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Hessische Biografie

Portrait

Stephan von Clodh
(1674–1727)

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GND-Nummer

13799480X

Clodh, Stephan von [ID = 9761]

* 21.1.1674 Schloss Hennen, † 5.9.1727 Fulda oder St. Michael (Michaelsberg), Begräbnisort: St. Michael (Michaelsberg) St. Rochuskapelle, katholisch
Katholischer Theologe, Mönch, Kapitular, Superior, Propst, Generalvikar, Weihbischof
Andere Namen | Wirken | Familie | Nachweise | Leben | Zitierweise
Andere Namen

Weitere Namen:

  • Clodh, Stephan Johann Roser von (Taufname)
  • Clodh, Roser von (früher Rufname)
  • Cloth, Stephan von
  • Derbe, Titularbischof Stephan von Clodh
  • Fulda, Weihbischof Stephan von Clodh
Wirken

Werdegang:

  • 21.1.1674: Geburt auf Schloss Hennen in der Grafschaft Limburg
  • Daraufhin taufte man ihn Stephan Johann Roser, wobei er aber zunächst nur Roser gerufen wurde.
  • 1678: Nach dem Tod der Mutter wurde der 4-Jährige vom Großvater mütterlicherseits, Festungskommandant Georg Ludwig von und zu Hees, in Königstein aufgenommen.
  • Auf dessen Vermittlung erhielt Clodh eine Pagenstelle am Erzbischofshof in Mainz, wo er aber erkrankte und so zurückkehren musste. Angeblich hatte er in Mainz eine Vision.
  • In der Folge begann Clodh Gymnasialstudien in Arnsberg an der Ruhr.
  • 1689: Aufnahme in die Poetikklasse des Jesuitengymnasiums in Fulda
  • 1691-1693: Philosophische Studien in Fulda mit abschließender Verteidigung von Thesen
  • 1689-1693: Clodh war auch Alumnus des Päpstlichen Seminars in Fulda.
  • 1693: Da Clodh in Altarstatuen der Fuldaer Stiftskirche seine Vision wiedererkannte, wollte er in den Konvent der Abtei Fulda eintreten, was zunächst aber noch nicht gelang.
  • 1695: Nach mehreren vergeblichen Bitten wurde Clodhs Wunsch endlich entsprochen.
  • 8.9.1695: Clodh begann sein einjähriges Noviziat.
  • 8.9.1696: Ablegung der Profess und Annahme des Ordensnamens Stephan.
  • 1696: Der neue Mönch wurde zunächst zum Studium der Theologie an die Universität Salzburg geschickt, das er ebenfalls mit der Verteidigung von Thesen abschloss.
  • 12.10.1698: Priesterweihe in Wien
  • 20.10.1698: Clodh feierte seine Primiz in der Benediktinerabtei St. Peter in Salzburg, wo er während seiner Studien wohnte.
  • 1701: Aufnahme in das Fuldaer Stiftskapitel, wobei Clodh gleich Superior im Konvent St. Salvator in Fulda und Propst auf dem nahe nördlichen Michaelsberg wurde.
  • Ende 1714: Clodh wurde vom neugewählten Abt zum Kölner Nuntius Girolamo Archinto gesandt, um bei ihm die päpstliche Konfirmation seiner Wahl zu betreiben.
  • 1715: Clodh wurde Präsident der Landesobereinnahme.
  • 1717-1721: Clodh ließ das Propsteigebäude auf dem Michaelsberg als repräsentativen Wohnbau aufführen.
  • 1722: Clodh leitete eine Kommission, die im Namen des Fuldaer Abtes mit Vertretern des Würzburger Bischofs Johann Philipp Franz von Schönborn den Karlstädter Vertrag aushandelte.
  • 1726: Nach seiner Wahl übertrug der neue Fuldaer Abt Adolf von Dalberg Clodh noch einmal die wichtige Aufgabe, zum Kölner Nuntius – diesmal Gaetano de’Cavalieri – zu gehen und die Wahlkonfirmation durch den Papst zu erwirken.
  • 1726: Noch in seinem Antrittsjahr machte Dalberg Clodh zum Fuldaer Generalvikar.
  • 1726: Papst Benedikt XIII. gestand dem Fuldaer Abt für dessen Stiftsgebiet einen Weihbischof zu, wobei sich Dalberg für seinen Generalvikar Clodh entschied.
  • 20.1.1727: Clodh wurde vom Papst zum Titularbischof von Derbe und zum ersten Weihbischof in Fulda ernannt.
  • 23.3.1727: Clodh empfing in Mainz vom dortigen Weihbischof die Bischofsweihe, wobei die Weihbischöfe in Speyer und Worms Mitkonsekratoren waren.
  • 5.9.1727: Der Weihbischof erlag seinem Nierenleiden.
  • Schließlich Bestattung in der St. Rochuskapelle, die er in seiner Propsteikirche auf dem Michaelsberg eingerichtet hatte.

Funktion:

  • Fulda, Stiftskapitel, Kapitular, 1701-1727
  • Fulda, Konvent St. Salvator, Superior, 1701-
  • St. Michael (Michaelsberg) bei Fulda, Propst, 1701-
  • Fulda, Landesobereinnahme, Präsident, 1715-
  • Fulda, Generalvikar, 1726-1727
  • Derbe, Titularbischof, 1727-1727
  • Fulda, Weihbischof, 1727-1727

Werke:

  • Über sieben verschiedene Weisen, die heilige Messe zu feiern (1719)

Lebensorte:

  • Hennen (Schloss); Königstein; Mainz; Arnsberg (Ruhr); Fulda; Salzburg; St. Michael (Michaelsberg) bei Fulda
Familie

Vater:

Clodh, Dietrich Daniel von

Mutter:

Clodh, Johanna Elisabeth von, † 1678, geborene von und zu Hees, vor 1670 verheiratete von Clodh

Verwandte:

  • Hees, Georg Ludwig von und zu <Großvater mütterlicherseits>, kurmainzischer Kommandant der Feste Königstein
  • Clodh, Rabe Ludwig Ernst von <Bruder>, bis 1689 Alumnus des Päpstlichen Seminars in Fulda, später Geheimrat und Hofmarschall des „Fürstabts“ von Fulda
Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Clodh, Stephan von“, in: Hessische Biografie <http://www.lagis-hessen.de/pnd/13799480X> (Stand: 17.11.2016)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde