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Grabdenkmäler

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Frank von Kronberg der Ältere 1461, Lich

Lich · Gem. Lich · Landkreis Gießen | Historisches Ortslexikon
Standort | Merkmale | Beschreibung | Inschrift | Nachweise | Zitierweise
Standort

Standort:

Lich

Gebäude:

Lich, Marienstiftskirche

Heutiger Aufbewahrungsort:

Lich, Evangelische Marienstiftskirche.

Im Chorumgang.

Merkmale

Datierung:

5. März 1461

Typ:

Grabplatte

Material:

roter Sandstein

Erhaltung:

erhalten

Größe:

125 x 243 cm (B x H)

Größe der Buchstaben:

6-8 cm

Beschreibung

Beschreibung:

Der Gerüstete steht im leicht vertieften Figurenfeld mit gespreizten Beinen auf zwei Löwen. Beide Arme sind angewinkelt. In seiner Rechten hält er ein umwickeltes Schwert, welches in dem aufgerissenen Löwenmaul endet. In seiner Linken hält er den Wappenschild mit dem Wappen seiner Familie, welches die umlaufende, durch Rundstab abgesetzte Inschrift etwas überschneidet. Mächtiger Turnierhelm mit Zier und Decke seitlich seines Kopfes in der rechten Ecke, sich bis zur linken oberen Partie der Platte erstreckend.

Bemerkungen zum Ikonographischen der einander ähnlichen Denkmäler des Grafen Johannes zu Solms (+ 1457), des Grafen Johann V. zu Solms und seiner Frau (+ 1457 bzw. 1438) und des Frank von Kronberg (+1461), alle in Lich:

Auffallend ist die Ähnlichkeit der Ritterfiguren untereinander, welche die Annahme eines Meisters nahelegt. Im Rahmen dieser lokalen Tradition ist aus ikonographischer Sicht das Schwert-Löwen-Motiv auffallend, welches vielleicht im Zusammenhang steht mit Psalm 91, Vers 13 "Über Löwen und Ottern wirst du gehen und junge Löwen und Drachen niedertreten". Zweifelsfrei ist dieses gegeben bei dem Mainzer Grabmal (im Dom) des Siegfried III. von Eppstein. Zu diesem und den Fragen: Löwe und Drache vgl. Kahsnitz S. 72 f.

Alle Ritter tragen ein umwickeltes Schwert. Ein umwickeltes, nach oben gehaltenes Schwert gilt als Symbol der Gerichtsbarkeit (siehe z. B. "Der Sachsenspiegel in Bildern", Nr. 133-134). Dazu in der Grabmalkunst Grabmal Herzog Heinrichs des Löwen und der Herzogin Mathilde im Braunschweiger Dom (vgl. Panofsky, Abb. 222). In Lich wird das Schwert wohl eher im Zusammenhang zur Funktion als Lehnsherr zu sehen sein, da die Vergabe der Lehen in der Regel mit Darreichung von Schwert (Zepter, Fahne) erfolgte.

Darstellung:

figürlich

Dargestellte Personen:

Frank (Franco) von Kronberg der Ältere, Edelknecht, gestorben am 5. März 1461.

Frank wurde etwa 1397/98 als Sohn des Walter von Kronberg (+ nach 4.4. und vor 21.9.1400) und seiner zweiten Frau Else von Runkel geboren (Heiratsgeldverschreibung der Eltern vom 19.5.1397). 1410 und 1412 erscheint er als Bannerherr des Reiches. Außer dem Beinamen "der Ältere/der Alte" wird er noch als "der Reiche" genannt. Vor dem 15.3.1415 heiratete er Katharina von Isenburg (+ 21.12.1465, begraben zu Rödelheim), eine Tochter des Salentin von Isenburg und der Maria von Isenburg-Grenzau.

Beide - Frank und seine Frau - waren die Eltern der 1438 verstorbenen Gräfin Elisabeth zu Solms.

Geschlecht, Alter, Familienstand:

männliche Person(en)

Stand:

Adlige

Enthaltene Wappen:

Wappenschild in der Linken des Verstorbenen: von Kronberg (quadriert, rechts oben und links unten Eisenhüte, sonst leer). Der Helm rechts des Kopfes des Verstorbenen zeigt zwei Ohren über einer Krone als Helmzier.

Inschrift

Umschrift:

Anno d(omi)ni · m · cccc · sexagesimo / primo · quinta · die · mensis · marcij obijt · nobilis · domicellus / [f]ranco · de · Cronenberg · senior · Cui(us) · a(n)i(m)a · requiescat · in · pace · amen ·

Übersetzung:

Im Jahre des Herrn 1461, am 5. Tag des Monats März, starb der edle Junker (Edelknecht) Frank von Kronberg der Ältere, dessen Seele in Frieden ruhe.

Kommentar:

Die Umschrift ist rechts und links jeweils unten beschädigt und wurde hier nach Küther ergänzt.

Schrift:

Gotische Minuskel

Nachweise

Literatur:

  • Schaum-Benedum, Christa: Die figürlichen Grabsteine des 14. und 15. Jahrhunderts in Hessen, 1969, S. 187 f.
  • Dehio, Georg: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler – Hessen, bearb. von Magnus Backes, 2. Aufl. München 1982, S. 517
  • Küther, Waldemar: Das Marienstift Lich im Mittelalter, Lich 1977, S. 119 mit Abb. 9 und Inschrift
  • Walbe, Heinrich (Bearb.): Die Kunstdenkmäler im Freistaat Hessen – Provinz Oberhessen – Kreis Giessen, Band 3: Südlicher Teil ohne Arnsburg, Darmstadt 1933, S. 274
  • Gensicke, Hellmuth: Die von Kronberg, in: Nassauische Annalen 98 (1987), S. 297-318, hier S. 312-313
  • Kahsnitz, R.: Die Gründer von Laach und Sayn, Fürstenbildnisse des 13. Jahrhunderts, Nürnberg 1992, S. 72 f.
  • Koschorreck, W. (Hrsg.): Der Sachsenspiegel in Bildern aus der Heidelberger Bilderhandschrift, 1977, Nrn. 133 und 134
  • Panofsky, E.: Grabmalplastik, Köln 1964, Abb. 222

Personen:

Kronberg, Katharina von, geb. von Isenburg · Isenburg, Katharina von, verheiratete von Kronberg · Kronberg, Walter von · Kronberg, Else von, geb. von Runkel · Runkel, Else von, verheiratete von Kronberg · Isenburg, Salentin von · Isenburg, Maria von, geb. von Isenburg-Grenzau · Isenburg-Grenzau, Maria von, verheiratete von Isenburg

Orte:

Rödelheim

Sachbegriffe:

Schwerter, umwickelte · Löwen · Wappen · Männer · Adlige

Wappen:

Kronberg

Bearbeitung:

Christa Benedum, Gießen, und Andreas Schmidt, HLGL

Zitierweise
„Frank von Kronberg der Ältere 1461, Lich“, in: Grabdenkmäler <http://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/gdm/id/847> (Stand: 14.12.2011)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde