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Hessische Biografie

Portrait

Familie Tischbein

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GND-Nummer

12361712X

Tischbein, Familie [ID = 2879]

Andere Namen | Wirken | Familie | Nachweise | Leben | Zitierweise
Nachweise

Literatur:

Leben

Die Entfaltung der Familie als bildende Künstler begann mit den Kindern des Hainaer Klosterbäckers Johann Heinrich Tischbein und seiner Ehefrau Susanne Margarethe Hinsing. Die Söhne waren:

Johann Conrad* Tischbein, 1712–1778, Hospitalschreiner und Kunsttischler in Haina

Johann Valentin Tischbein, 1715–1767, Hofmaler in Laubach

Johannes Tischbein, 1717–1757, Universitätsmechanikus in Marburg

Johann Anton Tischbein, 1720–1784, Maler in Hamburg

Johann Heinrich d.Ä. Tischbein, 1722–1789, Hofmaler und Professor in Kassel

Johann Jakob Tischbein, 1725–1791, Maler in Hamburg und Lübeck

Anton Wilhelm Tischbein, 1730–1804, Hofmaler in Hanau.

Die Töchter des Ehepaares Tischbein-Hinsing waren Christiane Louise Conradi, geb. Tischbein, 1714–1765, verheiratet I. 1738 mit dem Lehrer Johann Heinrich Geldmacher und verheiratet II. 1743 mit dem Lehrer Johann Jacob Conradi, und Louise Margarethe Strack, geb. Tischbein, 1727–1785, verheiratet mit dem Hainaer Hospitalbäcker Johann Heinrich Strack.

In der zweiten Generation wirkten in der Zeitspanne von ca. 1760 bis 1830 zunächst die Kinder des ältesten Bruders Johann Conrad Tischbein Johann Heinrich d.J. Tischbein, 1742–1808, Galerieinspektor in Kassel, Johann Heinrich Wilhelm Tischbein, 1751–1829, Akademiedirektor in Neapel, der Goethe-Porträtist und Heinrich Jakob Tischbein, 1760–1804, Maler in Frankfurt.

Die Schwestern dieser drei Brüder waren Louise Margarethe Unger, geb. Tischbein, verheiratet mit dem Schulmeister Johann Unger in Kirchlotheim, und Johanna Elisabeth Pforr, geb. Tischbein, 1755–1800, verheiratet mit dem Tiermaler Heinrich Jacob Pforr.

Von den Kindern des Laubacher Hofmalers Johann Valentin Tischbein sind zu nennen: Ludwig Philipp Tischbein, 1744–1806, Architekt in St. Petersburg, Johann Friedrich August Tischbein, 1750–1812, Hofmaler in Arolsen, Akademiedirektor in Leipzig, und Henriette Louise Tischbein, 1766–1840, Zeichnerin und Kunststickerin.

Die zwei Söhne des Marburger Universitätsmechanikus Johann Tischbein waren: Christian Anton Wilhelm Tischbein, 1751–1824, Maler, Architekt und Galeriedirektor in Oels, und Georg Heinrich Tischbein, 1755–1848, Kupferstecher in Bremen.

Catharina Dorothea Gertrud Tischbein, 1778–1860, Malerin, war das einzige Kind des Hamburger Malers Johann Anton Tischbein.

Die Kinder des Kasseler Hofmalers und Professors Johann Heinrich Tischbein d. Ä. waren Wilhelmine Caroline Amalie von Apell, geb. Tischbein (1757–1838), Miniatur-Malerin, verheiratet mit David von Apell (1754–1832) und Wilhelmine Ernestine Friederike Klingender, geb. Tischbein (1759–1820). Letztere heiratete 1780 in Kassel Jean Frederic Klingender (1747–1829) ein Prediger der französischen Gemeinden in Kassel, 1790 Professor am College Carolinum und 1829 Inspecteur der franzözisch-reformierten Kirchen in Hessen-Kassel

Johann Jakob Tischbein, Maler in Hamburg und Lübeck, hatte die folgenden Kinder: Sophie Margarethe Antonie Roentgen, geb. Tischbein, 1761–1826, Malerin, Magdalena Margarethe Strack, geb. Tischbein, 1763–1846, Blumenmalerin, und August Albrecht Christian Tischbein, 1768–1848, Maler und Lithograf in Rostock.

Zu den als Maler tätigen Tischbein-Enkeln gehören auch die Kinder der Louise Margarethe Strack: Anton Wilhelm Strack, 1758–1829, Professor und Hofmaler in Bückeburg, Ludwig Philipp Strack, 1761–1836, Hofmaler in Oldenburg, und Anton Heinrich Strack, 1764–1802, Maler, später Soldat.

Heinrich Wilhelm Tischbein, 1779–1856, Maler und Zeichenlehrer, Mitglied der Hanauer Zeichenakademie, war der Sohn des Hanauer Hofmalers Anton Wilhelm Tischbein.

Die dritte Generation der Künstler aus Haina umfasst neben den Tischbeins, Töchternachkommen in den Familien Unger, Pforr, Pinder, Strack und Werthmann.

Die Zeichnerin Caroline Wilken, geb. Tischbein, 1783–1843, die Malerin Elisabeth (Betty) Kunze, geb. Tischbein, 1787–1867, und Carl Wilhelm Tischbein, 1797–1855, Universitätszeichenlehrer in Bonn und Hofmaler in Bückeburg, waren Kinder des Leipziger Akademiedirektors Johann Friedrich August Tischbein.

Von dem Hochbergischen Baudirektor Christian Anton Wilhelm Tischbein stammen ab: Wilhelm Eduard Tischbein, 1791–1819, Zeichenlehrer, die Malerin Margarethe Christiane Bossel, geb. Tischbein, * 1797, und Eleonore Amalie Louise Reichel, geb. Tischbein, * 1800, Malerin in Braunschweig.

Kinder des Rostocker Lithografen August Albrecht Christian Tischbein waren der Werftbesitzer Johann Heinrich Albrecht Tischbein, 1803–1881, August Anton Tischbein, 1805–1867, Maler in Triest, und Paul Ludwig Philipp Wilhelm Tischbein, 1820–1874, Maler und Zeichenlehrer in Rostock.

Künstler und Kunstwissenschaftler, die über ihre Mutter zum Familiengeflecht gehören sind Christian Wilhelm Jacob Unger, 1742–1808, Hofmaler und Professor in Neustrelitz, der Maler Franz Pforr, 1788–1812, der Museumsdirektor in Kassel Dr. Eduard Pinder, 1836–1890, und der Kunsthistoriker Professor Wilhelm Pinder, 1878-1947.

Johann Heinrich Geldmacher oder Johann Wilhelm Geldmacher, 1738 bzw. 1741–1780?, waren als Maler Schüler ihrer Onkel, auch Johann Carl Friedrich Roentgen, 1785–1842, wurde Maler in Berlin.

In der Familie Strack waren Johann Heinrich Strack, 1805–1880, Oberhofbaurat in Berlin und Archithekt des “Kaisers”, Helene Strack, 1798–1853, Blumenmalerin in Oldenburg, Ludwig Strack, 1806–1871, Porträtmaler in Oldenburg. Heinrich Starck, 1810-1904, wurde Oberbaurat in Oldenburg und sein Sohn Heinrich Strack, 1841-1912, war Professor an der Technischen Hochschule Charlottenburg.

Auch der Bildhauer Friedrich Werthmann, * 1927, stammt über die Familien Schröder und Birkenhauer von Helene Maria Christiana Conradi, geb. Tischbein, ab.

Lupold von Lehsten

Zitierweise
„Tischbein, Familie“, in: Hessische Biografie <https://www.lagis-hessen.de/pnd/12361712X> (Stand: 23.9.2020)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde