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Dorotheenstraße 8, Großes Fabrikgebäude rechts

Basisdaten | Abbildungen | Gebäudebeschreibung | Kontraktenbücher | Bauakten | Weitere Angaben | Personen und Firmen | Gästelisten | Nachweise
Basisdaten
ID

1379

Anschrift heute

Dorotheenstraße 8, Großes Fabrikgebäude rechts

Häusernamen

Hutfabrik Möckel

Typ

Nebengebäude

Lage anzeigen

Orthofoto
Liegenschaftskarte
ATKIS 1:10.000

Kunstgeschichtliche Bewertung

neutral / nicht bewertet

Gehört zu

Dorotheenstraße 8, Hauptgebäude

Grundbuch-Nummer

13/615 (1907, 1914)

Parzellen-Nummer

Flurkartenblatt 15 Nr. 145/93

Gebäudebeschreibung
Datum der Aufnahme

17. Juni 1907

Bezeichnung

Großes Fabrikgebäude rechts

Stockwerke

2.0

Bauart

massiv

Dachdeckung

Wellblech

Zustand

gut

Beschreibung

Anzahl der Stockwerke: zweigeschossig: Erdgeschoß, 1. Stock.

Erdgeschoß: 1 Fabrik-Raum

Oben [1. Stock]: 2 Fabrik-Räume

– Nutzwert des Gebäudes insgesamt jährlich 300 Mark (G)

Taxierter Nutzwert

300 Mark entspricht Rang 481 von 690 (Typ = Nebengebäude)

Bemerkungen

Orientierungsplan von Dorotheenstraße No. 8 Hutfabrik Möckel ("Roten Buchstaben sind die alten littr."), undatiert.

Lageplanskizze Dorotheenstraße No. 8, Original auf Pergamentpapier, Maßstab 1:608,53 [noch mit alten Litera].

Weitere Beschreibungen

Nach der 1907 vorliegenden bisherigen Gebäudesteuerrolle:

Jahrgang der Einschätzung 1895/96

Nr. und Lit. 157 e

Jährlicher Nutzungswert 210 Mark

Bauakten
Pläne

Zeichnung über Neubau eines Fabrikgebäudes für Herrn Hut-Fabrikant Ph. Möckel, 12. Juli 1886 (Ansicht von der Einfahrt, Querschnitt, Grundrisse des Erd- und des Ersten Obergeschosses)

Situationsplan [Lageplan], 12. Juli 1886

Lageplan, 30. Januar 1913

Zeichnung zum Aufbau auf das Fabrikgebäude des Herrn Ph. Möckel, 30. Januar 1913 (Schnitt A-B, Hof-Ansicht, Schnitt C-F, Grundriss des projektierten Zweiten Obergeschosses)

Weitere Gebäude im Lageplan

Lageplan (1886):

Dorotheenstraße 6

Dorotheenstraße 10

Bezeichnung

Fabrikgebäude

Bauart

massiv (Backstein)

Dachdeckung

Wellblech

Beschreibung

Aufteilung der Räume im Jahr 1886:

Erdgeschoss: Werkstätte I, Werkstätte II

Erstes Obergeschoss: Lagerraum I, Lagerraum II, Lagerraum III

Bemerkungen

Im Baugesuch des Hutfabrikanten Philipp Möckel vom 15. Juli 1886 wird u. a. ausgeführt, dass beabsichtigt ist, "ein bei seiner Fabrik vorhandenes altes Fabrikgebäude zu reparieren und auf dessen Umfassungsmauern einen zweiten Stock [...] zu errichten".

Veränderungen am Bauwerk

Sanierung und Aufstockung (1886)

Weitere Angaben
Geschichte

Dem Bauantrag des Fabrikanten Heinrich Möckel vom 30. Januar 1913 wegen Erhöhung eines Seitenbaues wurde eine "Gewerbe-Beschreibung" beigefügt. Darin heißt es u. a.: "Auf meinem Grundstück Dorotheenstraße 8, auf welchem seit 1806 Hutfabrikation betrieben wird, beabsichtige ich auf einem Seitengebäude einen Stock-Aufbau zu errichten. Ich bin genötigt, diesen Aufbau infolge der stets im Sommer wiederkehrenden vermehrten Anforderungen an meine Fabrikation durch Saisonartikel aufzuführen, um aus dem einen seit 40 Jahren diesem Zweck dienenden Raum die in der Art ihrer Herstellung dazu nicht passenden Spezialartikel in dem projektierten Raume fertigstellen zu lassen. Der in diesen Raum zu verlegende Betrieb wird hauptsächlich aus Handarbeit bestehen. Wie viele Arbeiter darin beschäftigt werden, ist nicht vorauszusehen, da es je nach der Mode wechselt. Es können unter Umständen bloß 3 bis 4, eventuell 12 bis 18 Leute darin beschäftigt werden. [...] Vielleicht dürfte [ich] die ergebene Bitte um schleunigste Erledigung meines Gesuches aussprechen, damit zu Beginn der Saison der projektierte Aufbau in Benutzung genommen werden kann."

Sonstiges

Zum Baugesuch des Fabrikanten Heinrich Möckel vom 30. Januar 1913 wegen Erhöhung eines Seitenbaues und Einrichtung von Werkstatträumen für die Hutfabrikation enthält die Bauakte ein (letzten Endes erfolgloses) Beschwerde-Schreiben des Baurats Heinrich Jacobi (Dorotheenstraße 12) an die "verehrliche Polizeiverwaltung" mit folgendem Wortlaut: "Wie ich höre, beabsichtigt mein Nachbar, Herr Hutfabrikant Möckel, seine bereits mehrfach vergrößerte Fabrik abermals bedeutend zu vergrößern. Da hierdurch mein Anwesen schwer geschädigt werden würde, bitte ich ganz ergebenst, mir von den eingereichten Plänen Kenntnis geben zu wollen, damit ich als Interessent [Betroffener] gegebenenfalls mit anderen Anliegern Einspruch erheben kann."

Nachdem der Bezirksausschuss zu Wiesbaden dem Fabrikanten Heinrich Möckel mit Schreiben vom 30. April 1913 "Dispens von den Vorschriften [...] bezüglich der Überschreitung der zulässigen Gebäudehöhe" erteilt und die Homburger Behörde daraufhin seinem Antrag auf Erteilung der Bauerlaubnis gemäß Bauschein-Nr. 1553 vom 16. Mai 1913 entsprochen hatte, wurde das Bauvorhaben danach aus unbekannten Gründen doch nicht umgesetzt - wie der handschriftliche Vermerk "wird nicht ausgeführt" vom 18. November 1913 auf dem Bauschein belegt.

Personen und Firmen
Architekten

Haller, Karl (Zimmermeister, 1913)

Struth, Peter Anton (1886)

Besitzer

Möckel, Heinrich (Fabrikant und Hoflieferant, 1913)

Möckel, Heinrich Karl (Fabrikant, Homburg v. d. H., 1907, 1913)

Möckel, Philipp (Hutfabrikant, 1886)

Weitere Personen

Jacobi, Heinrich (Baurat und Direktor des Kaiserlichen Saalburg-Museums, 1913)

Möckel, Philipp (Hoflieferant, 1913)

Nachweise
Quellen

HHStAW Bestand 433 Nr. 21061

StA HG, A 03, Nr. 109

Empfohlene Zitierweise
„Dorotheenstraße 8, Großes Fabrikgebäude rechts“, in: Digitales Gebäudebuch Bad Homburg <https://www.lagis-hessen.de/de/purl/resolve/subject/dgb/id/1379> (aufgerufen am 04.05.2026)