The proceedings of superindendent Hütterodt
Description
Das Projekt
Das Modul ist ein Gemeinschaftsprojekt des Evangelischen Kirchenkreises Eschwege, des Stadtarchivs Eschwege und des Hessischen Landesamts für geschichtliche Landeskunde, Marburg. Ziel des Projekts ist es, das umfangreiche Diensttagebuch des Eschweger Superintendenten Johannes Hütterodt als besonders wichtige Quelle zur Geschichte des Eschweger Raums und des heutigen Nordosthessen online zu präsentieren und für vielfältige Fragestellungen, ortsgeschichtlicher, landesgeschichtlicher und kirchengeschichtlicher Art zu erschließen und dauerhaft bereitzustellen.
Das Diensttagebuch des Superintendenten Johannes Hütterodt gehört zu den herausragenden Quellen zur Geschichte des 17. Jahrhunderts in Hessen. Um seinen einzigartigen historischen Wert zu erschließen und die zahlreichen Probleme bei seiner Bearbeitung und Einordnung bewältigen zu können, hat sich in den Jahren 2005-2008 eine Arbeitsgruppe unter Leitung von Dekan Dr. Martin Arnold (Evangelischer Kirchenkreis Eschwege) und Dr. Karl Kollmann (Stadtarchiv Eschwege) intensiv mit der Überlieferung befasst. Die Ergebnisse dieser Zusammenarbeit wurden in dem Band „Alltag reformierter Kirchenleitung. Das Diensttagebuch des Eschweger Superintendenten Johannes Hütterodt (1599-1672), hrsg. von Martin Arnold und Karl Kollmann (Veröffentlichung der Historischen Kommission für Hessen Band 18,1), 2009“ veröffentlicht. Dem Band ist eine CD beigegeben, die eine unter der Leitung von Dr. Karl Kollmann im Stadtarchiv Eschwege erstellte Transkription des Quellentextes enthält.
Johannes Hütterodt (1599-1672)
Johannes Hütterodt, der Autor des umfangreichen Diensttagebuchs, wurde am 9. Juli 1599 in Eschwege geboren. Er entstammte einer alteingesessenen Weißgerber-Familie. 1623 heiratete er Ottilia Schuchardt, die Tochter eines Eschweger Lohgerbers, mit der er vier Kinder hatte. Seine älteste Tochter Catharina Magdalena heiratete den landgräflichen Rentmeister Justus Henrich Schreiber, sein Sohn Johann Wilhelm wurde selbst landgräflicher Rentmeister zu Spangenberg. 1662 heiratete Johannes Hütterodt in zweiter Ehe Hedwig geb. Thaurer, die Witwe des Kasseler Bürgermeisters Peter Boclo, deren Vater Hessen-Rothenburgischer Leibmedicus war. Johannes Hütterodt wurde evangelischer Geistlicher. 1628 war er Erster Pfarrer der Eschweger Neustadt, 1630 Erster Pfarrer der Altstadt Eschwege und Leiter der Klasse Eschwege als Metropolitan. Am 4. November 1638 übernahm er das Amt des Superintendenten des Bezirks Rotenburg mit Sitz in Eschwege, das er bis zu seinem Tod innehatte. Hütterodt starb am 20.09.1672.
Zur Biographie Johannes Hütterodt siehe den Beitrag von Karl Kollmann im Sammelband „Alltag reformierter Kirchenleitung“.
Das Diensttagebuch des Johannes Hütterodt
Das Diensttagebuch des Superintendenten Johannes Hütterodt wird im Archiv des Evangelischen Kirchenkreises Eschwege verwahrt. Es handelt sich um eine in einem blauen Pappeinband gebundene Papierhandschrift von ca. 1761 Seiten, das fast durchgehend von Johannes Hütterodt selbst geschrieben wurde. Die Einträge beginnen mit der Ernennung des Autors zum Eschweger Superintendenten und brechen gegen Ende des Jahres 1660 ab, umfassen also fast lückenlos die ersten 22 Amtsjahre Hütterodts. Der Superintendent hat darin Tag für Tag seine kirchlichen Amtshandlungen, seine Tätigkeiten, Kontakte und Bemerkungen dokumentiert und damit eine farbige und aussagekräftige Quelle zum Kirchenwesen, zur Orts-, Personen- und Alltagsgeschichte des Eschweger Raums hinterlassen, für die es in Fülle und Dichte kein Vergleichsbeispiel gibt.
Zum Diensttagebuch siehe den Beitrag von Susanne Rappe Weber im Sammelband „Alltag reformierter Kirchenleitung“
Bearbeitung und Benutzung
Dem in Modul des Landesgeschichtlichen Informationssystems Hessen (LAGIS) präsentierten Text liegt eine Transkription zugrunde, die im Stadtarchiv Eschwege unter der Leitung von Dr. Karl Kollmann erstellt und dem obengenannten Sammelband als CD beigefügt wurde. Wegen des besonderen Umfangs der Quelle, aber auch wegen der zahlreichen sachlichen Probleme, die sich bei der Bearbeitung einer derartigen Handschrift stellen, kann der Text nicht in gedruckter Form ediert werden. Um ihn dennoch zugänglich zu machen, wurde der Weg der Publikation als Online-Quelle des Landesgeschichtlichen Informationssystems Hessen gewählt, die nicht als wissenschaftliche Edition zu verstehen ist, sondern zusammen mit den Beiträgen des Sammelbandes den Ausgangspunkt einer intensiven weiteren Beschäftigung mit der Quelle bilden soll.
Der im Modul präsentierte Text geht von der Transkription aus und gliedert ihn durch die vom Informationssystem lesbaren Seitenangaben und normierten Angaben zum Tagesdatum. Der Text ist durch eine Volltextsuche erschlossen. Bei einer Einfachen Suche wird eine Trefferliste der Tageseinträge ausgegeben, in denen die gesuchte Zeichenfolge enthalten ist. Die Listeneinträge sind als Links ausgebildet, die zum Volltext der Tageseinträge führen. Die gesuchte Zeichenfolge ist dabei farblich hervorgehoben. Mit den Richtungspfeilen über dem Text gelangt man zum vorigen bzw. nächsten Eintrag.
Die Erschließung durch eine Volltextsuche kann nur einen ersten Arbeitsbehelf bieten, da mit ihrer Hilfe nur Ortsnamen, Personennamen oder Sachbegriffe gefunden werden können, deren Schreibung im Quellentext der heutigen Form entspricht. Dies ist in frühneuzeitlichen Texten dieser Art jedoch oft nicht der Fall (so findet die Suche z.B. Burschla, jedoch nicht die im Text häufigere Form Burschel usw.). Personen und Orte sind zudem im Text selbst nicht identifiziert. Für eine orts- und landesgeschichtliche Nutzung der umfangreichen Quelle ist es darum unerlässlich, sie durch eine Auszeichnung von Personen, Orten und Sachbegriffen und durch die Identifizierung der Namen und Begriffe zu erschließen. Erst durch eine solche Indizierung wird es möglich sein, alle Belege für die gesuchten Betreffe zuverlässig zu finden und in weitere Untersuchungen einzubeziehen. Im vorliegenden Text wurde diese Erschließung an den ersten 90 Textseiten testweise durchgeführt, um die gründliche Bearbeitung des Gesamttextes vorzubereiten. Ebenfalls in Planung ist eine Gegenüberstellung der Transkriptionen mit Scans der Handschriftenseiten.
Projektmitarbeiter
Dr. Martin Arnold, Evangelischer Kirchenkreis Eschwege
Dr. Karl Kollmann, Stadtarchiv Eschwege (Kollationierung)
Harald Grießinger, Stadtarchiv Eschwege (Transkription)
Prof. Dr. Otto Volk (LAGIS-Projektleitung, Textbearbeitung)
Wiss. Mitarbeiter Stefan Aumann (Anwendungsprogrammierung)
Sabine Herdick M.A. (Textindizierung)
Kontakt
Dekan Dr. Martin Arnold
Dekanat Eschwege
Goldbachstraße 12, 37269 Eschwege
Tel. 05651-31562
Stadtarchivar Dr. Karl Kollmann
Stadtarchiv Eschwege
Vor dem Berge 3, 37269 Eschwege
Tel. 05651 / 304-280
Prof. Dr. Otto Volk
Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde
Wilhelm-Röpke-Str. 6 C, 35032 Marburg
Tel. 06421 / 28-24578
Email: otto.volk@hlgl.hessen.de
