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Obergasse 6, Wohn- und Werkstattbau

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Basisdaten
ID

1931

Anschrift heute

Obergasse 6, Wohn- und Werkstattbau

Typ

Hauptgebäude

Lage anzeigen

Orthofoto
Liegenschaftskarte
ATKIS 1:10.000

Kunstgeschichtliche Bewertung

neutral / nicht bewertet

Erhalten

1

Parzellen-Nummer

Flurkartenblatt 12 Nr. 82/1

Nebengebäude

Obergasse 6, Lager- und Geschirrhalle hinten quer
Obergasse 6, Scheune hinten quer

Bauakten
Pläne

Lageplan über das Anwesen des Herrn Karl Schäfer, 8. Januar 1927

Plan zum Wohn- und Werkstattbau für Herrn Maurer Karl Schäfer, Februar 1927 (Hofansicht, Schnitt, Grundrisse des Keller-, Erd- und Ersten Obergeschosses sowie des Dachgeschosses)

Zeichnung zur Errichtung eines Vorbaues mit 2 Kellerräumen hierunter an der galvanischen Werkstatt des Herrn Willi Schäfer, 18. Mai 1936 (Hof-Ansicht, Schnitt A-B, Schnitt C-D, Grundrisse des Keller- und Erdgeschosses, Lageplan) [Zeichnung ist in doppelter Ausfertigung vorhanden]

Änderungszeichnung zum Bauschein Nr. 2055 vom 3. August 1936 für Herrn Karl Schäfer, 24. Januar 1937 (Hof-Ansicht, Schnitt, Grundrisse des Keller- und Erdgeschosses) [Zeichnung ist in doppelter Ausfertigung vorhanden]

Weitere Gebäude im Lageplan

Lageplan (1927):

Obergasse 2 [Christian Erny]

Obergasse 4 [Louis Deisel]

Obergasse 8 [Elektrizitätswerk Homburg v. d. H. AG]

Rathausstraße 17 [August Wagenhöfer]

Lageplan (1936):

Obergasse 2 [Christian Erny]

Obergasse 4 [Louis Deisel]

Obergasse 8 [Elektrizitätswerk Bad Homburg v. d. H. AG]

Rathausstraße 17 [August Wagenhöfer]

Bezeichnung

Wohn- und Werkstattbau

Bauart

siehe Feld "Bemerkungen"

Dachdeckung

siehe Feld "Bemerkungen"

Beschreibung

Aufteilung der Räume im Jahr 1927:

Kellergeschoss (Seitenflügel): Keller I, Keller II

Erdgeschoss (Seitenflügel): Küche, Zimmer

Erdgeschoss (Querbau): Eingang, Klosett I, Klosett II, Treppenaufgang, Werkstatt I, Werkstatt II, Lager

Erstes Obergeschoss (Seitenflügel): Treppenaufgang, Zimmer I, Zimmer II

Erstes Obergeschoss (Querbau): Gang, Klosett, Küche, Spülküche, Zimmer I, Zimmer II

Dachgeschoss: Bad, Abstellraum

Aufteilung der Räume im Jahr 1936:

Kellergeschoss (unter dem Vorbau): Keller, Kohlenkeller

Erdgeschoss (Vorbau): Vorraum zur Werkstatt

Erdgeschoss (Querbau): Klosett I, Klosett II, Bäderraum, Werkstatt I, Werkstatt II

Bemerkungen

In der "Baubeschreibung zum Wohn- und Werkstatt-Neubau des Herrn Maurers Karl Schäfer" vom 23. März 1927 heißt es u. a.: "An Stelle des baufälligen Seitengebäudes [...] soll der [...] Wohn- und Werkstattbau unter Benutzung der alten zu renovierenden Stadtmauer errichtet werden. Die Fundamente werden in Bruchsteinen, das aufgehende Mauerwerk in Ringofensteinen mit Kalkmörtel ausgeführt. [...]. Das Dach wird als Falzziegeldach bzw. Doppelpappdach ausgeführt. [...]. In den Werkstätten soll eine Vernickelungsanstalt betrieben werden. [...]. Beschäftigt werden zwei Mann. An Maschinen kommen zur Aufstellung: Zwei Schleifbänke, eine Dynamomaschine ½ P.S., ein Motor 4 P.S., ein Kupfer- und ein Nickelbad. Ein Klosett für den Werkstattbetrieb ist vorhanden."

Aus der "Baubeschreibung zum Baugesuch des Maurermeisters Karl Schäfer" aus dem Mai 1936 geht u. a. hervor, dass der Antragsteller "beabsichtigt, an seine bestehende Werkstatt einen Vorbau anzubauen sowie denselben zu unterkellern". Weiter wird ausgeführt: "Alles Mauerwerk über der Erde ist in Ringofensteinmauerwerk vorgesehen. [...]. Die Decke über den beiden Kellerräumen ist als Trägerdecke vorgesehen, deren Felder ausbetoniert werden. Hierbei bildet die Betondecke über dem Kohlenkeller zugleich das Dach, erhält demzufolge Gefälle und wird mit Ruberoid eingedeckt. [...]. Das zweiseitige flache Dach über dem Vorbau wird mit Rohglas zwischen T Eisensprossen ausgeführt. [...]. Damit die beiden Räume hinter dem Anbau möglichst viel Licht erhalten, sind große Fenster, die in Holz ausgeführt werden sollen, vorgesehen. [...]."

Veränderungen am Bauwerk

Errichtung des Wohn- und Werkstattbaues an Stelle abgebrochener Nebengebäude (1927)

Errichtung eines Vorbaues (1936/37)

Weitere Angaben
Geschichte

Auf dem Anwesen bestand mindestens seit dem Jahr 1936 eine galvanische Anstalt für Vernickelung, Versilberung und Verkupferung, in der damals insgesamt sieben Arbeitskräfte beschäftigt waren.

Sonstiges

Die Bauakte enthält auch ein Schreiben des Maurers Karl Schäfer vom 13. Dezember 1926 an die Bad Homburger Baupolizei, in welchem er um die Abbruchgenehmigung von Nebengebäuden nachsucht. Darin heißt es: "Der Unterzeichnete beabsichtigt, die in dem anliegenden Lageplan in gelb angelegten Nebengebäude seiner Hofreite Obergasse 6 [...] abzubrechen, da die Gebäude sich in einem sehr baufälligen Zustand befinden, die ein weiteres Benutzen zu Wohn- und sonstigen Zwecken nicht mehr gestatten. Es steht zu befürchten, dass die fraglichen Bauwerke bei Schneefall unter der Last zusammenbrechen." Der erwähnte Lageplan ist in der Akte allerdings nicht vorhanden.

Unter dem 14. Februar 1927 wendet sich der Bauherr abermals an die Städtische Baupolizei, um die Genehmigung für den geplanten Wohn- und Werkstattbau zu erhalten. Aus dem Schreiben geht hervor, dass "der jetzt dort bestehende Hinterbau" abgebrochen werden soll und derselbe "an der Rückwand auf die dort vorhandene Stadtmauer aufgebaut" ist, zu deren weiterer Unterhaltung sich der Antragsteller ausdrücklich verpflichtet.

Zu den Besitzverhältnissen der Stadtmauer in diesem Bereich äußert sich die Stadt in einer Stellungnahme vom 22. Februar 1927 wie folgt: "Durch Nachfrage beim Katasteramt wurde festgestellt, daß die alte Stadtmauer an dem Grundstück des Schäfer [Obergasse 6] bereits seit 1876 nicht mehr als besondere Parzelle geführt wird und auch in dem Stadtplan von dieser Zeit nicht mehr enthalten ist. Auch im Homburger-Atlas und in der Grund- und Gebäudesteuer-Mutterrolle ist diese Stadtmauer nicht mehr enthalten. Enthalten sind nur die Stadtmauern hinter der Judengasse (Wallstraße) und an der Burggasse." Die Kommune kommt also zu dem Schluss, dass sie schon seit längerem nicht mehr Besitzerin der an dem Schäferschen Grundstück vorbeiziehenden Stadtmauer ist, weist aber daraufhin, dass "die Weiterbenutzung der Stadtmauer abhängig zu sein machen wird von der Bedingung, daß dieselbe falls erforderlich gründlich Instand gesetzt wird".

Personen und Firmen
Architekten

Schäfer, Karl (Maurermeister, 1927)

Schlott, Adolf (1936)

Besitzer

Schäfer, Karl (Maurermeister, 1927)

Schäfer, Karl (Maurermeister, 1936)

Weitere Personen

Schäfer, Wilhelm (Galvanisieranstalt, 1936)

Nachweise
Quellen

StA HG, A 03, Nr. 573

Empfohlene Zitierweise
„Obergasse 6, Wohn- und Werkstattbau“, in: Digitales Gebäudebuch Bad Homburg <https://www.lagis-hessen.de/de/purl/resolve/subject/dgb/id/1931> (aufgerufen am 04.05.2026)