| ID | 843 |
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| Anschrift heute | Ferdinandstraße 7, Hauptgebäude |
| Anschrift historisch | Ferdinandstraße 5/7, Wohnhaus No. 7 (1907); Ferdinandstraße 5 |
| Typ | Hauptgebäude |
| Lage anzeigen | |
| Kunstgeschichtliche Bewertung | städtebaulich und architektonisch qualitätsvolle Bauten bis 1918 |
| Baubeschreibung | Wohl in einem Zug errichtet wurden die Häuser Nr. 5 und 7, die stilistisch noch in die 1870er Jahre passen und definitiv nach 1874 entstanden sind, denn auf dem Katasterplan von 1871/74 sind sie noch nicht verzeichnet. Sie bilden eine architektonische Einheit, die heute durch unterschiedliche Farbfassungen verschleiert wird. Der Stil zeigt sich hier von einer italianisierenden Neorenaissance geprägt, was besonders in den Dekorationen der Hausecke von Nr. 7 deutlich wird. Über einem hohen, rustizierten Souterraingeschoss erhebt sich ein von Rustika gefasstes Hochparterre, darüber sitzt die Beletage mit Balkonen. Die Balusterbrüstungen werden als Motiv auch unter den Fenstern aufgegriffen. Bis in die Beletage zeigen beide Gebäude fast dieselbe Fassadengestaltung. Die Eigenständigkeit der Nr. 5 erweist sich aber in der Betonung der Mitte durch einen zweiachsigen Risalit und den Abschluss durch ein Mezzanin. Davon setzt sich die Nr. 7 korrespondierend zum ansteigenden Straßenverlauf ab, indem sie um ein Vollgeschoss höher aufgeführt ist. Damit wird die Ecke zum Ferdinandsplatz klar akzentuiert. Die Fenster des dritten Geschosses ruhen mit ihren Brüstungsfeldern auf dem Abschlussgesims der Beletage beider Gebäude. Die Fassadenstruktur zeigt eine fein abgestufte Differenzierung und wird mit zunehmender Höhe leichter und eleganter, entsprechend der klassischen Architekturregeln. Die Ecke zum Ferdinandsplatz ist in zeitüblicher Weise durch eine schmale schräg gesetzte, einachsige Fassade betont, die wie ein um die Ecke geknickter Mittelteil mit Frontispiz wirkt. Giebel und ein Doppelbalkon mit Säulen in Kompositordnung zieren die abgeschrägte Ecke in repräsentativer Weise zur Kreuzung der Ferdinandstraße mit dem Platzraum. Nr. 5 zeigt noch das originale Türblatt im straßenseitigen Hauseingang, und auch Nr. 7 besitzt noch im rückwärtigen Treppenhausanbau die originale Eingangstüre der Erbauungszeit unter typischem Vordach. Teil des Anwesens ist ein Gitterzaun zum Ferdinandsplatz mit rustizierten Torpfeilern als Abschluss des Gartens. Wertung: Das Gebäudeensemble besetzt einen städtebaulich wichtigen Eckpunkt in der Straßen- und Platzanlage und akzentuiert die Kreuzungspunkte beider Räume in qualitätsvoller Weise. (Chr. Ottersbach) |
| Datum der Errichtung | zw. 1871/74 und 1879 |
| Erhalten | 1 |
| Denkmalschutz | |
| Grundbuch-Nummer | 19/916 (1907) |
| Parzellen-Nummer | Flurkartenblatt 18 Nr. 138/78 etc. |
| Vorschaubilder |
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| Datum der Aufnahme | 9. Juni 1907 |
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| Bezeichnung | Wohnhaus No. 7 |
| Stockwerke | 3.0 |
| Mansarde | ✓ |
| Bauart | massiv |
| Dachdeckung | Schiefer |
| Zustand | gut |
| Beschreibung | Anzahl der Stockwerke: dreigeschossig: Erdgeschoß, 1. Stock, 2. Stock; Mansarden. Kellergeschoß: 2 Küchen, 1 Zimmer, 2 Keller – Nutzwert jährlich 200 Mark (W) Erdgeschoß: 4 Zimmer – Nutzwert jährlich 850 Mark (W) 1. Stock: 4 Zimmer – Nutzwert jährlich 1050 Mark (W) 2. Stock: 4 Zimmer – Nutzwert jährlich 800 Mark (W) Dachgeschoß: 5 Mansarden – Nutzwert jährlich 300 Mark (W) |
| Taxierter Nutzwert | 3200 Mark entspricht Rang 328 von 468 (Typ = Hauptgebäude) |
| Bemerkungen | Gebäudebeschreibung der Gebäudesteuerverwaltung von 1907 ohne Grundskizze/Lageplanskizze. |
| Weitere Beschreibungen | Nach der 1907 vorliegenden bisherigen Gebäudesteuerrolle: Jahrgang der Einschätzung 1895/96 (damals zusammen mit dem Wohnhaus No. 5 als 1 Gebäude) Nr. und Lit. 256 a Jährlicher Nutzungswert 3572 Mark |
| Pläne | Lageplan (undatiert, zwischen 1874 und 1879) Lageplan (3.2.1879) Fassadenansicht (undatiert, [1877]) Fassadenansicht (Feb. 1877) Teil einer Fassadenansicht (undatiert, [1877]) Grundrisse Keller und Erdgeschoss (Feb. 1877) Fassadenansicht hinten (undatiert, [1877]) Grundriss 2. Stock und Schnitt (undatiert, [1877]) Außenansicht des Erdgeschosses (undatiert, [1877]) "Entwurf zu einer Entwässerungsanlage für Herrn L. Stemler" (18.1.1878) "Project zu einem Anbau an das Wohnhaus des Herrn Louis Stemmler" (Jan. 1879) „Plan zu einer Entwässerungs-Anlage für die Hofraithe des Herrn L. Stemler“ (30.3.1897) |
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| Weitere Gebäude im Lageplan | Ferdinandstraße 1 (Lagepläne, undatiert (zwischen 1874 und 1879) und 3.2.1879) Ferdinandstraße 3 (Lagepläne, undatiert (zwischen 1874 und 1879) und 3.2.1879) Ferdinandstraße 5 (Lagepläne, undatiert (zwischen 1874 und 1879) und 3.2.1879) |
| Sonstiges | Auf der Liegenschaft Ferdinandstraße 7 lasteten 1899 (1.) eine Hypothek in Höhe von 50.731,40 Mark verzinst zu 3 Prozent p. a. "zu Gunsten der Frau Professor Julius Fröhling Marie geb. Fischer" (aus Homburg v. d. H.), sowie (2.) eine Hypothek in Höhe von 80.000,00 Mark verzinst zu 3 3/4 Prozent p. a. "zu Gunsten der Frau Adam Opel Witwe Sophie geb. Scheller in Rüsselsheim a. Rh.". Hypothekennehmer war Heinrich Wilhelm Scheller (Bauunternehmer; Homburg v. d. H.). Vgl. Kontraktenbuch Bd. 9, 1897/1900, S. 504 f. |
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| Besitzer | Stemler, Louis (Lageplan, 3.2.1879) Stemler, L. (30.3.1897) Stemmler, Louis Karl (Privatier, Homburg v. d. H., 1907) |
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| Weitere Personen | Stemmler, M. (Witwe, Kurvillenbesitzerin, Homburg v. d. H., 1907) |
| Quellen | HHStAW Bestand 433 Nr. 21062 StA HG, S 01, Nr. A 145 StA HG, S 01, Nr. A 146 StA HG, S 02, Nr. A 240 StA HG, S 02, Nr. B 240 |
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