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Herzogtum Nassau 1819 – 51. Rüdesheim

Johannisberg (Kloster bzw. Schloss)

Domäne; Kloster · 180 m über NN
Gemarkung Johannisberg, Gemeinde Geisenheim, Rheingau-Taunus-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Domäne; Kloster

Lagebezug:

4,1 km nordöstlich von Rüdesheim am Rhein

Lage und Verkehrslage:

Kloster- bzw. Schlossanlage auf einem die Flußlandschaft weithin beherrschenden Bergkopf der Rheingauer Vorhöhen. Westlich an die Kirche und weiter auf dem Bergmassiv vorgeschoben ist der dreiflügelige Schlossbau angefügt. Der Ort Johannisberg liegt nördlich (Ortsteil Berg) beziehungsweise südwestlich (Ortsteil Grund) des Schlosses. Das neue Kloster Johannisberg liegt nordwestlich, das alte Benediktinerinnenkloster St. Georgen/Klaus südlich des Schlosses, des alten Benediktinerklosters.

Ersterwähnung:

1130

Siedlungsentwicklung:

Nach Aufhebung der Abtei 1563 und Übergang an die Abtei Fulda ließ der Abt an der Stelle der Klostergebäude 1718-1725 das jetzige Schloss erbauen, in dem Fürstbischof Adalbert von Walderdorff 1757-59 residierte. 1826-1835 erfolgte eine Umgestaltung.

Historische Namensformen:

  • Biscoffesberc (1130)
  • mons episcopi (1194/98)
  • mons sancti Johannis (1143-1153)
  • monasterium in monte sancti Johannis (1240)
  • St. Johansberg (1373)
  • Kloster Johannisberg
  • Schloss Johannisberg
  • Johannisberg, Benediktinerkloster
  • Abtei Johannisberg

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3427157, 5540891
UTM: 32 U 427111 5539115
WGS84: 49.99989548° N, 7.982943639° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

43900402003

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1787: Kurfürstentum Mainz, Unteres Erzstift, Vicedomamt Rheingau, Amtskellerei Rüdesheim und Amtsvogtei Geisenheim

Altkreis:

Rheingaukreis

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Der Mainzer Erzbischof Ruthard von Mainz (1088-1109) übergab den Bischofsberg dem Albanskloster in Mainz zur Errichtung eines Benediktinerkonvents. Nach Aufhebung der Abtei durch den Mainzer Erzbischof 1563 wurde die Anlage von einem erzbischöflichen Ökonom verwaltet. 1716 Verkauf an die Abtei Fulda. Bei der Säkularisation 1803 fiel der Besitz an Nassau-Oranien. 1807 wurde er von Napoleon dem französischen Marschall Kellermann, Herzog von Valmy, geschenkt. 1816 verleih der österreischiche Kaiser den Johannisberg, den er 1815 mit allen Souveränitätsrechten erhalten hatte, seinem Staatskanzler, dem Fürsten Clemens von Metternich, dessen Familie sich noch heute im Besitz des Schlosses und Weingutes befindet.
Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • Anfang des 12. Jahrhunderts erbaut. Dreischiffige, flachgedeckte kreuzförmige Pfeilerbasilika. 1717 Umgestaltung durch Johann Dientzenhofer, 1826 weiterer Umbau durch Georg Moller.

Patrozinien:

  • Nikolaus (bis 1130) und Johannes der Täufer (1130)

Pfarrzugehörigkeit:

Die Abtei erhielt 1130 Pfarrbefugnis.

Patronat:

Das Patronatsrecht stand zunächst der Abtei St. Alban in Mainz zu. 1130 verlieh Erzbischof Adalbert dem Kloster selbst Pfarrbefugnis.

Klöster:

  • Der Mainzer Erzbischof Ruthard von Mainz (1088-1109) übergab den Bischofsberg dem Albanskloster in Mainz zur Errichtung eines Benediktinerkonvents. 1452 wird die Abtei im Sinne der Bursfelder Kongregation reformiert. Nach Schädigung im Bauernkrieg 1525 und Verwüstung durch Markgraf Albrecht Alkibiades 1552 wurde die Abtei 1563 durch den Erzbischof von Mainz aufgehoben und durch einen Ökonom verwaltet.
Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Johannisberg (Kloster bzw. Schloss), Rheingau-Taunus-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <http://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/11022> (Stand: 17.2.2014)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde