Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Historisches Ortslexikon

Wehrda

Ortsteil · 252 m über NN
Gemeinde Haunetal, Landkreis Hersfeld-Rotenburg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

14,7 km südwestlich von Bad Hersfeld

Ersterwähnung:

1308

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3546967, 5622903
UTM: 32 U 546874 5621093
WGS84: 50.73973356° N, 9.664303068° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

632008140

Flächennutzungsstatistik:

  • 1961 (ha): 1643, davon 1010 Wald

Einwohnerstatistik:

  • 1939: 527 Einwohner
  • 1950: 885
  • 1956: 781
  • 1961: 782
  • 1970: 693

Diagramme:

Wehrda: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • undatiert: Fuldisches Gericht von Trümbach
  • 1803-1806: Fürstentum Nassau-Oranien-Fulda, Fürstentum Fulda, Cent Neukirchen
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Holzheim
  • 1816: Kurfürstentum Hessen, Großherzogtum Fulda, Amt Burghaun
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Landkreis Hünfeld
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fulda
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Landkreis Hünfeld
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hünfeld
  • 1972: Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Altkreis:

Hünfeld

Gericht:

  • 1879: Amtsgericht Burghaun
  • 1932: Amtsgericht Hünfeld

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Ortsteil der Gemeinde Haunetal eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Kloster Fulda
Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1476: Errichtung der Kapelle durch Albrecht von Trümbach

Pfarrzugehörigkeit:

Seit der Reformation Filial von Rhina, 1570 Pfarrort

Patronat:

Herren von Trümbach und Herren von Stein

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation vermutlich um 1530.

Erster nachweisbarer evangelischer Pfarrer: Martin Hugo 1588-1590

1628 scheitert der Versuch, das katholische Bekenntnis einzuführen.

Seit 1818 unierte Pfarrei.

Juden:

Provinzial Rabbinat Fulda, Langenschwarz Anfang des 19. Jahrhunderts angeschlossen.

1835: 139; 1861: 130; 1905: 77; 1932/33: 28 Juden. Nach 1933 verließen viele Juden den Ort.

Erste Hinweise auf Juden finden sich in dem Gebiet um den Ort bereits Mitte des 14. Jahrhunderts.

Zwischen 1764 und 1833 waren insgesamt 14 jüdische Familien im Ort ansässig.

1804 wurde eine Synagoge gebaut und eingeweiht; zuvor waren Gottesdienste privat gehalten worden. Das Holz für den Synagogenbau war von den Herren von Trümbach gespendet worden. Nach 1933 wurde der Gottesdienst in Rhina besucht, da die Wehrdaer Gemeinde nicht mehr genügend Mitglieder hatte. 1935/36 soll sich die Gemeinde aufgelöst haben.

Im Ort gab es eine israelitische Elemantarschule.

Beschäftigt waren die Juden vornehmlich im Handel und in der Landwirtschaft.

Zunächst wurde der Friedhof Burghaun genutzt, seit 1853 war ein Friedhof vor Ort. Er lag nördlich des Dorfes zwischen der Ruine Altwehrda und Schloss Hohenwehrda. (alemannia-judaica)

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Wehrda, Landkreis Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <http://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/3336> (Stand: 5.1.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde