Hessischer Flurnamenatlas [Fenster schließen]

Melm m. n.

1

Mit Melm, ahd. melm st.m. ,Staub‘ (Schützeichel 125), mhd. mëlm st.m., mëlme sw. m. ‚Staub, Sand‘ (Lexer 1, 2096), bezeichnet man in Hessen ,Staub‘, aber auch ‚beste Ackererde‘ (HNassWb 2, 310), ‚zermalmte feine Erde‘ (Crecelius 586). Das bei Vilmar 271 genannte Molme fem. ,Dammerde, humus‘ ist wohl eine über die osthessische Senkung /e/ > /a/ zu /o/ weitergeführte Nebenform zu Melm, dessen Genus auch im Wortgebrauch schwankte (Crecelius 587). Wie in Thüringen Melm, Malm in FlN ‚Sandböden‘, auch ‚lockeren, sandigen Lehmboden‘ bezeichnet (Hertel 162; ThürWb 4, 601), scheinen die hessischen FlN sich vornehmlich auf gute, lockere, ‚mulmige‘ Böden zu beziehen. Als Standardformen stehen Melm und schwach flektierendes Melmen nebeneinander.

2

Bei Melm- als BT kann im Einzelfall Vermengung mit Mühlen- eingetreten sein. Auszuschließen sind die auf die „Mülmisch“ (nördl. Melsungen rechts zur Fulda; vgl. Vilmar 271) bezogenen FlN.

Aus: Hessischer Flurnamenatlas, Karte 103

© Hessisches Flurnamenarchiv Gießen / Prof. Dr. Hans Ramge