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Ergebnisse der Preußischen Landtagswahl in Hessen-Nassau, 7. Dezember 1924

Zeitgleich mit den Reichstagswahlen finden in der Provinz Hessen-Nassau auch die Wahlen zum Preußischen Landtag statt. Stärkste Kraft wird erneut die SPD, die neun der 26 in diesem Wahlkreis zu vergebenden Mandate erringt, gefolgt von den Deutschnationalen und der Zentrumspartei, die jeweils fünf Mandate auf sich verbuchen können. Die Wahlbeteiligung liegt mit 75,6 Prozent etwas unter dem Landesdurchschnitt von 77,1 Prozent. Die Ergebnisse im Einzelnen:

Sozialdemokratische Partei 366.564 Stimmen (31,9 Prozent; neun Mandate)

Deutschnationale Volkspartei 213.941 Stimmen (18,6 Prozent; fünf Mandate)

Zentrum 200.763 Stimmen (17,5 Prozent; fünf Mandate)

Kommunistische Partei 63.772 Stimmen (5,6 Prozent; zwei Mandate)

Deutsche Volkspartei 144.974 Stimmen (12,6 Prozent; drei Mandate)

Nationalsozialistische Freiheitsbewegung 27.664 Stimmen (2,4 Prozent)

Deutsche Demokratische Partei 97.139 Stimmen (8,8 Prozent; zwei Mandate)

Wirtschaftspartei des deutschen Mittelstandes 26.375 Stimmen (2,3 Prozent)

Großdeutsch-Hessischer Bund 1.308 Stimmen (0,1 Prozent)

Unabhängige Sozialdemokratische Partei 5.371 Stimmen (0,5 Prozent)1

Im Vergleich zu den Gesamtergebnissen im Freistaat Preußen schneiden die Sozialdemokratien in Hessen-Nassau deutlich besser ab (sieben Prozentpunkte mehr), die Zentrumspartei liegt 10,1 Prozentpunkte hinter ihrem Landesergebnis und die DNVP erzielt 5,5 Prozentpunkte weniger. Das Ergebnis der Nationalsozialisten spiegelt fast genau das Landesergebnis wider, wo sie 2,5 Prozent der Stimmen errangen.

Im Wahlkreis 19 (Hessen-Nassau) gewählte Abgeordnete (in alphabetischer Ordnung):

Georg Christian (1867–1936; Landwirt; Unterliederbach; DNVP)

Lina Ege (1879–1971; k. A.; Frankfurt am Main; SPD)

Joseph Fink (1868–1940; Schreinermeister; Wiesbaden; Zentrumspartei)

Emil Goll (1865–1939; Gastwirt; Frankfurt am Main; DDP)

Dr. Fritz Graß (1891–1956; Generalsekretär; Koblenz; Zentrumspartei)

Albert Grzesinski (1879–1947; Oberregierungsrat; Kassel; SPD)

Otto Haese (1874–1944; Gewerkschaftsbeamter; Wiesbaden; SPD)

Heinrich Justi (1876–1945; Landwirt; Lützelwig/Kreis Homberg; DNVP)

Franz Kaiser (1890–1988; Landwirt, 1. Vors. d. Junglandbund. Hessen, 2. Vors. d. Reichsjunglandbundes; Holzhausen/Kreis Kirchhain; DVP)

Karl Kraft (1874–1952; Bürgermeister; Nieste/Kreis Kassel; SPD)

Hans Marckwald (1874–1933; Chefredakteur; Frankfurt am Main; SPD)

Eduard Martell (1861–1941; Konrektor; Frankfurt am Main; DNVP)

Oskar Müller (1896–1970; Bankangestellter; Frankfurt am Main; KPD)

Karl Rehbein (1885–1956; Gewerkschaftsangestellter; Hanau; KPD)

Andreas Rhiel (1861–nach 1933; Amtsgerichtsrat; Fulda; Zentrumspartei)

Paul Röhle (1885–1958; Bezirksparteisekr.; Frankfurt am Main; SPD)

Karl Schmitt (Gewerkschaftssekr., Fulda; Zentrumspartei)

Wilhelm Schwarzhaupt (1871–1971; Stadtschulrat; Frankfurt am Main; DVP)

August Sonnenschein (1875–1951; Buchhändler; Marburg; DNVP)

Dr. Ferdinand Stemmler (1868–1939; Sanitätsrat; Bad Ems; Zentrumspartei)

Lothar Steuer (1893–1957; Landesgeschäftsführer; Kassel; DNVP)

Valentin Traudt (1864–1950; Lehrer; Kassel; SPD)

Richard Wick (1872–1955; Lagerverwalter; Oberursel (Taunus); SPD)

Werner Wickel (1880–1946; Lehrer; Helfrich i. T.; DDP)

Heinrich Wittich (1865–1943; Verw.-Beamter; Frankfurt am Main; Sozialdemokratische Partei)

Georg Wolff (1877–nach 1930; Reg.-Rat. a.D., Geschäftsführer des mitteldeutschen Braunk.-Synd.; Kassel; DVP)
(LV)


  1. Handbuch für den Preußischen Landtag 1925, Anhang.
Belege
Weiterführende Informationen
Empfohlene Zitierweise
„Ergebnisse der Preußischen Landtagswahl in Hessen-Nassau, 7. Dezember 1924“, in: Zeitgeschichte in Hessen <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/edb/id/5629> (Stand: 22.10.2020)
Ereignisse im November 1924 | Dezember 1924 | Januar 1925
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