| ID | 83 |
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| Anschrift heute | Elisabethenstraße 37, Hauptgebäude |
| Häusernamen | Arrabins Zwiebackfabrik - Inh. Rousselet u. Co. Reinachscher Hof Zwieback-Fabrik Gustav Arrabin |
| Typ | Hauptgebäude |
| Lage anzeigen | |
| Kunstgeschichtliche Bewertung | neutral / nicht bewertet |
| Datum der Errichtung | vor 1864, 1884 (Verlegung der Zwiebackfabrik aus der Louisenstra |
| Grundbuch-Nummer | 30/1338 (1907, 1922, 1940) |
| Parzellen-Nummer | Flurkartenblatt 15 Nr. 120/38 |
| Siehe auch | |
| Nebengebäude | Elisabethenstraße 37, Hintergebäude |
| Vorschaubilder |
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| Datum der Aufnahme | 3. August 1907 |
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| Bezeichnung | Wohnhaus mit Hofraum |
| Stockwerke | 2.0 |
| Mansarde | ✓ |
| Bauart | Fachwerk |
| Dachdeckung | Ziegel |
| Zustand | gut |
| Beschreibung | Anzahl der Stockwerke: zweigeschossig: Erdgeschoß, 1. Stock; Mansardenstock; Keller- und Dachbodenräume. Erdgeschoß: 1 Laden, 1 Kontorzimmer, 1 heizbares Zimmer, 1 Backraum, 1 Küche, 1 Keller – Nutzwert jährlich 550 Mark (W) 1. Stock: 4 heizbare Zimmer, 1 Küche – Nutzwert jährlich 450 Mark (W) Mansardenstock: a) 2 heizbare Zimmer, 1 Küche, dazu 1 Keller; b) 2 Bodenkammern – Nutzwert a) und b) zusammen jährlich 150 Mark (W) |
| Taxierter Nutzwert | 1150 Mark entspricht Rang 119 von 468 (Typ = Hauptgebäude) |
| Brandkassenwert | 27800 Mark entspricht Rang 114 von 380 (Typ = Hauptgebäude) |
| Versicherer | |
| Nebengebäude 1907 | Hintergebäude, 2 Stockwerke, Bauart Fachwerk, Dach Ziegel, Zustand gut; Erdgeschoß: Backraum, 1 [Na?]gelzimmer; 1. Stock: 3 Maschinenräume, 4 Vorratszimmer; Mansardenstock: 3 Mehlkammern – Nutzwert des Gebäudes insgesamt jährlich 300 Mark (G; teilweise steuerfrei, deshalb nur unvollständig taxierter Nutzwert) |
| Bemerkungen | Bezeichnung in der Gebäudebeschreibung von 1907 mit der Litera (Buchstabe) a. Das Gebäudegrundstück wurde 1904 für [11000?/110000?] Mark verkauft. Bis mindestens 1907 wurden weitere, später der Anschrift Elisabethenstraße 37 zugezählte Gebäude im Besitz von A. Rousselet (Parzelle 178/39) unter der Anschrift 37 1/2 geführt, vgl. id#. In der Gebäudesteuerrolle blieb die Trennung in zwei getrennte Objekte (Gebäudesteuer-Nummern 360 und 361) erhalten. Die Zuordnung findet sich in eindeutiger Weise in einer Grundskizze, die für die Gebäudebeschreibung der Vermessungsverwaltung von 1950 angefertigt wurde. Spätestens 1940 mit den Gebäuden der vorherigen No. 37 1/2 (Parzelle 178/39) zusammengelegt zur gemeinsamen No. 37. Gebäudebeschreibung mit Lageplanskizze 1907: a Wohnhaus (in der Skizze unten); b Hintergebäude (in der Skizze oben). |
| Weitere Beschreibungen | Nach der 1907 vorliegenden bisherigen Gebäudesteuerrolle: Jahrgang der Einschätzung 1895/96 Nr. und Lit. 231 a Jährlicher Nutzungswert 825 Mark 1922 Veränderungsnachweisung: Anbau an das Hintergebäude, Grundskizze; 1940 (als No. 37 zus.mit der vorh. No. 37 1/2) Veränderungsnachweisung: weiterer Anbau an das Hintergebäude, Grundskizze; 1950 Gebäudebeschr.: 1 Neubau, versch. Bestimmungsveränderungen, 2 Abbrüche, Grundskizze. Gebäudebeschreibung mit Grundskizze 1922: in der Skizze von unten nach oben: a Wohnhaus; b Hintergebäude; Anbau 1923 (zur No. 37 1/2; rot schraffiert); Anbau 1940 (zur No. 37 1/2; rot schraffiert). Gebäudebeschreibung mit Grundskizze 1940: Gebäude des Grundstücks Elisabethenstr. 37 auf der Parzelle 120/38; Gebäude des Grundstücks Elisabethenstr. 37 1/2 auf der Parzelle 178/39. Gebäudebeschreibung mit Grundskizze 1950 (zusammen mit der früheren No. 37 1/2 als No. 37): Gebäude des Grundstücks Elisabtehenstr. 37 auf der Parzelle 120/38 [hier fälschlicherweise 120/39]: a Wohnhaus und b Hintergebäude; Gebäude des Grundstücks Elisabethenstr. 37 1/2 auf der Parzelle 178/39: c Fabrikgebäude an das Hintergebäude der Parz. 120/38; d Remise (1947 abgebrochen); e Wohnhaus und Lager (früher Wohnhaus); f Lager (früher Remise bzw. Autogaragen); g Lager (früher Stallgebäude); h Schuppen (früher große Remise). |
| Pläne | Lageplan, undatiert, vor 1864 Lageplan, 8. November 1871 (Errichtung des Hintergebäudes) Lageplan (13.10.1877), 2 Exemplare Lageplan, April 1907 (Errichtung der Wagenhallen) Bauplan des Haupthauses (Querschnitt, Erster Stock), 14. Mai 1861 Bauplan des Haupthauses (Vordere Ansicht, Zweiter Stock), 14. Mai 1861 Plan wegen Veränderung der Fassade, 16. Oktober 1871 Plan zu einer Ladeneinrichtung, 20. Dezember 1889 Zeichnung zu den Automobil-Garagen, April 1907 Plan wegen Umbau der vorhandenen Garagen, 14. März 1929 |
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| Weitere Gebäude im Lageplan | Elisabethenstraße 37 ½ (Lageplan, 13.10.1877) Elisabethenstraße 39 (unbebautes Grundstück, Lageplan, undatiert, vor 1864) Elisabethenstraße 39 (Lageplan, 13.10.1877) Elisabethenstraße 41 (unbebautes Grundstück, Lageplan, undatiert, vor 1864) Elisabethenstraße 43 (unbebautes Grundstück, Lageplan, undatiert, vor 1864) |
| Datum der Aufnahme | 15. Juni 1861 |
| Bauart | massiv |
| Beschreibung | Erdgeschoß (Gang, Cabinet, Wohnzimmer, Schlafzimmer, Abtritt, Wagenremise) Erstes Obergeschoß (Gang, Cabinet I, Cabinet II, Wohnzimmer I, Wohnzimmer II, Schlafzimmer I, Schlafzimmer II, Küche I, Küche II, Abtritt) |
| Bemerkungen | Der als Wagenremise bezeichnete Raum darf laut Dekret vom 15. Juni 1861 nur vorübergehend zu diesem Zweck verwendet werden und wird angeordnet, diesen später zu Wohnungen herzurichten. Weitere Beschreibungen: Errichtung eines Hintergebäudes, 1871 |
| Veränderungen am Bauwerk | Fassadenveränderung (1871) Erweiterung: Neubau von zwei Wagenhallen (Automobilhallen) (1907) Modernisierung Umbau einer Autogarage (1929) Modernisierung |
| Geschichte | Aus einem Schreiben des Alfred Rousselet vom 7. Februar 1929 an die Städtische Bauverwaltung geht hervor, daß der Umbau der Garagen notwendig wird, weil dieselben am 23. Januar durch ein Schadensfeuer in Mitleidenschaft gezogen wurden. Die Zwiebackfabrik der Familie Rousselet geht zurück auf den Bäcker Gustav Arrabin, der 1875 von Friedrichsdorf nach Homburg überwechselte und in der Louisenstraße eine Bäckerei eröffnete. 1884, knapp zehn Jahre nach ihrer Gründung wurde die Zwiebackfabrik aus der Louisenstraße in die Elisabethenstraße verlegt. Hier wurde gleichzeitig ein Verkaufslokal eröffnet. 1904 verkaufte Gustav Arrabin die Fabrik an Emilie Rousselet. Emilie Rousselets Sohn Alfred führte die Backwarenfabrik bis etwa 1945/46, im Anschluß ging das Unternehmen an seine Söhne Adolf und Wilhelm, die ihrerseits den Betrieb leiteten, bis "Arrabins Zwiebackfabrik" 1969 an den Dauerbackwarenhersteller Paul Wolf verkauft wurde. |
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| Sonstiges | Der Logiswirt Heinrich Gessner (Audenstraße 9) beschwert sich am 25. Juni 1895 zum wiederholten Male bei der Stadtverwaltung über "das Rauchen des Arrabinschen Bäckerei-Schornsteins". Er klagt, "daß die Belästigungen so arg seien, daß ihm seine Kurfremden ausgingen" und bittet um "sofortige Abhilfe". Auch die Verantwortlichen der Stadt sprechen in ihrer ausführlichen Antwort von "einem äußerst belästigenden Gewerbebetrieb" und ordnen umgehend verschiedene bauliche Veränderungen des Fabrikschornsteins an. |
| Sachbegriffe |
| Architekten | Holler, Christian |
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| Besitzer | Arabin, Elisabeth geb. Fuchs (1878, DM/GB) Arabin, Gustav (1878, DM/GB) Arrabin, Gustav (Bäckermeister, BA) Becker, Heinrich (1871, DM/GB) Becker, Heinrich (BA) Becker, Wilh. Ernst (1862, DM/GB) Becker, Wilhelm Ernst (Lageplan, undatiert, vor 1864) Becker, Wilhelm Ernst (BA) Rouhselet [Rousselet], Alfred (Bäcker, Fabrikant, Homburg v. d. H., 1907, DM/GB) |
| Weitere Personen | Arrabin, Gustav (Bäcker, 1878, 1886) Arrabin, Marie (Ladenmädchen, 1886) Becker, Peter Jacob (Nachbar, Lageplan, 13.10.1877) Göttelmann, Franz Joseph (Nachbar, Lageplan, undatiert, vor 1864) Kreh, Jacob (Kaufmann) Marx, Moritz (Nachbar, Lageplan, undatiert, vor 1864) Rousselet, Adolf Rousselet, Alfred (Fabrikant) Rousselet, Emilie Rousselet, Wilhelm Trinkmann, Louis (Nachbar, Lageplan, undatiert, vor 1864) Zahn, A. Wwe. (Nachbarin, Lageplan, 13.10.1877) |
| Beteiligte Firmen | Zimmergeschäft Karl Haller |
| Quellen | HHStAW Bestand 433 Nr. 21061 StA HG, A 03, Nr. 174 StA HG, A 03, Nr. 175 StA HG, S 02, Nr. 529 (A-1, A-2, A-3, A-4, A-5, A-6, A-7, A-10, A-12) StA HG, S 02, Nr. 529 (B-1, B-3) StA HG, S 01, Nr. A 121 StA HG, S 01, Nr. A 123 StA HG, S 01, Nr. A 124 |
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| Literatur | 1867-1927: Der Obertaunuskreis und seine Gemeinden, hrsg. aus Anlass des 60jährigen Bestehens des Kreises von der Kreisverwaltung in Bad Homburg v. d. H., Düsseldorf 1927, S. 162 [Die Zwiebackbäckerei] |