Baumstück als Bezeichnung für ‚Baumfeld, -acker (Obst)baumanlage‘ ist ein sehr junges Wort; DWB 1 [I], 1195 bietet fast ausschließlich Goethesche Belege. Heute ist Baumstück außer in Hessen (SHessWb 1, 633) vor allem im Südwestdeutschen (BadWb 1, 130; PfälzWb l, 635; RheinWb l, 558) gebräuchlich, aber weder im Rheinland noch im Schwäbischen (SchwäbWb 1, 720). „,Baumstücker‘ sind Äcker, die unter den Obstbäumen noch andere Bestellung erfahren, indessen in Bangerten nur Obst gezogen wird“ (v. Pfister 338).
Die FlN beziehen sich auf entsprechende Anlagen; vgl. Bangert (→ Karte 21). Zum Vergleich sind die aus Baumacker und Baumfeld gebildeten FlN aufgenommen. Diese wohl ebenfalls jungen Wörter scheinen auch im Südwestdt. am gebräuchlichsten zu sein (SHessWb 1, 630f.; RheinWb 1, 556; PfälzWb 1, 630; SchwäbWb 1, 714).
Nicht aufgenommen sind einige Belege, in denen die Obstsorte mitgenannt ist, wie Kirschbaumstücker (5415b4 Löhnberg LIW, 5519b7 Rodheim a. d. Horloff GIE) oder „Birnbaumstück“ (5519b6 Steinheim GIE).
Aus: Hessischer Flurnamenatlas, Karte 22