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Jusdorff, Christoph Friedrich (ca. 1720 – 1782), Halberstadt

Name
Jusdorf, Johann Christoph Friedrich, der Alte
Geburtsjahr
1720
Geburtsort
Halberstadt
Konfession
lutherisch
Familienverhältnisse
Verheiratet. Zwei Söhne, zwei Töchter. Der Vater ist tot, die Mutter 70 Jahre alt. Drei Brüder, drei Schwestern (960: 147f).
Vermögen
keine Angabe
Musterung
22. März 1776 in Nimwegen (415-4: 4r)
Jahr der Ausreise
1776
Regiment
Regimentsstab; Leibkompanie Leibkompanie
Militärische Laufbahn
Seit März 1764 beim Regimentsstab. Gehört zum Stamm. Seit 1774 Leibkompanie, vorher 17 1/2 Jahre in holländischen und 10 1/2 Jahre in hannoverschen Diensten. Wird 1776 nach Kanada eingeschifft. Dort erst wieder am 25. April 1779 in Virginia erwähnt (415-4: 28v; 415-4b: 45r). Eine Zeitlang desertiert. Ende August 1781 in Reading in Pennsylvania zurück bei der Truppe (414-1: 65v, 125r; 414-1: 45r). Ein Jahr später entlassen ihn die Amerikaner seines Alters wegen aus der Gefangenschaft - er ist inzwischen 62 Jahre alt - und schicken ihn auf dem Wasserweg von Philadelphia nach New York (414-1: 68v; 415-4b: 71r; Heiler: Vaupel-Briefe 88). Gestorben am 20. August 1782 im Lazarett in Brooklyn (414-1: 64v, 71r; 414-2: 36v; 958: 148; 959: 78r; 961a: 4).
Familiäre Auswirkungen
Seiner Ehefrau Maria Anna in Hanau (Alt-Hanau; 18a: 799) weist er 1776 monatlich 4 Gulden an (12a: 490, 611, 720), die sie auch bis 1783 richtig erhält (13a: 46, 928; 14a: 848, 963; 14b: 1.911, 1.297, 1.345; 15a: 153, 897; 15b: 1.229, 2100; 16a: 786; 16b: 1.811; 18b: 2.755; 75-1777: 106, 109f, 135; 75-1778: 93, 157, 164). Keine Erlaßportion, weil sie und ihr Mann Ausländer sind (17a: 368; 18a: 140). Vor 1776 hatte ihr Mann bei herrschaftlichen Frühstücken und Spazierfahrten musiziert. 1782 reklamiert sie bei Hofe dafür noch ausstehende Zahlungen (18a: 601).
Sonstiges
Der Nachname wird auch Jusdorff, Justorff, Justorf geschrieben. Sein Sohn Georg dient ebenfalls als Soldat in Amerika.

Die hier dokumentierten Angaben basieren auf den Arbeiten des ehemaligen Frankfurter Stadtarchivars Dr. Joachim Fischer, der in den 1960er Jahren begonnen hatte, Daten und Informationen zu den Hanauischen Truppen im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg zu recherchieren und zusammenzustellen. Bevor er seine Forschungen abschließen konnte, starb er im Jahre 2003. Von den insgesamt 1.666 Personen-Datensätzen, die auf der Grundlage seiner Arbeiten im Auftrag der Historischen Kommission für Hessen von Dr. Stephan Schwenke bzw. Dr. Johannes Koenig elektronisch aufbereitet wurden, konnten fast 80 Prozent mit den im Rahmen des HETRINA-Projekts erfassten Soldaten der Hessen-Hanauischen Regimenter identifiziert werden. In den Fällen, in denen die Angaben für eine zweifelsfreie Identifizierung nicht ausreichen, wird ein entsprechender Hinweis gegeben.

© Hessisches Institut für Landesgeschichte