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Hessische Biografie

Dalberg, Adolf von [ID = 9767]

* 29.5.1678 Speyer, † 3.11.1737 Schloss Hammelburg, Begräbnisort: Fulda Stiftskirche, vor fertiggestelltem Grabmal rechts vor dem Hochaltar, katholisch
Dr. phil. – Katholischer Theologe, Kleriker, Mönch, Kapitular, Propst, Abt
Andere Namen | Wirken | Familie | Nachweise | Leben | Zitierweise
Andere Namen

Weitere Namen:

  • Adolphus
  • Dalberg, Adolph von
  • Dalberg, Adolf Freiherr von
  • Dalberg, Adolph Freiherr von
  • Dalberg, Anton Adolf von
  • Dalberg, Anton Adolph von
  • Dalberg, Anton Adolf Freiherr von
  • Dalberg, Anton Adolph Freiherr von
  • Fulda, Abt Adolf von Dalberg
  • Fulda, Abt Adolph von Dalberg
  • Zella (Rhön), Propst Adolf von Dalberg
  • Zella (Rhön), Propst Adolph von Dalberg
Wirken

Werdegang:

  • 29.5.1678: Geburt in der mittelrheinischen Bischofsstadt Speyer und römisch-katholische Taufe auf den Namen Anton Adolf
  • 1794: Mit 16 Jahren wurde Dalberg Kleriker in der nahen Erzbistumsstadt Mainz und begann wenig später an der dortigen Universität seine philosophischen Studien.
  • 1697: Abschluss des Studiums mit der Promotion zum Bakkalaureus der Philosophie
  • noch 1697: Eintritt in das osthessische Benediktinerstift Fulda
  • 1697-1698: Einjähriges Noviziat in Fulda
  • 1698: Profess und Verwendung seines zweiten Vornamens Adolf als Ordensname
  • Bis 1699: Dalberg begann am Hausstudium der Benediktiner in Fulda seine theologischen und kanonistischen Studien.
  • Ab 1699: Fortsetzung dieser Studien an der Universität Löwen, wo ihn etwa der bekannte Kanonist Zeger Bernard van Espen unterrichtete.
  • 1701: Rückkehr nach Fulda
  • 12.6.1702: Empfang der Priesterweihe im mainzischen Erfurt
  • 1704: Aufnahme in das Fuldaer Stiftskapitel unter Abt Adalbert I. von Schleifras
  • 1715: Dalberg wurde Propst im fuldischen Zella (Rhön).
  • 1717-1719: Als solcher ließ er in Zella das erhaltene Propsteigebäude errichten und zeigte auch sonst seine hervorragenden Fähigkeiten in Verwaltungs- und Wirtschaftsfragen.
  • 8.4.1726: Nach dem frühen Tod des umstrittenen Abtes Konstantin von Buttlar wählte das Stiftskapitel bereits im ersten Wahlgang Dalberg mit allen Stimmen außer seiner eigenen zum Nachfolger. Noch am gleichen Tag unterschrieb er mit den Wählern die Regulativordnung, womit er den Kompetenzstreit zwischen Abt und Kapitel beendete.
  • 1.7.1726: Wahlbestätigung durch Papst Benedikt XIII., wofür Dalberg den Kapitular Stephan von Clodh zum Kölner Nuntius Gaetano de’Cavalieri geschickt hatte.
  • 8.9.1726: Abtsweihe Dalbergs durch den Erfurter Weihbischof unter Assistenz der Äbte von Marienmünster und Neustadt am Main
  • 9.11.1726: Zur Neuordnung des Noviziats im Stift Fulda erließ Dalberg eingehende Instruktionen für den Novizenmeister. Auch verlängerte er das Studium der jungen Professen, indem er es an die Regelstudienzeit der künftigen Weltpriester anpasste.
  • 1726: Dalberg begründete in der Stiftskirche die bis heute üblichen Fastenpredigten.
  • 1726: Auf Bitten Dalbergs gestand Papst Benedikt XIII. ihm unverzüglich einen Weihbischof zu, dessen Person vom Abt selbst vorgeschlagen werden sollte.
  • 20.1.1727: Auf Vorschlag Dalbergs wurde sein Kapitular Stephan von Clodh vom Papst zum Titularbischof von Derbe und ersten Weihbischof in Fulda ernannt.
  • 26.1.1728: Auf erneuten Vorschlag Dalbergs wurde der aufstrebende Kapitular Amand von Buseck durch Papst Benedikt XIII. zum Titularbischof von Themiscyra und zweiten Weihbischof in Fulda ernannt.
  • 12.5.1728: Belehnung Abt Dalbergs mit den Regalien durch Kaiser Karl VI.
  • 1728: Dalberg schickte nurmehr einen Professen zum unter seinen Vorgängern noch so beliebten Collegium Germanicum in Rom.
  • 1727/29: Dalberg machte den späteren Fuldaer Bischof Adalbert II. von Walderdorff zum Superior des Benediktinerkonvents (1727) und zwei Jahre später parallel auch zu seinem Generalvikar (1729).
  • 1729: Eine von Dalberg einberufene Diözesansynode gab mit ihren Statuten die Richtlinien für eine zeitgemäße Seelsorge.
  • 1729: Dalberg erbaute in Fulda neben der Stadtpfarrkirche das so genannte Kollegiathaus für die Alumnen des Priesterseminars und die Chorvikare an der Stadtpfarrkirche.
  • 1729-1733: Der Abt ließ das Heilig-Geist-Spital in der Vorstadt Löhrgraben als barocke Zweiflügelanlage mit zentraler Kirche erneuern und verband es mit einem Arbeitshaus.
  • Um 1730: Dalberg ließ sich bei Eichenzell anstelle eines Vorgängerbaus von Abt Adalbert I. von Schleifras eine bescheidene Sommerresidenz errichten, die nach ihm zunächst Adolphshof genannt wurde (später Adolphseck, heute Fasanerie).
  • 1731 oder 1734: Dalberg entsandte den späteren Fuldaer Weihbischof Konstantin Schütz von Holzhausen zum Studium in die Abtei Saint-Germain-des-Prés in Paris.
  • 1733: Dalberg legte das Fundament eines Emeritenfonds.
  • 1734: Auf sein Geheiß führten Jesuiten in den 15 größten Pfarreien des Hochstifts eine Gebietsmission durch, die im Folgejahr in weiteren Pfarreien praktiziert werden sollte.
  • 1734: Im Rahmen der im 18. Jahrhundert forcierten Einlösungspolitik verpfändeter Rechte und Güter löste Dalberg das Amt Salmünster ein. Daneben klärte er die in dem von Adalbert I. eingelösten Amt Fischberg zunehmend auftretenden Probleme bei Mischehen.
  • 1734: Als größte kulturelle Leistung eröffnete Dalberg auf Basis eines Papstprivilegs von 1732 eine Universität in Fulda. Allerdings wollte er sie anders als der Papst nicht nur jesuitisch, sondern auch benediktinisch ausrichten, was bald zu inneren Konflikten führte.
  • Daneben ging auf den Abt noch die Gründung eines Orchesters in Fulda zurück.
  • 1734/35: Dalberg machte den von ihm ja geförderten Adalbert II. von Walderdorff zum Administrator der Propstei Blankenau (1734) und im Folgejahr auch zum Propst (1735).
  • 1735: Im Rahmen von Dalbergs Bemühungen, zum Wohle der inneren Harmonie die Wünsche des Stiftskapitels zu erfüllen, gründete er die Propstei Sannerz.
  • 1736: Der Abt erließ für das Fuldaer Kollegiathaus eine neue Ordnung und stellte es durch eine ausreichende Dotation auf eine sichere wirtschaftliche Basis.
  • 3.11.1737: Tod Dalbergs nach sechstägigem Krankenlager auf dem Schloss in Hammelburg.
  • November 1737: Überführung nach Fulda und Beisetzung in der Stiftskirche vor seinem bereits fertiggestellten Grabmal rechts vor dem Hochaltar.

Funktion:

  • Fulda, Stiftskapitel, Kapitular, 1704-1726
  • Zella (Rhön), Propst, 1715-1726
  • Fulda, Abt, 1726-1737

Lebensorte:

  • Speyer; Mainz; Fulda; Löwen; Erfurt; Zella (Rhön); Fischberg; Blankenau; Sannerz; Fasanerie (Adolphseck); Hammelburg
Familie

Vater:

Dalberg, Franz Eberhard von, Reichskammergerichtspräsident

Mutter:

Dalberg, Anna Katharina Franziska von, geborene Dalberg, spätestens 1677 auch verheiratete von Dalberg

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Dalberg, Adolf von“, in: Hessische Biografie <http://www.lagis-hessen.de/pnd/11887862X> (Stand: 3.11.2017)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde