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Historisches Ortslexikon

Zwingenberg, Schloss

Schloss
Gemarkung Zwingenberg, Gemeinde Zwingenberg, Landkreis Bergstraße 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Schloss

Lagebezug:

4 km nördlich von Bensheim

Lage und Verkehrslage:

Im Südwesten der Stadt Zwingenberg. Zwingenberg, Obertor 1

Burgtyp: Wasserburg; Allod; seit 1312 Lehensburg (Lehnsherr: Kurmainz)

Laufzeit: 13. Jahrhundert - 2. Hälfte 16. Jahrhundert

Besitzgeschichte: Wohl von Graf Diether III. von Katzenelnbogen (alte Linie) erbaut oder erweitert. Im Jahre 1312 überließ Graf Wilhelm von Katzenelnbogen das allodiale Schloss dem Erzstift Mainz. Am selbigen Tag belehnte Erzbischof Gerhard II. von Eppstein den Grafen und seine Erben mit dem Schloss und zahlte ihm zudem 200 Mark kölnischer Heller - wohl zur Finanzierung des Wiederaufbaus. Nach dem Aussertben der altkatzenelnbogischen Linie im Jahre 1403 mit dem Tod Graf Eberhards im Erbgang an die neukatzenelnbogische Linie (Graf Johann III.), die nun im ungeteilten Besitz der Grafschaft war. Unter Johann III. zeitweise verpfändet. Mit dem Erlöschen des katzenelnbogischen Hauses im Mannesstamm mit dem Tod des Grafen Philipp (1479) im Erbgang an Landgraf Heinrich III. von Hessen-Marburg. Nachdem auch die Linie Hessen-Marburg 1500 erlosch, im Erbgang an Landgraf Wilhelm II. von Hessen-Kassel, der nunmehr über die

gesamte Landgrafschaft Hessen herrschte. Mit dem Tod Landgraf Philiips im Jahre 1567 erneute (Vier-) Teilung Hessens; Zwingenberg an Landgraf Georg I. von Hessen-Darmstadt.

Funktion: Residenz der Grafen von Katzenelnbogen

Burggeschichte: 1301: Im Zuge der Auseinandersetzung um das Zollwesen zwischen den rheinischen Kurfürsten und König Albrecht I. (reg. 1298-1308) wurde wohl das Schloss wegen der Parteiergreifung der Grafen von Katzenelnbogen zugunsten der Kurfürsten von königlichen Truppen zerstört. (Ob es sich bei der zerstörten Befestigung um die ältere, im Südosten der Stadt gelegene Höhenburg oder das im Südwesten gelegene Schloss handelt, bleibt fraglich; Möller tendiert zu der Annahme, dass die Zerstörung das Schloss betraf. Sollte die ältere Anlage zu jener Zeit noch bestanden haben, so ist wohl auch eine Zerstörung beider

Befestigungen nicht auszuschliessen.) In der Folge führte Graf Wilhelm von Katzenelnbogen eine Fehde gegen das Erzstift Mainz, da der Erzbischof Gerhard II. von Eppstein nur geringe Geldmittel zum Wiederaufbau des Schlosses bereitstellte. 1312 wurde schließlich ein Ausgleich vermittelt (siehe Besitzgeschichte). 1518 (September): Der Reichsritter und Landsknechtsführer Franz von Sickingen liess im Zuge seiner Fehde gegen die Landgrafschaft Hessen Zwingenberg für einige Tage besetzen.

Baugeschichte: (Nach der Zerstörung der Burg durch König Albrecht I. im Jahre 1301 erfolgte unter Graf Wilhelm von Katzenelnbogen der Wiederaufbau der Anlage.)

Abgang: "Die letzten Reperaturen im (...) Schloß wurden nach Ausweis der Kellereiausgaben 1580 vorgenommen, dann scheint man es allmählich seinem Schicksal überlassen zu haben. Am 12. Juli 1603 ging der Platz durch Schenkung (Landgraf Ludwigs V. von Hessen-Darmstadt) in den Besitz der Stadt über." (Möller, Zwingenberg, S. 128)

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3472191, 5509555
UTM: 32 U 472127 5507791
WGS84: 49.72197327° N, 8.613300579° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

43102202003

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Zwingenberg, Schloss, Landkreis Bergstraße“, in: Historisches Ortslexikon <http://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/14831> (Stand: 28.5.2014)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde