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Die Hauptniederlassung der Darmstädter und Nationalbank in Darmstadt, Rheinstraße 22

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Das Logo der Danat-Bank, 1925

Zusammenschluss der Darmstädter Bank mit der Berliner Nationalbank, 30. August 1922

Die 1852 in Darmstadt als Bank für Handel und Industrie begründete Darmstädter Bank für Handel und Industrie (kurz: Darmstädter Bank) fusioniert mit der Berliner Nationalbank für Deutschland AG zur Darmstädter und Nationalbank KG a. A. (Danat-Bank), nachdem beide Banken bereits 1920/21 als „Bankengemeinschaft Darmstädter-Nationalbank Berlin“ zusammengearbeitet und eine gegenseitige Garantie für Kapital und Reserven in Höhe von über einer Milliarde Mark übernommen hatten.

Das Darmstädter Institut war von dem rheinischen Unternehmer Gustav von Mevissen (1815–1899) und dem Kölner Bankier Abraham Oppenheim (1804–1878) nach dem Vorbild der französischen Sociéte Générale de Crédit Mobilier als Aktiengesellschaft mit einem Grundkapital von 25 Millionen Gulden ins Leben gerufen worden und erhielt als deutschlandweit zweites als (private) Universalbank ausgerichtetes Kreditinstitut auf Aktienbasis am 2. April 1853 die Konzession zum Betrieb des Bankgeschäfts (die erste war 1848 der zu seiner Rettung in eine AG umgewandelte A. Schaaffhausen’sche Bankverein, an dessen Sanierung sich Gustav Mevissen maßgeblich beteiligte).

Die Darmstädter Bank hatte bereits 1873 ihren Hauptsitz nach Berlin verlegt, nachdem dort bereits zwei Jahre vorher eine auswärtige Filiale errichtet worden war. Sukzessive erweiterte das Bankhaus die Reichweite seiner geschäftlichen Tätigkeiten durch weitere Filial-Ableger in Stettin (1900) und Hannover (1901) und durch die Bildung von Interessengemeinschaften mit anderen deutschen Banken, die in Regionen vertreten waren, die nicht zum eigenen Arbeitsgebiet gehörten.

Mit dem Zusammenschluss mit der Berliner Nationalbank, die ihrerseits 1920 bereits mit der 1871 gegründeten Bremer Deutschen Nationalbank zusammengeschlossen worden war und dabei ihre Rechtsform von der einer Aktiengesellschaft (AG) in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (KG a.A.) umwandelte, entsteht eine der größten Geschäftsbanken im Deutschen Reich. Die Ende der 1920er und zu Beginn der 1930er Jahre größenmäßig auf Platz zwei unter den deutschen Bankhäusern rangierende Danat-Bank wird am 13. Juli 1931 durch den Konkurs der Norddeutschen Wollkämmerei & Kammgarnspinnerei (Nordwolle) im niedersächsischen Delmenhorst zahlungsunfähig (Zahlungseinstellung bereits am 10. Juli 1931). Ihr Bankrott erschüttert das Vertrauen der deutschen Sparer und Anleger nachhaltig und löst eine Abhebe-Welle auf Konten fast aller anderen Kreditinstitute und damit die Deutsche Bankenkrise aus.
(KU)

Belege
Weiterführende Informationen
  • HeBIS Senft-Werner, Ingo: Erfolgsmodell aus Darmstadt: erste Aktienbank Deutschlands im April 1853 in Südhessen gegründet; Konkurrenz für Rothschild und Co, in: Darmstädter Echo: die unabhängige politische Tageszeitung Südhessens, 59. Jg. (2003), Nr. 77 (vom 01. 04.)
  • HeBIS Knips, Franz Lorenz: Entwicklung und Tätigkeit der Bank für Handel und Industrie, Leipzig 1912 (zugl.: Heidelberg, Phil. Diss. v. 24.10.1911)
  • Wikipedia: A. Schaaffhausen’scher Bankverein (abgerufen am 6.12.2012)
Hebis-Klassifikation
Hess.Bib. Klassifikation: 545610 ,Bank
Hebis-Schlagwort
Darmstadt ; Bank für Handel und Industrie
Empfohlene Zitierweise
„Zusammenschluss der Darmstädter Bank mit der Berliner Nationalbank, 30. August 1922“, in: Zeitgeschichte in Hessen <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/edb/id/563> (Stand: 19.3.2018)
Ereignisse im Juli 1922 | August 1922 | September 1922
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