die Wohngebäude sowie der im Jahr 1797 trockengelegte Wassergaben erhalten, dessen Verlauf aber noch gut im Gelände zu erkennen ist.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Burg Hausen (Oberaula), Gemeinde Oberaula“, in: Burgen, Schlösser, Herrenhäuser <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/bg/id/7625> (Stand: 8.12.2014)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde