Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Burgen, Schlösser, Herrenhäuser

Schloss Wetterburg

225 m über NN
Gemarkung Wetterburg, Gemeinde Bad Arolsen, Landkreis Waldeck-Frankenberg
Basisdaten | Geschichte | Bau und Baugeschichte | Burgtyp | Nachweise | Zitierweise | Indizes

Das im 16. Jahrhundert errichtete Amtshaus ist das einzige noch existierende Gebäude des Schlosses Wetterburg. Graf Heinrich IV. von Waldeck hatte die Burg Anfang des 14. Jahrhunderts bauen lassen, nachdem es den Kölner Erzbischöfen gelungen war, ihren Einfluß auf Volkmarsen und die Kugelburg auszudehnen. 1323 einigten sich beide Seiten auf den gemeinsamen Besitz der Burg. Im 16. Jahrhundert ließen die Waldecker das noch existierende Amtshaus erbauen, die übrigen Teile der Burg waren im 30jährigen Krieg bereits Ruine. Heute führt die in den 1970er Jahren erneuerte Landstraße 3080 über das Burgareal, ihrem Ausbau wäre auch fast das Amtshaus zum Opfer gefallen. Es liegt heute direkt an der Straße und beherbergt ein Restaurant.

Basisdaten

Weitere Namen:

  • Burg Wetterburg

Ortstyp:

Burg; Schloss

Bezeichnung der Siedlung:

Lagebezug:

etwa 3 km nordöstlich von Arolsen

Lage:

Die Wetterburg liegt am Nordrand des gleichnamigen Ortes auf einem Felssporn oberhalb von Aar und Twiste, Wetterburg, Burgstrasse 47.

Geschichte

Burggeschichte:

Im Jahre 1304 verpfändete der Abt von Corvey Volkmarsen und die Kugelsburg an den Erzbischof von Köln. Graf Heinrich IV. von Waldeck reagierte auf diese Erweiterung des erzbischöflichen Einflussbereiches mit dem Bau der Wetterburg. Zusammen mit den schon bestehenden Burgen in Landau und Rhoden diente sie der Grenzsicherung. Baubeginn war vermutlich um 1306. Zwischen 1323 und 1454 war die Burg gemeinsamer Besitz der Waldecker Grafen und der Kölner Erzbischöfe, seit 1460 war Wetterburg waldeckscher Amtssitz. Nach 1713 diente das Schloss einige Jahre als Witwensitz für Gräfin Johanetta von Waldeck. Als Anfang der 1970er Jahre die L3080 ausgebaut wurde, wurde der Abriss der letzten Burgreste beschlossen. Zwar konnte der Renaissancebau schließlich erhalten werden, aber die neue Straße führt über den ehemaligen Burghof. Eine archäologische Bestandsaufnahme wurde vor dem Straßenbau nicht vorgenommen. Das Schlossgebäude beherbergt heute ein Restaurant.

Ersterwähnung:

1321

Laufzeit:

14. Jahrhundert–17. Jahrhundert

Besitzgeschichte:

Die Wetterburg war ursprünglich im Besitz der Grafen von Waldeck. Nach Streitigkeiten und Auseinandersetzungen mit dem Erzbischof von Köln vereinbarten beide Seiten 1323 eine Teilung der Burg zwischen Erzbistum und Grafschaft. 1376 vergab der Erzbischof seinen Burgteil als Lehen an Ulrich von Escheberg, 1421 an Heinrich Mengersen und 1444 an Heinrich von Gudenberg. Die Grafen von Waldeck versetzten ihre Hälfte 1381 an Ritter Dietrich von Dalwigk, im 15. Jahrhundert kam sie als Heiratsgut an Ritter Friedrich Runst, der sie wiederum ebenfalls an Heinrich von Gudenberg verpfändete. Dieser verpfändete die gesamte Burganlage an den Ritter Werner von Elben. Die Grafen von Waldeck betrieben den Rückkauf der Burg, erzielten jedoch keine Einigung mit von Elben. Friedrich Runst besetzte daraufhin zusammen mit mehreren Knechten Reinhards von Dalwigk d. Ä. und Friedrichs von Hertingshausen die gesamte Burg und versicherte eidlich, ohne Wissen und Genehmigung Graf Wolrads von Waldeck gehandelt zu haben. Später übergab er die Burg dem Grafen, der nun alleiniger Besitzer war. 1505 legten Philipp II. von Waldeck und Erzbischof Hermann von Köln ihre Streitigkeiten über Wetterburg bei, die im Besitz der Waldecker Grafen blieb. Die Burg wurde Amtssitz eines Waldecker Amtmannes, die zugehörigen Güter später verpachtet. 1874 erwarb Friedrich Rühmen das Burgareal, mit der Heirat zwische Caroline Rühmer und Karl Ramme kam sie 1892 in den Besitz der Familie Ramme. 1972 erwarb das hessische Straßenbauamt die Wetterburg, 1975 wurde sie an Tamara Leszner verkauft.

Abgang:

Die Burg verfiel seit dem 16. Jahrhundert und war zur Zeit des 30jährigen Krieges schon Ruine. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde das Torhaus abgetragen.

Bau und Baugeschichte

Baugeschichte:

Heinrich IV. von Waldeck ließ die Wetterburg errichten, vermutlich seit etwa 1306. Im Jahre 1576 erbauten die Waldecker Grafen in der Vorburg ein neues Amtshaus, dessen Fachwerkgeschoss 1669 abbrante und 1670 erneuert wurde. Der Renaissancebau wurde nach 1975 saniert.

Baubeschreibung:

Das ehemalige Amtshaus der Wetterburg ist ein schlichtes dreigeschossiges Gebäude mit Satteldach und einem zweigeschossigen Erkervorbau. Über zwei Massivgeschossen erhebt sich ein Fachwerkobergeschoss. Am Gebäude ist das Allianzwappen Johanns zu Waldeck und Annas zur Lippe angebracht mit der Inschrift „Anno domini 1576“.

Erhaltungszustand:

Das Amtshaus von 1576 entspricht in seiner äußeren From weitgehend dem Zustand nach seiner Erneuerung 1670. Weitere Reste der Burg haben sich nicht erhalten. Lediglich nördlich des Amtshauses finden sich noch geringe Fundamentspuren der Ringmauer.

Burgtyp

Bautyp:

Höhenburg; Spornburg

Rechtstyp:

Landesburg@Grafschaft Waldeck; Ganerbenburg; Lehnsburg; Pfandburg

Funktionstyp:

Gegenburg; Amtssitz

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Schloss Wetterburg, Gemeinde Bad Arolsen“, in: Burgen, Schlösser, Herrenhäuser <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/bg/id/63500212005> (Stand: 2.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde