Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Historisches Ortslexikon

Übersichtskarte Hessen
Messtischblatt
5915 Wiesbaden
Moderne Karten
Kartenangebot der Landesvermessung

Mosbach

Dorf · 94 m über NN
Gemarkung Biebrich, Gemeinde Wiesbaden, Stadt Wiesbaden 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

3,5 km südwestlich von Wiesbaden

Lage und Verkehrslage:

Im südlich gelegenen Biebrich aufgegangene Siedlung am rechten Rheinufer an einem gleichnamigen Bach.

Ersterwähnung:

991

Siedlungsentwicklung:

Das Dorf Mosbach erscheint seit seiner ersten Nennung im 10. Jahrhundert stets mit Biebrich in einer Gemarkung verbunden. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wuchsen die beiden Siedlungskomplexe zusammen und entwickelten sich in Richtung Osten. Seit 1893 namentliche Zusammenlegung zu Biebrich.

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3445598, 5545849
UTM: 32 U 445545 5544071
WGS84: 50.046435° N, 8.23942692° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

41400014005

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 991: in pago Cunigissusunderon (Königssunderngau)
  • 1353: Grafschaft Nassau (walramische Linie), Herrschaft Wiesbaden
  • 1787: Fürstentum Nassau-Usingen, Oberamt oder Herrschaft Wiesbaden
  • 1806: Herzogtum Nassau, Oberamt Wiesbaden, Kirchspiel Mosbach
  • 1816: Herzogtum Nassau, Amt Wiesbaden
  • 1849: Herzogtum Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden,Verwaltungsbezirk X
  • 1854: Herzogtum Nassau, Amt Wiesbaden
  • 1867: Preußische Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Wiesbaden (Main-Kreis)

Altkreis:

Wiesbaden

Gericht:

  • 1429: Schultheißengericht Mosbach des Grafen von Nassau, Gericht des Klosters Klarenthal. Beide verschmolzen in der Folgezeit
Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 991 schenkte König Otto III. sein Gut (predium) Biebrich und Mosbach dem Kloster Selz im Elsaß. 1085 bekundet Erzbischof Egilbert von Trier, daß er die Kirche zu Mosbach dem erzbischöflichen Ministerialen Berwic zu Lehen gegebenhabe der Propst von St. Simeon aber glaubwürdig dargelegt habe, dass diese Kirche dem Stift St. Simeon von Erzbischof Eberhard (1047-1066) überlassen worden sei. Er bestimmt daher, dass die Kirche dem Stift zurückgegeben werden, Berwic sie aber auf Lebzeit vom Propst von St. Simeon als Lehen empfangen und dafür jährlich am Fest des hl. Simeon drei Denare zahlen solle. 1229 bekunden die Richter des Mainzer Stuhles, dass mit ihrer Genehmigung Abt Gerhard, der Dekan und der Keller von Selz in der Diözese Straßburg im Namen ihrer Kirche ihren Hof zu Biebrich und ihre Güter zu Mosbach mit allem Zubhör, Weibergen, Auen und Zehnten für 200 Mark Kölner Pfennige unter Vorbehalt des Rückkaufrechtes an das St. Stephansstift in Mainz verkauft haben. Seit 1260 ist die Abtei Eberbach in Mosbach und Biebrich begütert. 1273 verkauft Werner von Bolanden die Vogtei und das Gericht und alle Gerechtigkeit und sein Mannlehen vom Abt zu Selz im dorf Mosbach mit allen Rechten für 70 Mark an den Abt zu Selz und den Abt zu Eberbach. Kloster Selz veräußerte seinen Besitz 1296 an Kloster Eberbach, das Biebrich und Mosbach an König Adolf von Nassau weitergab. 1298 erwirbt Kölnig Adolf von Nassau den Adelheidhof in Biebrich und überträgt ihn mit den Höfen Armenruh und dem Hof in Mosbach dem Kloster Klarenthal. 1329 bestätigt Graf Gerlach von Nassau den Nonnen von Tiefenthal die Freiheiten ihrer Güter unter seiner Herrschaft im Dorf Mosbach. Von Graf Gerlach von Nassau erwarb Klarenthal 1356 dessen Gut zu Mosbach, das dieser von dem Pfarrer Wigand von Bernsburg gekauft hatte. Nach einem Schöffenspruch zu Mosbach von 1334 und einem Weistum von 1429 waren alle Güter in den Dörfern Mosbach und Biebrich Eigen des Klosters Klarenthal außer vier Eigengütern.
  • Im 15. Jahrhundert hatten auch die Herren von Eppstein Besitz in Mosbach.

Zehntverhältnisse:

1195 bestätigt Kaiser Heinrich VI. dem Stift St. Simeon den Besitz des Zehnten. 1248 verzichtet Siegfried von Frauenstein auf alle Ansprüche an den Zehnt zu Mosbach zugunsten des Stiftes. 1472 verkaufen Dekan und Kapitel des St. Simeonstiftes ihren Zehnten zu Mosbach mit Zustimmung des Erzbischofs vo Trier für 3000 Gulden an das Kloster Eberbach

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1085: Kirche

Patrozinien:

  • Kilian

Pfarrzugehörigkeit:

Filiale ist Biebrich

Patronat:

1155 werden die Patronatsrechte dem Propst von St. Simeon zugesprochen. 1476 fiel das Patronatsrecht an Kloster Eberbach.

Bekenntniswechsel:

1553 evangelische Predigt durch Pfarrer Diederich

Erster evangelischer Pfarrer: Johannes Lorsbach 1560, nachdem das Kloster Eberbach die Einführung der Reformation zunächst verhindert hatte.

Seit 1817 unierte Pfarrei.

Kirchliche Mittelbehörden:

Archidiakonat des Propstes von St. Peter in Mainz, Dekanat Kastel

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Mosbach, Stadt Wiesbaden“, in: Historisches Ortslexikon <http://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/11186> (Stand: 8.11.2017)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde