Als Vorgängerbau des heutigen Landgrafenschlosses befand sich bereits im Mittelalter eine vermutlich um 1180 von den Herren von Hohenberg errichtete Burg. Gegen 1200 erwarben sie die Herren von Eppstein, deren Burgmannen – die Brendel von Homburg – die ursprünglich wohl recht einfache Anlage zu einem repräsentativen Steinbau erweitern ließen. Die Eppsteiner verkauften Homburg und 1504 fiel es an die Landgrafschaft Hessen, 1584 an Hessen-Darmstadt und in der Folge 1622 an Friedrich, den späteren ersten Landgrafen von Hessen-Homburg. Sein Sohn, Landgraf Friedrich II., ließ 1678-1686 den Burgbau von Baumeister Paul Andrich durch ein barockes Schloss ersetzen. Der „Weiße Turm“, der ehemalige Bergfried der Brendelburg im oberen Schlosshof, und der Palaskeller sind letzte Relikte der alten Anlage. Allerdings prägten auch Reste späterer Burgbauten und fortifikatorische Fragmente aus der in der frühen Neuzeit in Schüben ausgebauten und erneuerten Burg die Struktur und Anlage des neuen Schlosses. Schon früh hatte der Neubau unter Geldmangel zu leiden, großzügige Umbaupläne des Architekten Louis Remy de la Fosse aus den Jahren 1720 er Jahren blieben unausgeführt. Erst die großzügige Apanage der englischen Landgräfin Elizabeth, der Frau Landgraf Friedrichs VI., erlaubte umfangreiche Veränderungen, die ab 1820 in rund 20-jähriger Bauzeit von dem Darmstädter Baumeister Georg Moller geplant und ausgeführt wurden; darunter der spätklassizistische „Englische Flügel“ der 1820er Jahre und der in den 1830er Jahren überformte „Königsflügel“. Letzterer wurde nach 1866, als das Schloss sukzessive zur Sommerresidenz der preußischen Könige bzw. deutschen Kaiser wurde, zu großzügigen Appartements umgebaut.
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Bilder und Dokumente S. 17
Baeumerth, Fremde S. 223
Dehio, Hessen 2 S. 30
Junker-Mielke/Walsh, Gartenlandschaft S. 33-35
Ottersbach, Friedrichsburg
Rowedder, Denkmaltopographie S. 346-354
„Schloss (Landgrafenschloss), Orangeriegasse 1“, in: Orte der Kur <https://www.lagis-hessen.de/de/odk/record/id/1094> (aufgerufen am 14.05.2026)