Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Regesten der Landgrafen von Hessen

1359 April 26

Hessische Stellungnahme im Streit um den Reinhardswald

Regest-Nr. 10955

Überlieferung | Regest | Originaltext | Nachweise | Textgrundlage | Zitierweise
Überlieferung
Ausfertigung: Staatsarchiv Marburg, Trendelburg. Pergament beschädigt, 5 Siegelschnitte, die Pressel des dritten Siegel mit der Aufschrift Ernesti de Tenkelbg. ist zum Teil erhalten.
Regesten: Regesten der Erzbischöfe von Mainz 2,1, S. 257 Nr. 1151; Wenck, Hessische Landesgeschichte 2, S. 398 Anm.
Regest
Die Ritter Raben von Kanstein (Kaynsteyn) der Alte und Otto von Falkenberg und die Edelknechte (wepenere) Ernst von Dinkelberg (Tynkelborg), Konrad von Osdagssen und Osprecht Veckir beurkunden folgendes, das sie beschworen haben: Raben, Otto und Osprecht waren in der Trendelburg Amtleute des Landgrafen von Hessen, Ernst war dort Amtmann seines Herrn von Paderborn, Konrad Amtmann des Grafen von Waldeck, der damals die Trendelburg als hessische Pfandschaft innehatte. Sie hatten, solange sie im Amte waren, die Trendelburg, den Reinhardwald (Reynhartiswalt), die Dörfer und die Gerichte, die zu der Trendelburg, dem Walde und der Herrschaft daselbst gehörten, in Besitz und in ungestörter Nutznießung; nur Konrad hatte mit dem Wald nichts zu schaffen, sondern hatte die Trendelburg mit den Dörfern und Gerichten inne. Raben erklärt, daß Herr Arnold von Habechsforte, sein Schwiegervater (swer), und er selbst die Trendelburg mit dem Reinhardswalde, den Dörfern und Gerichten innehatten, bis die Leute des Erzbischofs (dy Menczischin) Schöneberg (Schon-) erwarben und mit Gewalt von dem Walde Besitz ergriffen und sie nötigten, den Wald ihrem Herrn von Hessen wieder auszuantworten; sie beide nahmen statt dessen Gülten, behielten aber die Trendelburg mit Gerichten und den Dörfern, bis der Landgraf sie von ihnen löste. Heinrich, Pfarrer zu Eberschütz (Ebirschucze), dazumal Schreiber zu Trendelburg, Ludwig und Heinrich von Uffeln (Ufiln), Edelknechte, Konrad von Udenhausen (-hosin) (und?) Hermann Kote, (beide?) Bürger (burge) zu Grebenstein (-bin-), Hermann Polleman und Sudenborg, (beide) Bürger zu Immenhausen (-husin), bezeugen auf ihren Eid die Richtigkeit der Aussagen, wie sie das auch mit den Ausstellern und diese mit ihnen am Tage dieser Beurkundung zu Haldessen (Halsen) beschworen haben in Gegenwart vieler Leute von Mainzer, Paderborner und hessischer Seite. Die Aussteller siegeln, zugleich für die vorgenannten Zeugen.
1359 an dem fritage in der ostirwochen.
Nachweise

Weitere Personen

Kanstein, Rabe [I.] von · Falkenberg, Otto [III.] von · Dinkelberg, Ernst von, Edelknecht · Osdagssen, Konrad von, Edelknecht · Veckir, Osprecht, Edelknecht · Habechsforte, Arnold von · Heinrich, Pfarrer in Eberschütz · Uffeln, Ludwig von · Uffeln, Heinrich [I.] von · Udenhausen, Konrad von · Kothe, Hermann [I.] · Polleman, Hermann, Bürger in Immenhausen · Sudenborg, Bürger in Immenhausen

Weitere Orte

Trendelburg, Burg · Paderborn · Waldeck, Grafen · Reinhardswald · Mainz, Erzbischöfe · Schöneberg · Eberschütz, Pfarrer · Grebenstein, Bürger · Immenhausen, Bürger · Haldessen

Sachbegriffe

Ritter · Edelknechte · Amtmänner · Amtleute · Grafen · Pfandschaften · Dörfer · Gerichte · Schwiegerväter · Besitzstreitigkeiten · Erzbischöfe · Giebete, Erwerb von · Pfarrer · Gülten, unrechtmäßige Aneignung · Schreiber · Bürger

Textgrundlage

Stückangaben, Regest

Reg. Erzb. Mainz 2.1

Zitierweise
Landgrafen-Regesten online Nr. 10955 <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/lgr/id/10955> (Stand: 19.05.2019)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde