| ID | 372 |
|---|---|
| Anschrift heute | Kisseleffstraße 21, Hauptgebäude |
| Häusernamen | Villa Hansa "Landhaus" der Gräfin Kisseleff |
| Namen in Kurlisten | Haus Werling (1908-1911) Kurpension Villa Hansa (1914-1918) Maison Huff (1880-1899?) Villa Hansa (1912-1916) Villa v. Fransecky (1889) |
| Typ | Hauptgebäude |
| Lage anzeigen | |
| Kunstgeschichtliche Bewertung | städtebaulich und architektonisch qualitätsvolle Bauten bis 1918 |
| Baubeschreibung | Die Villa Hansa entstand 1865 für Felix Bower aus St. Clair durch Umbau eines älteren Hauses von 1841/43, das für die Gräfin Kisseleff errichtet worden war (Rowedder 2001, S. 259). Ein erneuter Umbau versah die Fassade zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit zierlichem Dekor in Louis-seize-Formen in Beletage und zweitem Obergeschoss. Das Erdgeschoss ist mit einer Bänderrustika deutlich als tragender Teil charakterisiert. Prägend sind die Eisenbalkone, die von Säulchen getragen werden und ein mit den Balkonen der beiden Nachbarhäuser identisches Eisengeländer besitzen. Der rechte Seitenteil mit der einstigen Toreinfahrt wurde risalitartig mit kannelierten dorischen Eckpilastern betont und durch einen barock geschwungenen Giebelaufsatz akzentuiert, dessen Feld eine Tafel mit der Aufschrift „Villa Hansa“ unter einem Blumenkorb ziert. Wertung: Das letzte in der Reihe der drei von der Gräfin Kisseleff errichteten Zeilenhäuser zeigt ebenso wie die anderen noch die ursprüngliche Grundgestaltung, aber auch die Veränderungen der Fassade im Laufe des 19. Jahrhunderts entsprechend dem sich wandelnden Zeitgeschmack. Die eisernen Balkone werden noch von den originalen Eisensäulen mit zierlichen Kapitellen getragen. (Chr. Ottersbach) |
| Datum der Errichtung | 1865 |
| Erhalten | 1 |
| Denkmalschutz | |
| Grundbuch-Nummer | 9/415 (1907) |
| Parzellen-Nummer | Flurkartenblatt 18 Nr. 3 |
| Lagerbuch-Nummer | Fol. 1834 Nr. 11 |
| Vorschaubilder |
|---|
| Datum der Aufnahme | 26. Juni 1907 |
|---|---|
| Bezeichnung | Wohnhaus mit Hofraum und Hausgarten |
| Stockwerke | 2.0 |
| Mansarde | ✓ |
| Bauart | massiv |
| Dachdeckung | Schiefer |
| Zustand | gut |
| Beschreibung | Anzahl der Stockwerke: zweigeschossig: Erdgeschoß, 1. Stock, Mansarden. Erdgeschoß: 6 heizbare Zimmer, dazu 1 Küche und Kellerräume – Nutzwert jährlich 1000 Mark (W) 1. Stock: 6 heizbare Zimmer , 1 nicht heizbare Kammer – Nutzwert jährlich 1100 Mark (W) Mansardenstock: 5 nicht heizbare Zimmer – Nutzwert jährlich 300 Mark (W) |
| Taxierter Nutzwert | 2400 Mark entspricht Rang 259 von 468 (Typ = Hauptgebäude) |
| Brandkassenwert | 28675 Mark entspricht Rang 119 von 380 (Typ = Hauptgebäude) |
| Versicherer | |
| Bemerkungen | Bemerkung in der Gebäudebeschreibung von 1907: "Wird in den Sommermonaten an Kurfremde vermietet und bringt nach Angabe mit Möbel ca. 2500 Mark ein." Das Gebäudegrundstück wurde 1906 für 72000 Mark verkauft. Gebäudebeschreibung der Gebäudesteuerverwaltung von 1907 ohne Grundskizze/Lageplanskizze. |
| Weitere Beschreibungen | Nach der 1907 vorliegenden bisherigen Gebäudesteuerrolle: Jahrgang der Einschätzung 1895/96 Nr. und Lit. 425 a Jährlicher Nutzungswert 1520 Mark |
| Eigentümerwechsel | 6.9.1894: Erbteilungsvertrag/Erbteilungsübereinkunft
Vorherige(r) Eigentümer: Fransecky, Bertha von geb. Germann (Witwe von Obristlieutenant von Fransecky; ohne Ortsangabe); Zabeler, Caroline Frau Obristlieutenant geb. von Fransecky (ohne Ortsangabe); Bach, [Vorname?] Herr Hauptmann a. D. (als Vormund von Frl. Wilhelmine von Fransecky); Schaffner, [Eugen] Polizeidirektor (als Gegenvormund von Frl. Wilhelmine von Fransecky) 29.5.1895: Kaufvertrag
Vorherige(r) Eigentümer: Fransecky, Bertha von geb. Germann (Witwe von Oberstlieutenant Otto von Fransecky; Homburg v. d. H.) Neue(r) Eigentümer: Huff, Georg (Tapezier; Homburg v. d. H.); Huff, Louise geb. Milassier (Ehefrau von Georg Huff; Homburg v. d. H.) |
|---|
| Geschichte | Nach Angaben von Grosche, Kaiserzeit (1986), S. 173, wurde das Wohnhaus 1843 im Auftrag der Gräfin Kisseleff als eines der "Vier Landhäuser" erbaut. Vgl. zum Baujahr gleichlautend Simon/Behrens, Bauten in deutschen Bädern (1988), S. 94. Von Juli 1947 bis Juni 1948 war das Haus Tagungsort der "Sonderstelle Geld und Kredit" des deutschen Wirtschaftsrates des Vereinigten Wirtschaftsgebietes ("Wirtschaftsrat der Bizone"), die unter dem Vorsitz des späteren Bundesministers für Wirtschaft und Bundeskanzlers Ludwig Erhard (1897-1977) parallel zu den Bemühungen alliierter Finanzexperten einen eigenen, deutschen Vorschlag zur Durchführung einer Währungsreform erarbeitete. |
|---|---|
| Sachbegriffe | Saisonvermietung · Fremdenverkehr und Gastronomie · Wohnraumvermietung · Immobilienmarkt |
| Besitzer | Bach, [Vorname?] Herr Hauptmann a. D. (als Vormund von Frl. Wilhelmine von Fransecky, KB 1894) Becker IV, Georg (1873) Bower, Felix (St. Clair, 1865) Fransecky, Bertha von geb. Germann (Witwe von Oberstlieutenant Otto von Fransecky, Homburg v. d. H., KB 1895) Fransecky, Bertha von geb. Germann (Witwe von Obristlieutenant von Fransecky, ohne Ortsangabe, KB 1894) Fransecky, Carl Otto von (Aschersleben, 1876) Fransecky, Gerda von geb. Germann (Oberstleutenant, 1894) Huff, Georg (1895) Huff, Georg (Tapezier, Homburg v. d. H., KB 1895) Huff, Louise geb. Milassier (Ehefrau von Georg Huff, Homburg v. d. H., KB 1895) Huff, Louise geb. Millassier (1895) Kisseleff, Sophie, Gräfin (1844) Schaffner, [Eugen] Polizeidirektor (als Gegenvormund von Frl. Wilhelmine von Fransecky, KB 1894) Werling, Wilhelm (Privatier, Logiswirt, Homburg v. d. H., 1907) Zabeler, Caroline Frau Obristlieutenant geb. von Fransecky (ohne Ortsangabe, KB 1894) |
|---|---|
| Weitere Personen | Branika, Gräfin Marie Angelika geb. Prinzessin Sapieha (Nachbar, KB 1895) Branika, Gräfin Marie Angelika (Nachbar, KB 1894) Fransecky, C. O. v. (Oberstleutnant a. D., 1878) Fransecky, Karl Otto von (Oberstleutnant z. D., 1886) Garnier, Leon (Nachbar, KB 1894) Garnier, Leon (Nachbar, KB 1895) Schmidt, Katharina (Magd, 1886) |
| Anzeigeoptionen |
|---|
| Quellen | HHStAW Bestand 433 Nr. 21064 StA HG, A 03, Nr. 9 l (Karton 390), S. 151-153 StA HG, A 03, Nr. 9 l (Karton 390), S. 277-278 |
|---|---|
| Literatur | Rowedder, Kulturdenkmäler in Hessen: Stadt Bad Homburg v. d. Höhe (2001) |