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Grabdenkmäler

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Philipp IV. Hilchen von Lorch und Elisabeth von Bicken (1480) / 1517 ?, Lorch

Lorch · Gem. Lorch · Rheingau-Taunus-Kreis | Historisches Ortslexikon
Standort | Merkmale | Beschreibung | Inschrift | Nachweise | Zitierweise
Standort

Standort:

Lorch

Gebäude:

Lorch, Kath. Pfarrkirche St. Martin

Angaben zum Standort:

Nach Helwich ehemals extra chorum a dextris, heute an der Südwand des Langhauses neben der Kanzel angebracht.

Merkmale

Datierung:

(1480) / 1517 (?)

Typ:

Epitaph

Material:

roter Sandstein

Erhaltung:

erhalten

Größe:

150 x 285 cm (B x H)

Größe der Buchstaben:

6,5 cm

Beschreibung

Beschreibung:

Im rechteckigen, leicht eingetieften Feld Darstellung des Ehepaares in Flachrelief: der Ritter in Vollrüstung mit Schaller und Hellebarde, den Rosenkranz in den betend aneinandergelegten Händen, seine Frau rechts daneben in zeitgenössischer Tracht mit Fache, Haube und weitem Mantel, ebenfalls den Rosenkranz in Händen. Umschrift auf gerader Leiste, je ein Wappenschild ist den Füßen vorgelegt. Zu Häupten der Figuren befinden sich ihre beiden einander zugeneigten Vollwappen mit ineinander verschlungenen Helmdecken. Steinmetzzeichen neben dem Kopf der Frau, untere Schriftleiste beschädigt.

Die Figurenplatte ist eine weitere Variante des architekturlosen, für eine Wandanbringung konzipierten Denkmaltyps, wie er in Lorch 1496 und 1512 vorkommt. Inwieweit dieses Denkmal ebenfalls für eine Wandanbringung konzipiert war, läßt sich nicht entscheiden; insgesamt ist es dem spätgotischen Grabplattentyp noch eng verhaftet, da die Grabinschrift das Figurenfeld einrahmt und die Inschrift vom Platteninneren aus zu lesen ist. Weder in der Kleidung noch m der Rüstung der Verstorbenen ergeben sich Anhaltspunkte für eine genauere Datierung: Der Rüstungstyp ist zum Ende des 15. Jahrhunderts ebenso wie kurz nach 1500 verbreitet und wurde noch einige Jahrzehnte darüber hinaus beibehalten. Nur die Hellebarde entspricht bereits dem Stechwaffentyp nach 1500. Aufgrund der fehlenden Angaben zum Todestag könnte man vermuten, daß das Monument nachträglich von den Nachkommen als Memorialdenkmal in Auftrag gegeben wurde. Daß das Ehepaar als alt dargestellt wird, unterstützt diese Einordnung. Die genauen Todesdaten dürften sich auf den von Helwich nicht überlieferten Grabplatten befunden haben.

Dargestellte Personen:

Ehepaar Philipp IV. Hilchen von Lorch und Elisabeth von Bicken.

Der Verstorbene1) war der einzige Sohn Friedrichs IV. Hilchen und der Adelheid von Grenzau, Erbin von Dernbach. 1452 angeblich dem geistlichen Stand geweiht, aber zurückgetreten, vermählte sich Philipp IV. mit Elisabeth von Bicken, der einzigen Tochter Konrads von Bicken zum Hain und einer namentlich unbekannten Frau von Itter.2)

1) Möller, Stammtafeln AF III Taf. CXIV.

2) Zwei Söhne entstammten dieser Eheverbindung.

Geschlecht, Alter, Familienstand:

weibliche Person(en) · Ehepaar · männliche Person(en)

Stand:

Adlige

Enthaltene Wappen:

Hilchen von Lorch, Grenzau; Bicken, Itter.

Inschrift

Umschrift:

Ann · d(omi)ni · xv<sup>c</sup> · xvii · starbe / der · ernveste · philipps · hilchin · von · lorche · here [zu] / dernbache v[nd] m cccc · Ixxx · / Jungfrauwe · elizabeth · vo(n) · bicke(n) · sy(n) · eliche · huschf(raw) · welche · sele ·

Schrift:

Gotische Minuskel

Nachweise

Literatur:

  • Helwich, Syntagma 295
  • Rhein. Antiquarius II 10, 239
  • Zaun, Landkapitel 323
  • Roth, Geschichtsquellen III 301
  • Luthmer (1907) Abb. 83
  • Klingelschmitt, Gotische Grabmäler 12, Abb. 639
  • Lorch im Rheingau 58 (Abb.)
  • Kdm. 256 Nr. 4 Abb. 639
  • Schaum-Benedum 190
  • Struppmann, Chronik Lorch 96 u. 97 Abb. 1.

Sachbegriffe:

Wappen · Ehepaare · Männer · Frauen · Adlige

Wappen:

Hilchen von Lorch · Lorch, Hilchen von · Grenzau · Bicken · Itter

Bearbeitung:

Die Inschriften des Rheingau-Taunus-Kreises. Gesammelt und bearbeitet von Yvonne Monsees (Die Deutschen Inschriften 43), 1997, S. 320 f., Nr. 375.

Zitierweise
„Philipp IV. Hilchen von Lorch und Elisabeth von Bicken (1480) / 1517 ?, Lorch“, in: Grabdenkmäler <http://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/gdm/id/1977> (Stand: 4.10.2006)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde