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Mittelhessisches Flurnamenbuch (MHFB) - Projektbeschreibung

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Das Mittelhessische Flurnamenbuch (MHFB). Kreis Gießen bietet in digitaler Form einen Zugang zu den Flurnamen des Kreises Gießen. Im Rahmen des Landesgeschichtlichen Informationssystems Hessen (LAGIS) kann darin online nach Flurnamen und Lemmata sowie nach den Belegen in Orten und Großgemeinden recherchiert werden. Zu jedem Flurnamen werden die Deutung und die Belege sowie die Literatur angegeben. Die Verbreitung der Flurnamen im Kreis Gießen wird durch eine dynamisch-kartographische Darstellung präsentiert. Neben dem Flurnamen als Simplex werden auch alle nachweisbaren Zusammensetzungen (mit dem Flurnamen im Grundteil wie im Bestimmungsteil) angegeben, denen wiederum einzeln nachgegangen werden kann.

Flurnamen als Benennungen von Äckern, Wiesen, Feldern, Ödland und Wäldern haben ganz unterschiedliche und oft unklare Benennungsmotive. Es sind vielfach ziemlich diffuse Sprachzeugnisse, die deshalb philologisch sorgfältig bearbeitet und kritisch gedeutet werden müssen. Sie bieten dann aber zahlreiche wichtige Informationen über die früheren sozialen, wirtschaftlichen und rechtlichen Verhältnisse im ländlichen Raum. Viele erinnern an frühere Bodennutzung und die ehemalige Tier- und Pflanzenwelt. Als Sprachzeugnisse spiegeln sie oft Wörter und sprachliche Formen, die aus dem heutigen Sprachgebrauch längst verschwunden sind, und ihre einstige Verbreitung.

Das Mittelhessische Flurnamenbuch wurde in dem bis zur Emeritierung seines Leiters Hans Ramge bestehenden Hessischen Flurnamenarchiv Gießen im Institut für Germanistik der Universität Gießen erarbeitet. Es basiert auf einem mehrjährigen, von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekt. Die seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts in mehreren Sammelaktionen erfassten Belege wurden im Hessischen Flurnamenarchiv in einer Datenbank Gesamtarchiv der hessischen Flurnamen zusammengeführt, die mittlerweile etwa 750.000 Belege, darunter über 450.000 historische Belege aus gedruckten und archivalischen Quellen umfasst.

Das Mittelhessischen Flurnamenbuch erscheint nur in digitaler Form, die in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Landesamt für geschichtliche Landeskunde Marburg entstand. Darin dokumentiert werden die rezenten und historischen Flurnamen der 109 Ortsgemarkungen des Landkreises Gießen mit insgesamt 41.300 Belegen, die in 3.347 Artikeln behandelt und gedeutet werden. Bei den heutigen Flurnamen sind neben den amtlichen Formen meistens auch die mundartlichen Aussprachen angegeben. Unter den historischen Formen sind besonders die zahlreichen Belege des noch nicht veröffentlichten Arnsburger Urbars aus dem 14. und 15. Jahrhundert hervorzuheben.

Die Bearbeitung der mittelhessischen Flurnamen als Online-Angebot umfasst nur eine Teilmenge der gesammelten Flurnamen Hessens. Ergänzend sollen deshalb das 2002 bei der Hessischen Historischen Kommission Darmstadt erschienene Südhessische Flurnamenbuch digitalisiert in das Modul aufgenommen und Zugangsmöglichkeiten zur gesamthessischen Datenbank als einer vorläufig bearbeiteten Datensammlung eröffnet werden. Das Bundesland Hessen verfügt damit nicht nur über die umfangreichste Flurnamensammlung im deutschen Sprachraum, sondern auch über die weitestgehende wissenschaftliche Bearbeitung dieses Namenstoffes.

Die Projektbeteiligten

Hessisches Flurnamenarchiv Gießen im Institut für Germanistik der Justus-Liebig-Universität Gießen

  • Prof. Dr. Hans Ramge (Projektleitung)
  • Dr. Jasmin S. Behrouzi-Rühl, Gerd Richter M.A., Dr. Jörg Riecke, Dr. Herbert Schmidt (Projektmitarbeit)

Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde in Marburg

  • Prof. Dr. Otto Volk (Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen)
  • Wiss. MA Stefan Aumann (HRZ der Philipps-Universität Marburg, Fachinformatisches Konzept und Entwicklung der Web-Anwendung)

Kontakt

Prof. em. Dr. Hans Ramge
Fachbereich 05 - Sprache, Literatur, Kultur
Institut für Germanistik
Justus-Liebig-Universität Gießen
Email: Hans.Ramge@Germanistik.uni-giessen.de

» Das Projekt und die Projektbeteiligten