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Hessische Biografie

Portrait

Heinrich Christoph Jussow
(1754–1825)

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Jussow, Heinrich Christoph [ID = 13065]

* 9.12.1754 Kassel, † 26.7.1825 Kassel
Architekt, Akademielehrer, Oberbaudirektor
Andere Namen | Wirken | Familie | Nachweise | Leben | Zitierweise
Wirken

Werdegang:

  • 1771/72 Besuch des Collegium Carolinum in Kassel
  • ab 1773 Studium der Rechtswissenschaften in Marburg und nach einjähriger Unterbrechung ab 1776 in Göttingen
  • Rückkehr nach Kassel und Tätigkeit beim landgräflichen Baudepartement
  • 1778-1781 Studium an der Kasseler Kunstakademie, dann Hilfslehrer unter Simon Louis du Ry
  • 1783-1785 als Stipendiat in Paris und Rom, 1786-1788 in England
  • 1788 in Kassel Anstellung als Bauinspektor
  • 1793 Ernennung zum Baudirektor durch Landgraf Wilhelm IX. und in Nachfolge Simon Louis du Rys 1799 zum Oberbaudirektor
  • 1799 auch an der Kasseler Kunstakademie Nachfolger du Rys als Professor und Direktor der Architekturabteilung

Studium:

  • Jura

Netzwerk:

Werke:

Familie

Vater:

Jussow, Johann Friedrich, 1701–1779, Oberbaumeister in Kassel

Nachweise

Literatur:

Leben

Heinrich Christoph Jussow wurde 1754 in Kassel als Sohn des Oberbaumeisters Johann Friedrich Jussow geboren. Ab 1771 besuchte er das Kasseler Collegium Carolinum und zeigte ein besonderes Interesse für den Mathematikunterricht bei Professor Matsko. Auf Wunsch der Eltern nahm Jussow 1773 ein Jurastudium in Marburg auf, das er 1775 in Göttingen fortsetzte, wo er sich nebenbei auch der Mathematik widmete. Durch eine Erkrankung der Eltern wurde Jussow 1778 zur Aufgabe des Studiums gezwungen. Er kehrte nach Kassel zurück und wurde auf ein Gesuch des Vaters hin im Oktober als Akzessist beim Bau-Departement angestellt. Zwei Jahre später erhielt er eine Stellung als Bauskribent beim Bauamt. Nach der am 21. September 1781 erfolgten Stiftung der Akademie der Baukunst schlug Simon Louis Du Ry Jussow als Hilfslehrer zur Ausbildung der Eleven vor. Aus diesem Jahr sind erste Zeichnungen von Jussow im Nachlaß enthalten (vgl. z.B. GS 6066 und GS 6005). Im Frühjahr 1783 bewarb Jussow sich um ein Stipendium, um seine Ausbildung durch einen Aufenthalt in Frankreich und Italien abzuschließen. Im Herbst brach er nach Paris auf, wo er Schüler von De Wailly wurde. Nach zweijährigem Parisaufenthalt reiste Jussow im Sommer 1785 nach Rom, um die antike Architektur aus eigener Anschauung kennenzulernen. Von Rom aus ersuchte er im März 1786 den Landgrafen um eine Verlängerung des Stipendiums, um einen einjährigen Englandaufenthalt anschließen zu können. Nach kurzem Aufenthalt in Kassel reiste Jussow nach England, von wo aus er im Dezember 1787 nach Kassel zurückkehrte. Nach Auskunft der schriftlichen Quellen sollte Jussow in England vor allem Gärten sowie „die englischen Bauarten“ kennenlernen. Da sich aus dieser Zeit keine Zeichnungen im Nachlaß erhalten haben, ist bisher unklar, was sich Jussow in England genau angesehen hat. Nach seiner Rückkehr nach Kassel wird Jussow von Wilhelm IX. zum Bauinspekteur ernannt und zur Mitarbeit an dem „Bauwesen zu Weissenstein“ herangezogen. Im Mai 1794 erfolgte seine Ernennung zum Baudirektor und nach dem Tod Du Rys zum Oberbaudirektor und Oberkammerrat. Weiter folgte Jussow Du Ry an der Akademie als Professor und Direktor der Bauakademie nach. Während des Königreichs Westphalen verlor Jussow seine Position als oberster Architekt des Hofes und diente als Generalinspekteur für Brücken, Chausseen und öffentliche Gebäude. Nach der Rückkehr des Kurfürsten 1813 kehrte er wieder in sein Amt zurück. Daß Wilhelm I. Jussow mit dem Neubau des Kasseler Residenzschlosses, der Chattenburg, beauftragte, bezeugt die fortwährende Wertschätzung, die er ihm entgegenbrachte.

(Text übernommen aus Bestandskatalog der Architekturzeichnungen des 17.–20. Jahrhunderts in der Graphischen Sammlung der Museumslandschaft Hessen Kassel; URL: http://architekturzeichnungen.museum-kassel.de/0/32862)

Zitierweise
„Jussow, Heinrich Christoph“, in: Hessische Biografie <https://www.lagis-hessen.de/pnd/1023805871> (Stand: 20.4.2021)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde