Anlage aus Maschinen-, Schlacht- und Stallgebäuden sowie Verwaltungs- und Restaurationsgebäude
Die ersten Pläne zur Errichtung eines Schlachthauses reichen bis in das 1833 zurück und stammen von Bauinspektor Jacob Westerfeld. Ein preußisches Gesetz von 1868 forderte dann den ausschließlich kommunalen Betrieb von Schlachthöfen und führte 1875 zur Einrichtung einer städtischen Kommission, die sich mit dieser Frage befasste. Da jedoch zu diesem Zeitpunkt die Standortfrage noch ungeklärt war und die Anlage der Kanalisation als dringlicher angesehen wurde, erfolgte der Baubeschluss erst 1884. Im Folgejahr erwarb die Stadt ein Areal in der Urseler Straße, doch die Interessenskonflikte waren derart groß, dass erst 1897 der erste Spatenstich erfolgen konnte. 1898 erfolgte der „Gemeindebeschluß betreffend des Schlachtzwanges in Homburg“ und ein Jahr später, 1899, konnte der Schlachthof seinen Betrieb aufnehmen. Er bestand aus einem Wohngebäude, einem Verwaltungs- und Restaurationsbau sowie aus Schlachthalle, Stall- und Maschinengebäuden. Anfänglich erregte der Schlachthof großes Interesse, zahlreiche städtische Delegationen, die ebenfalls Schlachthöfe errichten wollten, kamen zur Besichtigung. Dennoch war der Schlachthof keine rentable Einrichtung, da sich zahlreiche Homburger Metzger, Gastwirte und Hoteliers auswärts eindeckten. Bereits als zu Beginn des 20. Jahrhunderts Arbeitersiedlungen an der neu angelegten Feldbergstraße entstanden, kam zu ersten Beschwerden über Geruchsbelästigungen. Dennoch folgten 1925 und 1960 Modernisierungen und Erweiterungen, um den steigenden Hygienestandards Rechnung zu tragen. 1982 wurde er geschlossen und seine Gebäude abgebrochen.
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Baeumerth, Fremde S. 149
Grosche, Geschichte 3 S. 374-380
Rowedder, Denkmaltopographie S. 132
Schumacher, Schlachthof
„Schlachthof, Urseler Straße 22“, in: Orte der Kur <https://www.lagis-hessen.de/de/odk/record/id/1074> (aufgerufen am 14.05.2026)