Die Hutfabrik Möckel entwickelte sich Anfang des 19. Jahrhunderts, als sich das traditionelle Textilgewerbe zu spezialisieren begann, aus einem Handwerksbetrieb. Bei ihrer Gründung 1806 beschäftigte der Inhaber gerade einmal sechs Hilfskräfte. Doch wuchs das Unternehmen seit 1846 kontinuierlich auf zunächst 60, später auf 120 Beschäftigte an. Bekanntestes Erzeugnis war der sogenannte „Homburg“, der um 1882 von Prinz Albert Edward von Wales, dem späteren britischen König Edward VII., in Auftrag gegeben worden war. Diese Hutform galt bald als Markenzeichen des eleganten Mannes und wurde über Standesgrenzen hinweg getragen. Der Fabrik, seit 1882 Hoflieferant des englischen Königshauses, gelang es damit, ihren prestigeträchtigen Kundenkreis zu erweitern. Noch 1912 expandierte Möckel und übernahm das Nachbarhaus Dorotheenstraße 10. Zwar überstand das Unternehmen den Ersten Weltkrieg relativ unbeschadet, doch die Weltwirtschaftkrise der 1920er Jahre sowie die sich ändernde Mode führten 1931 zur Schließung der Fabrik.
Nutzen Sie die nachfolgenden Links, um vergleichbare Beispiele in den Orten der Kur aufzurufen.
Baeumerth, Fremde S. 9
Brückl, Dorotheenstraße H. 7, S. 10, 13
Fechtner, Altes Bad Homburg S. 98
Rowedder, Denkmaltopographie S. 100
Walsh, Schornsteine S. 13-22
„Hutfabrik Möckel, Dorotheenstraße 8“, in: Orte der Kur <https://www.lagis-hessen.de/de/odk/record/id/1109> (aufgerufen am 11.05.2026)