| ID | 1136 |
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| Anschrift heute | Kaiser-Friedrich-Promenade 93, Hauptgebäude |
| Namen in Kurlisten | Villa Clementine [?] Villa Czarina (1903-1914) Villa Nagel (1896-1900) |
| Typ | Hauptgebäude |
| Lage anzeigen | |
| Kunstgeschichtliche Bewertung | städtebaulich und architektonisch qualitätsvolle Bauten bis 1918 |
| Baubeschreibung | Das kubische, dreigeschossige Haus unter flachem Walmdach ist im Laufe der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden (Rowedder 2001, S. 239). Die Formen des Spätklassizismus und die Gliederung weisen auf Christian Holler als Architekten hin. Die Fassade zeigt sich reich durch Lisenen, ein abschließendes Band unter dem Zahnschnittfries des Traufgesimses und mit den Wandvorlagen verkröpfte rote Sandsteingesimse untergliedert. Die Fenster der Beletage sind durch Brüstungsfelder ausgezeichnet und werden von geraden Verdachungen auf hohen, schlanken Konsolen abgeschlossen, die aus den umlaufenden Gesimsen hervortreten. Die Senkrechte betonen zusätzlich über und unter den Feldern gemalte Arabeskenfelder, welche die axiale Gliederung der Fassaden unterstreichen. Sie sind offenbar nach Befund rekonstruiert. So entsteht eine raffinierte, sehr feindteilige Architektur, die dem Haus seinen vornehmen Charakter verleiht. Hervorragend überliefert ist die gusseiserne, filigrane Veranda vor den beiden Mittelachsen. Erhalten hat sich das Vordach vor dem rückwärtigen Eingang, das von einer zierlichen Gusseisenkonstruktion getragen wird. Wertung: Architektonisch qualitätsvolles und auch in den Details wie originalen Brüstungsgittern an den Fenstern hervorragend überliefertes Beispiel für die spätklassizistischen Kurvillen an der Promenade. Ausgezeichnet ablesbar ist auch die typische Vorgartensituation. Das reich verzierte Schmiedeeisentor der Einfahrt wird noch von den alten Sandsteinpfeilern gefasst. Die aufgesetzten Putten, welche die Künste symbolisieren, dürften eine spätere Zutat darstellen. Das Haus steht heute über einen eingeschossigen Verbindungsbau mit dem Nachbargebäude Nr. 95 in Verbindung. Er fügt sich mit seiner konsequent sprossierten Fensterfront dezent zwischen den beiden Gebäuden ein. (Chr. Ottersbach) |
| Datum der Errichtung | 2. Hälfte 19. Jahrhundert |
| Erhalten | 1 |
| Denkmalschutz | |
| Grundbuch-Nummer | 14/647 (1907) |
| Parzellen-Nummer | Flurkartenblatt 18 Nr. 59 |
| Vorschaubilder |
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| Datum der Aufnahme | 10. Juni 1907 |
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| Bezeichnung | Wohnhaus mit Hofraum und Hausgarten |
| Stockwerke | 3.0 |
| Mansarde | ✓ |
| Bauart | massiv |
| Dachdeckung | Schiefer |
| Zustand | gut |
| Beschreibung | Anzahl der Stockwerke: dreigeschossig: Erdgeschoß: 4 heizbare Zimmer, dazu 1 Küche und Keller – Nutzwert jährlich 850 Mark (W) 1. Stock: 4 heizbare Zimmer – Nutzwert jährlich 950 Mark (W) 2. Stock: 4 heizbare Zimmer – Nutzwert jährlich 800 Mark (W), dazu 4 Mansarden-Zimmer – Nutzwert jährlich 300 Mark (W) |
| Taxierter Nutzwert | 2900 Mark entspricht Rang 312 von 468 (Typ = Hauptgebäude) |
| Brandkassenwert | 32100 Mark entspricht Rang 145 von 380 (Typ = Hauptgebäude) |
| Versicherer | |
| Bemerkungen | Bemerkung in der Gebäudebeschreibung von 1907: "Wird in den Sommermonaten an Fremde vermietet und bringt nach Angabe ca. 3[000]-4000 Mark mit Möbel ein. Besitzerin bewohnt im Sommer 1 Zimmer und die Mansardenzimmer und [d. h. davon] ist der Mietwert mit ca. 2[00] bis 300 Mark anzunehmen." Gebäudebeschreibung der Gebäudesteuerverwaltung von 1907 ohne Grundskizze/Lageplanskizze. |
| Weitere Beschreibungen | Nach der 1907 vorliegenden bisherigen Gebäudesteuerrolle: Jahrgang der Einschätzung 1895/96 Nr. und Lit. 808 a Jährlicher Nutzungswert 1656 Mark |
| Sachbegriffe | Saisonvermietung · Fremdenverkehr und Gastronomie · Wohnraumvermietung · Immobilienmarkt |
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| Besitzer | Penner, Bertha geb. Schick (Ehefrau von Ferdinand Penner, Homburg v. d. H., 1907) Penner, Ferdinand (Privatier, Kurvillenbesitzer, Homburg v. d. H., 1907 |
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| Quellen | HHStAW Bestand 433 Nr. 21064 |
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