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5614 Limburg (Lahn)
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Herzogtum Nassau 1819 – 25. Limburg

Limburg an der Lahn

Stadtteil · 113 m über NN
Gemarkung Limburg, Gemeinde Limburg a. d. Lahn, Landkreis Limburg-Weilburg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Kloster; Sonstiges; Stadt

Lagebezug:

Limburg liegt 52 km nordwestlich von Frankfurt.

Lage und Verkehrslage:

Limburg liegt zwischen Diez und Runkel direkt an der Lahn.

Die Stadt liegt an der A 3, der B 49, B 417 und der B 8.

Auf Grund des günstigen Lahnübergangs trafen die Hohe Straße von Frankfurt nach Köln, die Hühnerstraße aus dem Wiesbadener Raum und die Handelsstraße aus dem Rheingau in der Stadt zusammen. Ab dem 7. Jahrhundert führte auch die Hessenstraße zwischen Wetzlar und Koblenz durch Limburg. Ebenso hatte die Stadt Zugang zu den Handelswegen aus Richtung Siegen und dem Rheinland.

Bahnhof der Eisenbahnlinie Wetzlar – Nassau ("Lahntalbahn III") (Inbetriebnahme der Strecke 5.7.1862, 14.10.1862).

Endbahnhof der Eisenbahnlinie Limburg – Westerburg ("Oberwesterwaldbahn") (Inbetriebnahme der Strecke 10.12.1888).

Ortsform:

Bergsiedlung

Siedlungsentwicklung:

Den Ursprung der Stadt bildet die Festung auf dem Lahnfelsen, auf welchen die Merowinger im 7. Jahrhundert eine fränkische Burganlage zur Sicherung der Lahnfurt errichteten. Limburg wurde dann Sitz der Grafen des 821 erstmalig erwähnten Niederlahngaus, welcher sich ab dem 10. Jahrhundert im Besitz der Konradiner befand. Der Konradiner Graf Konrad Kurzbold, Vetter König Konrads I., gründete 910 mit Erlaubnis des Königs und des Erzbistums Mainz das St.-Georgs-Stift.

Im 11./12. Jahrhundert wurde die Siedlung westlich der Burg mit Wehranlagen befestigt und wurde 1214 als Stadt bezeichnet. Die Vorstadt westlich von Limburg war zwar auch schon im Hochmittelalter befestigt, doch wurde sie noch im Laufe des Mittelalters wieder niedergerissen und 1480 waren somit nur noch Reste vorhanden.

Ab dem 11. Jahrhundert nahmen das Georgenstift und die Kaufmannssiedlung der Stadt einen enormen Aufschwung. Durch die im 12. Jahrhundert errichtete Holzbrücke über die Lahn wurde der Handel auf die Marktsiedlung am westlichen Teil des Burgberges konzentriert.

1114 und 1129 kam es zu Aufständen der Stadtbevölkerung gegen das Stift.

Mit dem Fall von Stadt, Burg und Stiftsvogtei als Teil der vom Reich, dem Erzbistum Mainz und der Landgrafschaft Hessen abhängigen Herrschaft Leiningen an die Grafen von Isenburg am Anfang des 13. Jahrhunderts entstand auch die um 1212/35 die spätromaische Stiftskirche, der heutige Dom. Um 1225/30 wurde eine neue, weitläufigere Stadtbefestigung angelegt, welche 1232 erstmals schriftlich nachweisbar ist. 1255 wird eine Brücke über die Lahn erwähnt.

Unter Graf Gerlach I. von Isenburg auch von Limburg genannt wurde der Wohnturm der Burg errichtet. Unter der Herrschaft Gerlachs kam es 1279 zu einem Bürgeraufstand, wobei sich die Stadtbewohner Rechte bei der Steuererhebung, der inneren Gerichstbarkeit, der Eheschließung und dem Siedlungsausbau sicherten.

Unter Johann I. von Limburg wurde 1289-98 die St.-Peter-Kapelle weiter ausgebaut. In den Jahren 1289 und 1342 wurden große Teile der Stadt durch Brandkatastrophen vernichtet.

1315-1341 wurde die neue sechsbögige Lahnbrücke erbaut, zu deren Ausstattung ein auf dem rechten Lahnufer stehender quadratischer Brückenturm, der im Kern wohl noch aus dem 14. Jahrhundert stammte, gehörte. Seine oberen Geschosse wurden 1543 für die Verwendung von Feuerwaffen umgebaut.

Zwischen 1338 und 1341 wurde die Stadt von Kaiser Ludwig IV. dem Bayern verpflichtet, die vorher vertriebenen Juden wieder aufzunehmen und vor künftigen Progromen zu schützen. Weitere gewaltsame Verfolgungen fanden aber bereits schon wieder 1349/50 im Zuge der großen Pestwelle statt.

Ab 1344 war die Hälfte der Herrschaft, der Burg und der Stadt dem Erzbistum Trier verpfändet, welches sich 1374 die Reichshoheit sicherte. Von 1343-46 wurde die Schiede als Wehranlage zur Sicherung der Vorstädte errichtet. 1349, 1356, 1383 wütete erneut die Pest in der Stadt. 1379 wurden Teile der Burg bei einem Brand zerstört, auf deren Trümmern Graf Johann II. den südlichen, zweistöckigen Saalbau errichten ließ.

Im Laufe des Mittelalters und der Frühneuzeit entstanden in der Limburger Altstadt auch eine Reihe von herausragenden Wohnbauten, worunter zahlreiche Burgmannensitze (wie Haus Römer Nr. 1) sowie Adels- und Klosterhöfe zu nennen sind. Vor allem sind das Gotische Haus und der Walderdorffer Hof zu erwähnen. Das Gotische Haus aus dem Jahre 1289 wurde 1581/83 und um 1610 mehreren Umbauarbeiten unterzogen. Es ist mittlerweile in den Rang eines "Nationalen Denkmals" erhoben worden und innerhalb des Gebäudes lassen neben Speichertürmen auch eine Mikwe (jüdisches Bad) nachweisen. Der Walderdorffer Hof wurde 1359 an der Stelle eines älteren Gebäudes errichtet und wurde unter Wilderich Freiherr von Walderdorff, Fürstbischof in Wien und Reichskanzler Kaiser Leopolds I. ab 1665 nach den Plänen des Mainzer Baumeisters Giovanni Angelo Barella aufwendig umgebaut.

1490, 1519, 1597 und 1606 wurde die Stadt von schweren Pestepedimien heimgesucht.

1515 entstand im Bereich der Burg neben anderen Burgmannensitzen die "Alte Stiftsvikarie" als Sitz der Herren von Staffel. Der Sitz zeichnete sich durch einen ansehnlichen Erker mit Pfosten und Bügen über einer steinernen Konsole sowie einem seitlich angebauten, achteckigen Treppenturm aus Fachwerk aus.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde Limburg 1623 durch bayrische, 1632 durch französische und 1635 von kaiserlichen Truppen erobert und geplündert.

1795 und 1796 wurde die Limburg von den Franzosen erobert und die Brückenvorstadt am 10.9.1796 durch den Beschuss frz. Truppen stark beschädigt und größtenteils niedergebrannt.

Im Laufe des 19. Jahrhunderts erfolgte der weitgehende Abriss der Stadtmauer und Wehrtürme, welcher nach 1818 begann. Im gleichen Zeitraum erlebte die Stadt durch die bessere Schiffbarmachung der Lahn, den Bau von Chausseen nach Koblenz, Frankfurt und Köln sowie den Bau der Eisenbahnstrecke einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung. 1872 wurden die Türme des Diezer Tores abgerissen.

Nach 1945 dehnte sich das Stadtgebiet auf die heutigen Gemarkungsgrenzen aus, wobei die Bevölkerung um knapp ein Drittel zunahm.

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Burgen und Befestigungen:

  • Schon im 7. Jahrhundert bestand auf dem Berg eine Befestigungsanlage, welche sich entlang des gesamten Felsplateaus ausdehnte.
  • 910 entstand in den Mauern der Lintburc das St.Georgs-Stift. Die zu Anfang des 10. Jahrhunderts errichtete Burgmauer hatte eine Dicke von 1,5m und wurde im Norden und Osten durch das steil abfallende Plateau begrenzt. Im Süden ist der Mauerverlauf durch die Scholasterei und die Stützmauer im Garten des Klosters Bethlehem rekonstruierbar. Im Südwesten lassen sich in der Nonnengasse 7 quadratische, turmähnliche Fundamente finden, die die dortige Begrenzung der Burgmauer bilden. Die Burganlage war nur das Eulentor zu erreichen, welches am Zusammentreffen von Nonnenmauer und Domstraße gebaut worden war. Für das 10. und 11. Jahrhundert werden Wehrtürme im Nord- und Südwesten des Burgberges vermutet. Von der ersten im 11./12. Jahrhundert auf dem Domberg angelegten Burganlage sind keine sichtbaren Reste mehr erhalten geblieben.
  • Südöstlich des Doms befindet sich die Burganlage aus dem 13. Jahrhundert, deren ältester Teil die Mittes des Ostflügels im Wohnturm bildet. Zwischen 1248 und 1289 entstand der Wohnturm der Burganlage. 1379 wurde der zweistöckige Saalbau im Süden der Burganlage angelegt. Der Wohnturm weist bei einer Höhe von 14m eine Mauerdicke von 1,70m auf. Die sich anschließende Kapelle aus dem 14. Jahrhundert wurde im 16. Jahrhundert überbaut. 1534 wurde unter dem Trierer Erzbischof Johann einen Wohnbau über der Kapelle zwischen Wohnturm und Saalbau errichten. 1569 wurden die äußeren Maueranlagen teilweise abgebrochen. Um 1600 entstand an der Nordseite des Wohnturms ein Wohngebäude mit Fachwerkobergeschoss. Der Barockbau an der Zugangsseite entstand im 18. Jahrhundert 1929 brantte der westliche Saalbau aus dem 14. Jahrhundert vollständig aus. 1934/35 wurde die Burg im Sinne des Heimatschutzes restauriert.
  • Nach 1866 wurde die Burg als Diözesan-Museum und Schule genutzt. Heute wird die Anlage vom Stadtarchiv und verschiedenen Fortbildungseinrichtungen genutzt.
  • Im Laufe des 19. Jahrhunderts erfolgte der weitgehende Abriss der Stadtmauer und Wehrtürme, wlecher nach 1818 begann. Noch 1872 wurden die Türme des Diezer Tores abgerissen. An der Südostecke der Altstadt befindet sich ein größeres, hohes Mauerstück mit dem Stumpf eines achteckigen Turmes. An der früheren Niedermühle im Nordwesten der Altstadt lassen sich noch Reste des runden Katzenturmes finden, unter dem ein Kreuzgewölbe erhalten geblieben ist. Das Haus Trombetta in der Frankfurter Straße liegt noch zu Teilen auf der Stadtmauer. Die Grabenstraße verläuft ihrem Namen gemäß entlang des ehemaligen Stadtgrabens.
  • Von der im 14. Jahrhundert als Brückenkopf auf der rechten Lahnseite errichteten Befestigung der Vorstadt wie auch von der Schiede sind kaum noch Überreste vorhanden.
  • Burg Blumenrod

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3433667, 5584084
UTM: 32 U 433619 5582291
WGS84: 50.38891716° N, 8.066192981° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

533009040

Flächennutzungsstatistik:

  • 1828: 2977 Morgen
  • 1928: 790 ha

Einwohnerstatistik:

  • um 1350: 4500-5500 Einw.
  • 1606: 232 Familien (zahlen den Herdschilling)
  • 1615: 226 Steuerzahler
  • 1709: 309 Steuerzahler
  • 1731: 227 Steuerzahler
  • 1765: 377 Steuerzahler
  • 1790: 2111 Seelen
  • 1818: 2685 Einw.
  • 1828: 2866 Einw.
  • 1838: 3071 Einw.
  • 1848: 3385 Einw.
  • 1850: 3625 Einw.
  • 1860: 3890 Einw.
  • 1866: 4395 Einw.
  • 1870: 4502 Einw.
  • 1871: 4794 Einw.
  • 1880: 5797 Einw.
  • 1890: 6910 Einw.
  • 1900: 8290 Einw.
  • 1910: 10786 Einw.
  • 1925: 11501 Einw.
  • 1933: 12007 Einw.
  • 1939: 11781 Einw.
  • 1946: 13554 Einw.
  • 1950: 15419 Einw. (1177 Evakuierte, 2772 Flüchtlinge)
  • 1959: 15450 Einw.
  • 1961: 15578 Einw.
  • 1970: 15269 Einw.
  • 1977: 28596 Einw.
  • 1988: 28905 Einw.
  • 1994: 32995 Einw.

Diagramme:

Limburg an der Lahn: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 910: Lahngau (Lintburk vocato in Logenahe, in monte quodam)
  • 1787: Kurfürstentum Trier, Unteres Erzstift, Amt Limburg
  • 1803: Herzogtum Nassau-Weilburg, Amt Limburg, Kirchspiel Limburg
  • 1816: Herzogtum Nassau, Amt Limburg
  • 1849: Herzogtum Nassau, Verwaltungsbezirk IV
  • 1854: Herzogtum Nassau, Amt Limburg
  • 1866: Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Unterlahnkreis
  • 1886: Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Kreis Limburg
  • 1945: Groß-Hessen, Kreis Limburg
  • 1946: Bundesland Hessen, Kreis Limburg
  • 1974: Landkreis Limburg-Weilburg

Altkreis:

Limburg

Gericht:

  • 1214: Leitung des Stadtgerichts durch den vom Stadtherrn ernannten Schultheißen unter Teilnahme der Schöffen und Protokollführung durch den Stadtschreiber
  • 1276: Frankfurter Schöffengericht als höhere Gerichtsinstanz
  • 14. Jahrhundert: 12 Schöffen
  • 18. Jahrhundert: 7 Schöffen
  • Kriminalgerichtsbarkeit und Urteile über Leben und Tod standen dem Stadtherrn zu.
  • Nach den kaiserlichen Privilegien von 1354 und 1356 konnten die Bürger in Straf- wie Zivilangelegenheiten nur von den Schöffen und im Falle eines Berufungsverfahrens vom Schöffengericht der Stadt Frankfurt angeklagt werden. Im Rahmen der Bürgeraufstände von 1525 erhielten Amtmann und Schultheiß das Recht, Verbrecher in Haft zu nehmen. Seit 1580 hatten auch Bürgermeister und Stadtrat das Recht in Malefiz- und Zivilsachen neben Bürgern auch Fremde zu verhaften.

Herrschaft:

Herrschaft:

Im 10 Jahrhundert: Herrschaftsbereich der Konradiner

966: Herrschaft der Pfalzgrafen

Danach: Grafschaft Leiningen

1124/29: Hauptvogtei über das Stift Limburg im Besitz der Grafen von Nassau-Laurenburg

Ab Anfang des 13 Jahrhunderts: Grafschaft Isenburg

1220-1406: Herrschaft Isenburg-Limburg, ein Drittel von Burg, Stadt und Bifang kurtrierisches, kurmainzisches und hessisches Lehen

1406-1802/03: Kurfürstentum Trier

1802/03: Nassau-Weilburg

Gemeinde:

14. Jahrhundert: Schultheiß und Schöffenrat

1307: 2 Bürgermeister

1344: Stadtrat bestehend aus 12 auf Lebenszeit gewählten Schöffen und 12 auf ein Jahr gewählten Gemeindevertretern

Anfang des 16 Jahrhunderts: Stärkung des Stadtrats durch den Stadtherrn und Verpflichtung r Vorlage der Stadtrechnung bei Amtmann oder Kellner und Schaffung des Rats der 13 als Vertretung der Bürgerschaft gegenüber dem Stadtrat, bestehend aus einem Vertreter je Stadtteil

1525: Abschaffung der ab dem späten 15. Jahrhundert existierenden 2 Gemeinen pro Stadtteil im Rat der Bürgerschaft und Verbot aller freien Zusammenkünfte nach dem gescheiterten Aufstand gegen den Stadtrat

1656: Schaffung der Sechster, Gremium bestehend aus 6 Bürgern, als Kontrollgremium bei wichtigen Entscheidungen und Ablage der Stadrechnungen

1674: landesherrliche Untersuchung und Reformierung der Verwaltung

18. Jahrhundert: aus 8 später 7 Schöffen bestehender Stadtrat, Stadtschreiber, 3 Ratsverwandte aus der Gemeinde sowie älterer und jüngerer Bürgermeister (älterer Bürgermeister führt die Stadtrechnungen, Stadtrentmeister führt Rechnungen über die Renten und Schatngen, alle Ämter werden mit Mitgliedern des Stadtrates besetzt)

1706: je 2 Wein-, Bau-, Fleisch- und Marktschreiber sowie 2 Wachtmeister

1789: kleinere Aufstände der Bürgerschaft im Zuge der Französischen Revolution

Gemeindeentwicklung:

Zur Entwicklung der im Zuge der hessischen Gebietsreform neu gebildeten Stadtgemeinde s. Limburg, Stadtgemeinde. Sitz der Gemeindeverwaltung ist Limburg.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1665-1989 besitzen die Grafen von Walderdorff den Walderdorffer Hof (heute Fahrgasse 5).

Ortsadel:

Stadtherr: 1247-1406 Herren von Isenburg-Limburg

Burgmannen: 1515 Herren von Staffel

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 910: Stiftsbasilika
  • 1227: Pfarrei
  • 1280: Michaeliskapelle auf dem Friedhof
  • 1298: Stiftung Peterskapelle auf der Burg durch Johannes, Herrn von Limburg
  • 1322-24: Bau der Kapelle auf dem Eberbacher Hof
  • 1490: Bau der Marienkapelle auf der Brücke

Patrozinien:

  • Georg (940) und Nikolaus (1235) und Michael (1280) und Petrus (1298)

Pfarrzugehörigkeit:

Zur Pfarrei gehörten ab 1280 die Michaelskapelle auf dem Friedhof, ab 1298 die Peterskapelle, ab 1322/24 die Kapelle beim Eberbacherhof, ab 1337die Laurentiuskirche auf dem Roßmarkt in Eppenrod (Diez), ab 1490 die Marienkapelle auf der Brücke und ab 1564 Nieder- und Oberstaffel (Staffel).

Patronat:

1227 geht das Patronat vom Stiftspropst auf das Kapitel über.

1235 wird die Pfarrei nach einer 1232 ausgehandelten Übereinkunft dem Erzbischof von Mainz inkorporiert.

1280 besitzt das Stiftskapitel das Patronat für die Michaeliskapelle.

Ab 1298 steht das Patronat über die Peterskapelle dem ältesten Herrn von Limburg zu.

Ab 1496 gehört das Patronat der Marienkapelle auf der Brücke den beiden Bürgermeistern.

Klöster:

Bekenntniswechsel:

Die Stadt blieb katholisch, lutherische Tendenzen wurden unterdrückt.

Kirchliche Mittelbehörden:

Zum Trierer Archidiakonat St. Lubentius in Dietkirchen, Dekanat Dietkirchen gehörig

Juden:

1278: Jude Abraham von Limburg

1330er: Mikwe, Tanzhaus, Judenschule und Synagoge

1418/19: 5 Familien

1511: 1 Familie

1621: einzelne Familien

1759: 6 Familien

1774: 8 Familien

1842: 60 Juden

1861: 106 Juden

1900: 287 Juden

1925: 270 Juden

1932: 296 Juden

1939: 80 Juden

1942: 1 Jude

1987: 12 Juden

Kultur

Schulen:

14. Jahrhundert: Stifts- und Bergerschule mit späterem Aufbau einer Nonnen- und Klosterschule für Mädchen

Mitte 18. Jahrhundert: Hospitalschule

1663-1813: Franziskanergymnasium (Studentenschule)

1817: Einführung des Simultanschulwesens

1829: Bischöfliches Priesterseminar (nochmals eröffnet 1886)

1837: private Lateinschule

1846: städtisches Realgymnasium und Gewerbeschule

1852: Klosterschule der Schwestern des Hl. Vinzenz

1874-1939: Höhere Töchterschule

1895: Marienschule unter der Leitung der Armen Dienstmägde Christi

1898: philosophisch-theologische Hochschule des Pallotinerordens (heutiges Studienkolleg)

1919: Landwirtschaftsschule

1920: Umwandlung der Gewerbeschule in die städtische Berufsschule

Hospitäler:

Um 1300: Gründung des Heilig-Geist-Spitals durch Johann Herrn zu Limburg

1358: Stiftung des Almosenfonds durch Werner Senger

1573: Gründung des Bürgerhospitals aus dem Almosenfondund Fond des Wilhelmitenklosters

Seit 1850: St. Vinzent-Krankenhaus

1950: Zusammenlegung von St. Vinzent mit dem Hildegardis-Bau auf dem Schafsberg

Altersheime: Heppelstift, Kloster Bethlehem

Kultur:

Theater:

1478-Ende 18. Jahrhundert: St.-Georgs-Bruderschaft

1467-Ende 16. Jahrhundert: St.-Jakobs-Bruderschaft an der St.-Anna-Kirche, St.-Sebastians-Bruderschaft und St.-Jobst-Bruderschaft am Barfüßerkloster

1513-1516: St.-Annen-Bruderschaft

Zeitung:

1830: Limburger Anzeiger

1870: Limburger Anzeiger Nassauischer Bote

1889: St.-Lubentius-Blatt

1926-1939: Nassauische Bauernzeitung

1934: Lahnzeitung

Nach 1945: Limburger Neue Presse als Kopfblatt der Frankfurter Neuen Presse

1945-1946: Mitteilungen für Kreis und Stadt Limburg

Historische Ereignisse:

Im Zweiten Weltkrieg wurden ca. 16% der Bausubstanz zerstört oder schwer beschädigt.

Wirtschaft

Mittelpunktfunktion:

Ab etwa 821 Sitz der Grafen des Niederlahngaus

1816-1866 Sitz des Amtes Limburg: Limburg, Dietkirchen, Eschhofen, Lindenholzhausen, Mühlen, Niederbrechen, Oberbrechen, Werschau, Dauborn, Eufingen, Linter, Staffel, Dehrn, Kirberg, Heringen, Nauheim, Neesbach, Ohren und Mensfelden

1849-1854 Kreissitz des nassauischen Verwaltungsbezirks IV

Seit 1886 Verwaltungssitz des Kreises Limburg

Seit 1974 Verwaltungssitz des Landkreises Limburg-Weilburg

Wirtschaft:

Landwirtschaft und Fischfang bildeten zu Beginn der Stadtgeschichte die wichtigsten Wirtschaftszweige, wobei bis zum Ende des 18. an den Ufern der Lahn auch Wein angebaut wurde.

Ab der Mitte des 11. Jahrhunderts wird durch die günstige Verkehrslage an der Lahn und den im 12. Jahrhundert erfolgten Bau der hölzernen Lahnbrücke der Handel von immer größerer Bedeutung. Auf den Limburger Messen sind neben einheimischen Kaufleuten auch Händler vom Niederrhein und den Niederlanden.

Im 14. Jahrhundert sind die Tuchmacher, Metzger, Viehhändler und Schuhmacher die dominierenden Wirtschaftszweige. 1537 bestehen sieben städtische Zünfte und weitere 18 Gewerbe.

Um 1700 lassen sich italienische Kaufleute in der Stadt nieder und dominieren am Anfang des 18. Jahrhunderts die Krämerzunft. Ebenso gründen die Schweizer Firma Cahensly und die Porzellanmanufaktur Verhoven Niederlassungen in Limburg. 1718 bestehen 16 Zünfte und 1775 19 Zunftvereinigungen.

Nach 1860 wurden südlich und südöstlich der Stadt vorkommenden Roteisenerz-Vorkommen sowie etwa zeitgleich die Manganlagerstätten zwischen Altendiez und der Brückenvorstadt ausgebeutet. Im späten 19. Jahrhundert wurden zwischen Linter und Limburg plastischer Ton gewonnen.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden zahlreiche Industriebertiebe innerhalb des Stadtgebietes.

Im 20. Jahrhundert waren die Glas-, Maschinenbau- und Blechwarenindustrie, Eisengießereien, ein Ausbesserungswerk der Deutschen Bahn und der zunehmende Fremdenverkehr von großer wirtschaftlicher Bedeutung.

Mühlen:

12. Jahrhundert: zwei Mühlen

1374: Loh- und Walkmühle

Markt:

Mitte 11. Jahrhundert: lokaler Markt

1214/25: 3 Fleischbänke erwähnt

1246: Schuhmarkt

1274: Brotmarkt

Wochenmärkte sowie fünf Jahrmärkte: seit 1378 der Georgs- und Michaelmarkt, seit 1403 der Katharinenmarkt und nach 1403 der Halbfasten- und Barfüßermarkt

Münze:

1180 Münzstätte der Grafen von Leinigen (Prägen von Münzer und Pfennig nach regionalem Schlag)

Zoll:

12. Jahrhundert: Rechnen nach Limburger Getreidemaß in Limburg und Weilburg

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Limburg an der Lahn, Landkreis Limburg-Weilburg“, in: Historisches Ortslexikon <http://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/8545> (Stand: 4.5.2017)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde