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5415 Merenberg
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Burg Merenberg

Burg · 334 m über NN
Gemarkung Merenberg, Gemeinde Merenberg, Landkreis Limburg-Weilburg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Burg

Lagebezug:

6,5 km nordwestlich von Weilburg

Lage und Verkehrslage:

Burgtyp: Höhenburg; Lehensburg; Stammburg

Lage: Etwa 6 km westnordwestlich von Weilburg auf einem Basaltkegel gelegen

Laufzeit: (12. Jahrhundert) - 1. Hälfte 17. Jahrhundert

Besitzgeschichte: Im Besitz der Herren von Merenberg, die erstmals 1129 urkundlich genannt wurden. Die Burg war mit Burgmannen besetzt (z.B. Herren von Idstein, Rübsamen von Merenberg, Herren von Mudersbach, von Seelbach, von Rheinberg, von Waldmannshausen). 1226 wurde die Burg dem Hochstift Worms zu Lehen aufgetragen. Die Lehnshoheit des Hochstifts Worms dürfte bereits früher bestanden haben. Hartrad VI. von Merenberg, der keine männlichen Nachkommen hatte, erwirkte 1326 vom röm.-dt. König die Erbfolge für seine Töchter. Nachdem er zwei Jahre später verstorben war, heiratete seine ältsteste Tochter Gertrud 1333 Johann von Nassau (walramische Linie). Nach ihrem Tod verblieb der Besitz bei den Grafen von Nassau.

Funktion: Stammsitz der Herren von Merenberg.

Burggeschichte: In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde die Burg durch einen Brand zerstört.

Baubeschreibung: Runder freistehender Bergfried mit einem Durchmesser von 10 m bei einer Mauerstärke von 3 m. Die ursprüngliche Höhe dürfte der heutigen Höhe von 22 m entsprechen. In einem Abstand von ca. 1,2 m vom Bergfried der Palas, ein kleinerer Bau sowie der Küchenbau. Der rechteckige dreigeschossige Palas (22 x 12,5 m; Mauerstärke von 1,6 m; auf einer Höhe von 12 m noch eine Mauerstärke von 1,2 m) nordwestlich des Bergfrieds. Nördlich des Bergfrieds ein kleinerer Bau, der im Westen an den Palas im Verbund steht und im östlichen Bereich der südlichen Langseite mit dem Küchenbau verbunden ist. Der Küchenbau, östlich des Bergfrieds, mit tonnengewölbtem Keller. Der Bergfried und die drei Bauten sind von einer Ringmauer umfasst, die mit drei halbrunden Schalentürmen bewehrt ist. (Der Küchenbau könnte zudem als Torbau fungiert haben.) Nordöstlich der Burganlage ein großes rechteckiges Gebäude von 32 x 11,5 m (Mauerstärke im Norden 1,8 m; Süden 1,5 m) mit mindestens drei Geschossen, evtl. einem vierten aus Fachwerk. Die Nordostecke des Gebäudes war mit einem Turm bewehrt. Von der Südostecke des Gebäudes verlief die Ringmauer in südliche Richtung und biegt in einer Rundung nach Westen ab und schließt sich dem Küchenbau an. Dieses Gebäude wurde wohl während einer Erweiterung der Anlage ergänzt und in den Burgbereich durch die Erweiterung des Berings miteinbezogen.

Am Südhang des Schloßbergs ein großes Areal von einer äußeren Umfassungsmauer umgeben.

Abgang: 1584 berichtet der Keller von Merenberg und 1594 Graf Wilhelm von Nassau-Ottweiler, dass die Burg unbewohnbar und baufällig sei. Nach dem Brand im 17. Jahrhundert blieb die Burg Ruine.

Erhaltungszustand: Bergfried, Eckmauerwerk des Palas, Ringmauerreste und Geäudefundamente.

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3442565, 5597267
UTM: 32 U 442508 5595471
WGS84: 50.50838088° N, 8.189207953° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

53301203006

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Burg Merenberg, Landkreis Limburg-Weilburg“, in: Historisches Ortslexikon <http://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/14801> (Stand: 12.6.2014)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde