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Hessische Biografie

Portrait

Charlotte Amalie Herzogin von Sachsen-Meiningen
(1730–1801)

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Sachsen-Meiningen, Charlotte Amalie Herzogin von [ID = 9985]

* 11.8.1730 Philippsthal (Werra), † 7.9.1801 Meiningen (Thüringen), Begräbnisort: Meiningen städtischer Friedhof, evangelisch-reformiert
Andere Namen | Wirken | Familie | Nachweise | Leben | Zitierweise
Andere Namen

Weitere Namen:

  • Hessen-Philippsthal, Charlotte Amalie Herzogin von
  • Hessen-Philippsthal, Charlotte Amalie von
Wirken

Werdegang:

  • 1750 Eheschließung mit Anton Ulrich von Sachsen-Meiningen
  • 22.3.1763 Übersiedlung nach Meiningen (Thüringen)
  • 1763-1782 Regentin von Sachsen-Meiningen
  • von Kaiser Joseph II. zur Direktorin der Debitkommission für Sachsen-Hildburghausen bestellt
  • 4.2.1782 Abgabe der Regentschaft an zwei ihrer Söhne

Lebensorte:

  • Philippsthal (Werra); Frankfurt am Main; Meiningen
Familie

Vater:

Hessen-Philippsthal, Karl I. Landgraf von, * Schmalkalden 23.9.1682, † Philippsthal (Werra) 8.5.1770

Mutter:

Sachsen-Eisenach, Carolina Christina von, * 1699, † 1743, Tochter des Herzogs Johann Wilhelm von Sachsen-Eisenach, * Friedewald 17.10.1666, † Eisenach 4.1.1729

Partner:

  • Anton Ulrich, Sachsen-Meiningen, Herzog, GND, (⚭ Homburg vor der Höhe 26.9.1750) * Meiningen (Thüringen) 22.10.1687, † Frankfurt am Main 27.1.1763, Sohn des Bernhard I. Herzog von Sachsen-Meiningen, GND, * Gotha 10.9.1649, † Meiningen 27.4.1706, und der Elisabeth Eleonore Prinzessin von Braunschweig-Wolfenbüttel, 1658–1729, er verheiratet I. 1711 mit Philippine Elisabeth Caesar, 1686–1744, Tochter des hessen-kasselischen Hauptmanns David Caesar

Verwandte:

  • Hessen-Philippsthal, Philipp Landgraf von <Großvater>, 1655–1721
  • Hessen-Philippsthal-Barchfeld, Wilhelm Landgraf von <Onkel>, 1721–1761
  • Hessen-Philippsthal, Wilhelm Landgraf von <Bruder>, * 29.8.1726, † 8.8.1810, 1770-1810 Landgraf von Hessen-Philippsthal, Heirat 1755 mit Prinzessin Ulrike Eleonore von Hessen-Philippsthal-Barchfeld
  • Hessen-Philippsthal, Karoline Amalie von <Schwester>, 1728–1746
  • Hessen-Philippsthal, Friedrich von <Bruder>, 1729–1751
  • Hessen-Philippsthal, Philippine von <Schwester>, 1731–1762
  • Sachsen-Meiningen, Marie Charlotte* Amalie Ernestine Wilhelmine Philippine von <Tochter>, * 11.9.1751, † 25.4.1827, Heirat Herzog Ernst II. von Sachsen-Gotha-Altenburg
  • Sachsen-Meiningen, Wilhelmine Luise* Christine von <Tochter>, * 6.8.1752, † 3.6.1805, Heirat 1781 Landgraf Adolf von Hessen-Philippsthal-Barchfeld
  • Sachsen-Meiningen, Elisabeth von <Tochter>, 1753–1754
  • Sachsen-Meiningen, August Friedrich Karl* Wilhelm Herzog von <Sohn>, * 19.11.1754, † 21.7.1782, 1763-1782 Herzog von Sachsen-Meiningen, Heirat 1780 Prinzessin Luise zu Stolberg-Gedern
  • Sachsen-Meiningen, Friedrich Franz von <Sohn>, 1756–1761
  • Sachsen-Meiningen, Friedrich Wilhelm von <Sohn>, 1757–1758
  • Sachsen-Meiningen, Georg I.* Friedrich Karl Herzog von <Sohn>, * 4.2.1761, † 24.12.1803, 1782-1803 Herzog von Sachsen-Meiningen, Heirat 1782 Prinzessin Louise Eleonore von Hohenlohe-Langenburg
  • Sachsen-Meiningen, Amalie von <Tochter>, 1762–1798, Heirat 1783 Fürst Heinrich Karl Erdmann zu Carolath-Beuthen
Nachweise

Literatur:

Bildquelle:

Herzogin Charlotte von Sachsen-Meiningen, Ölbild, Hessische Hausstiftung, Schlossmuseum Darmstadt B 21590 (Aufn. N. Amini) (beschnitten), in: Franz, Das Haus Hessen, Darmstadt 2012, S. 238

Leben

Die zweite Tochter Landgraf Karls wuchs, nachdem sie 1743/46 binnen weniger Jahre die Mutter und die ältere Schwester Caroline verloren hatte und die Brüder bereits auswärts im Militärdienst standen, allein mit der nur ein Jahr jüngeren Schwester Philippine auf, die 1762 unverheiratet starb. Charlotte wurde kurz nach dem 20. Geburtstag mit dem wesentlich älteren Herzog Anton Ulrich von Sachsen-Meiningen verheiratet. Anton Ulrich, als jüngster Sohn aus der zweiten Ehe des Vaters zunächst ohne Hoffnung auf die Nachfolge, hatte nach seiner Kavalierstour eine nichtadlige Hauptmannstochter geheiratet und war aufgrund der Querelen in der Familie mit ihr nach Frankfurt gezogen, wo seine Frau 1744 verstarb. Anton Ulrich bemühte sich in der Folge vergeblich, die Erbberechtigung der zehn gemeinsamen Kinder zu erwirken. Als der zweite der beiden älteren Halbbrüder, deren Mutter eine Darmstädter Prinzessin war, 1746 ohne Erben starb, wurde Anton alleinregierender Herzog und schloss daher, mit immerhin 63 Jahren, zur Sicherung der Erbfolge noch eine standesgemäße Zweitehe. Tatsächlich wurden dem ungleichen Paar, das weiterhin vorwiegend in Frankfurt lebte, dort in den folgenden zwölf Jahren acht Kinder geboren, von denen fünf überlebten. Die von ihrem Mann testamentarisch verfügte Vormundschaft seiner Frau für die minderjährigen Söhne wurde anerkannt, so dass Herzogin Charlotte nach nur kurzer Wartezeit in Philippsthal die Regierungsgeschäfte in Meiningen übernehmen konnte. Da das Land wirtschaftlich und finanziell vor dem Ruin stand, bedurfte es angestrengter Reformen und Sparmaßnahmen, um den ökonomischen, aber auch den kulturellen Wiederaufbau des Landes zu gewährleisten. Das Sparsystem der jungen Regentin, das auch die höfischen Finanzen umfasste, beeindruckte selbst Kaiser Joseph II., der sie zur Direktorin der Debitkommission für das gleichfalls stark verschuldete Herzogtum Sachsen-Hildburghausen ernannte. Seit 1775 regierte sie gemeinsam mit ihrem ältesten Sohn Karl (1754–1782) und zog sich erst mit der Volljährigkeit des jüngeren Sohnes Georg (1761–1803) Anfang 1782 aus den Regierungsgeschäften zurück, die Herzog Georg I. nach Karls frühem Tod schon wenige Monate später allein übernehmen musste. Zur Weiterführung der von der Mutter geprägten Tradition eines aufgeklärten Absolutismus gehörte auch die Gründung der nach ihr benannten Freimaurerloge „Charlotte zu den drei Nelken“. Herzogin Charlotte wurde auf eigenen Wunsch nicht in der Fürstengruft, sondern auf dem städtischen Friedhof bestattet.

Andrea Pühringer

(Text identisch mit: Franz, Das Haus Hessen, S. 238 f.)

Zitierweise
„Sachsen-Meiningen, Charlotte Amalie Herzogin von“, in: Hessische Biografie <https://www.lagis-hessen.de/pnd/102614156> (Stand: 7.9.2022)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde