Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Hessische Biografie

Weitsch, Friedrich Georg [ID = 15610]

* 8.8.1758 Braunschweig, † 30.5.1828 Berlin
Maler, Radierer, Grafiker, Miniaturmaler
Andere Namen | Wirken | Familie | Nachweise | Leben | Zitierweise
Andere Namen

Weitere Namen:

  • Weitsch, Friedrich
  • Weitsch, Friedrich Georg Matthias
  • Weitsch, Fr.
  • Weitsch, F. G.
Wirken

Werdegang:

  • bis 1774 Besuch der Schule in Braunschweig
  • anschließend Malerlehre bei seinem Vater
  • 1776 durch Veranlassung Wilhelm Tischbeins nach Kassel zur Akademie geschickt
  • 1776-1783 Studium an der Kasseler Kunstakademie, dort Schüler der Kopisten Potter und Phil Roos
  • verzierte Teller und Tischplatten als Nebenverdienst während und nach seinem Studium in der Stobwasserschen Lackierfabrik in Braunschweig
  • möglicherweise Arbeit für die Fürstenberger Porzellanfabrik
  • 1780 als Porträtmaler tätig, Studium der Porträts der Salzdahlumer Galerie
  • 1783 Studium an der Düsseldorfer Akademie, Kontakt zu u.a. Director Krahe, kopierte Werke nach Potter und Roos, genannt Rosa da Tivoli
  • 1784 Reise nach Amsterdam, Treffen mit seinem Vater und Bruder in Holland, Bekanntschaft mit dem Stadtbildhauer Ziesenis, daraufhin Rückkehr mit seinem Bruder nach Düsseldorf
  • Herbst 1784 Reise mit seinem Bruder Friedrich durch Italien
  • 15.12.1784 Aufenthalt in Rom, Bekanntschaft mit dem Sohn Krahe und dem Bildhauer Trippel
  • 1786 Aufenthalt der Brüder in Neapel
  • 1787 Aufenthalt beider für neun Monate in Florenz, Anfertigung einer Kopie von Rafael's Madonna della Sedia
  • Rückkehr nach Braunschweig über München, Wien, Prag und Dresden
  • 1787 in Braunschweig zum Hofmaler ernannt
  • 1788 Anfertigung von Kopien verschiedener Fürstenbilder von Anton Graff und Gemälden von Familienmitgliedern für Herzog Karl Wilhelm Ferdinand
  • 1790 Aufenthalt in Hamburg für neun Monate
  • 1794 Sendung seiner Bilder zur Berliner Kunstausstellung und anschließend Ernennung zum Mitglied der Akademie
  • 24.8.1794 Heirat mit Christiane Elisabeth Schröder in Salzdahlum, aus der Ehe gingen keine Kinder hervor
  • 1795 Reise nach Berlin und Entgegennahme von Aufträgen des Ministers von Heynitz und des Kronprinzen, anschließende Rückkehr nach Braunschweig
  • 1798 zusammen mit seinem Bruder Bewerbung auf die Pension des verstorbenen Hofmalers Oest, die jedoch abgelehnt wurde
  • 1798 als Hofmaler, Rektor und Lehrer nach Berlin an die Akademie berufen
  • 11.1799 Umzug nach Berlin
  • Entwarf einige musikalische Kompositionen
  • 1807 Aufenthalt in Stettin (Polen) und Anfertigung mehrerer Portraits der Generale im Auftrag von Marschall Soult
  • 30.5.1828 Sterben durch Entkräftung

Funktion:

  • Braunschweig, Hofmaler, 1787
  • Berlin, Mitglied der Akademie, 1794
  • Berlin, Hofmaler, 1798
  • Berlin, Zeichenakademie, Rektor und Lehrer, 1798

Netzwerk:

  • Herzog zu Braunschweig und Lüneburg, Karl Wilhelm Ferdinand <Bekannter>, *1735 Wolfenbüttel
  • Heynitz, Friedrich Anton von <Bekannter>, *14.5.1725, †15.5.1802, Bergwerkminister
  • Krahe, Lambert <Bekannter>, * 1712 Düsseldorf, † 1790 daselbst, Historienmaler und erster Direktor der Düsseldorfer Akademie
  • Tischbein, Anton Wilhelm <Lehrer>, * 1.3.1730 Haina, † 1.11.1804 Hanau Künstler, Maler
  • Trippel, Alexander <Bekannter>, *1744, Bildhauer
  • Ziesenis, Anton <Bekannter>, *1731 Hannover, Bildhauer

Werke:

  • Johann Friedrich Häseler - Kupferstich, gestochen von Friedrich Grögory, gemalt und entworfen von Weitsch (1760-1788)
  • Titelvignette: Zachariäs Tayti - Kupferstich, entworfen von Weitsch, gestochen von Daniel Nikolaus Chodowiecki (1777)
  • Drei Schweine - Kupferstich, gezeichnet von Weitsch (1778-1828)
  • Friedrich der Große (1780)
  • Prinz Ferdinand von Braunschweig-Wolfenbüttel (1781)
  • Archäologe Alois Hirt (1785) (Fürstlich Fürstenbergische Gemeinde-Sammlung Donaueschingen)
  • Abt Joh. Friedrich Wilhelm Jerusalem (1789) (Gleimhaus Halberstadt)
  • Die Prinzessinnen Luise und Friederike bekränzen die Büste Friedrich Willi. II. (1793) (Schloss Charlottenburg; Tafelabbildung in: Hohenzollern-Jahrbuch, 1905, geg. p. 108)
  • J. G. Schadow und Frau, Gegenstücke (1795) (Nationalgalerie Berlin)
  • Staatskanzler von Hardenberg (1795) (Schloß Neuhardenberg)
  • Sitzender Mann mit Hund (1796) (Schloß Wolfsburg, Kreis Gardelegen)
  • Bildnis des Vaters des Künstlers (1797) (Herzog-Anton-Ulrich-Museum Braunschweig; hier noch ein 2. [undatiertes.] Bildnis des Vaters)
  • Unbekannter Schriftsteller (1799) (Deutsches Museum Berlin)
  • Friedrich Wilhelm III. und Gemahlin im Charlottenburger Park (1799) (Schloß Charlottenburg)
  • Philosoph Friedrich Heinrich Jacobi (1799) (Städtische Sammlungen Düsseldorf)
  • Maler Carl Bach (1799) (Schlesisches Museum Breslau)
  • Kupferstecher Joh. Jos. Freidhoff (um 1800) (Nationalgalerie Berlin)
  • Verherrlichung des Preußischen Königshauses - Kupferstich, gezeichnet von Weitsch (1800)
  • Die Kinder des Bankiers Bendemann (1802) (Stadt Berlin)
  • Geh. Rat Mölter (1803) (Nationalgalerie Berlin)
  • Der Tod der Borminna (1804)
  • Kaufmann Lutze und Frau (1805) (Dr. Lutze- Stralsund)
  • Alex. y. Humboldt (1806) (Bildnis-Sammlung der Nationalgalerie Berlin [Taf.-Abb. in Führer, 1913])
  • Friedrich der Einzige und Paul Petrowitz - Kupferstich, entworfen und gezeichnet von Weitsch, gestochen von Daniel Berger (1806)
  • Bildnis Alexander von Humboldt (1806)
  • Marschall Soult (1808)
  • Generalstabs-Chirurg Dr. Goercke (1811) (Militärärztliche Akademie Berlin)
  • Kaufuz. Bergemann (1811) (Stettin)
  • Frau Prof. Rudolphi (1813) (Museum Wuppertal- Elberfeld)
  • Dichter Tiedge (1817) (Kunsthalle Hamburg)
  • Stadtverordnetenvorsteher Humbert (1819) (Stadt Berlin)

Lebensorte:

  • Braunschweig, Berlin, Kassel, Düsseldorf, Rom, Amsterdam
Familie

Vater:

Weitsch, Pascha Johann Friedrich, GND, 1723-1809, Maler

Partner:

  • Schröder, Christiane Elisabeth, Tochter des fürstlichen Hausverwalters Schröder, Heirat am 24.8.1794 in Salzdahlum

Verwandte:

  • Weitsch, Friedrich <Bruder>, Reise mit Friedrich Georg Weitsch durch Italien
Nachweise

Literatur:

Leben

"Die künstlerische Thätigkeit Weitsch’s, der zu seiner Zeit in hohem Ansehen stand, war ebenso fruchtbar wie vielseitig. Er malte geschichtliche Bilder und Schlachtenstücke, Landschaften – so nach einer Skizze A. v. Humboldt’s den Chimborasso –, Porträts in sehr großer Zahl, gelegentlich auch religiöse Bilder. So verehrte er, dem edlen Vorbilde seines Vaters folgend, 1825 eine Verkündigung der Hirten der Andreaskirche zu Braunschweig „dankbar seiner theuren Aeltern und der glücklichen Jugendzeit in dieser Gemeinde gedenkend“. Viele seiner Werke sind bei Füßli und Nagler a. a. O. aufgeführt, bei letzterem auch manche nach seinen Bildern angefertigte Stiche. Es gibt von W. auch ein paar Radirungen aus dem Jahre 1819, darunter ein kleines Selbstbildniß. Auch Buchhorn hat ein kleines Brustbild von ihm radirt." (zitiert von Allgemeine Deutsche Biographie, S. 630)

Zitierweise
„Weitsch, Friedrich Georg“, in: Hessische Biografie <https://www.lagis-hessen.de/pnd/119489694> (Stand: 4.4.2020)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde