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Hessische Biografie

Portrait

Johann Caspar Goethe
(1710–1782)

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Goethe, Johann Caspar [ID = 1198]

* 27.7.1710 Frankfurt am Main, † 27.5.1782 Frankfurt am Main, evangelisch-lutherisch
Dr. jur. – Jurist
Andere Namen | Wirken | Familie | Nachweise | Leben | Zitierweise
Wirken

Werdegang:

  • Doctor iuris utriusque Gießen 1738
  • Praktika am Reichskammergericht 1735-38, Reichstag 1739, Reichshofrat
  • Kavalierstour in Italien 1740
  • dann Privatier in Frankfurt am Main und Erzieher seiner Kinder

Werke:

  • Viaggio per l'Italia fatto nell'anno 1740 et in XLII lettere descritto da Johann Caspar Goethe, Mskr.
  • Ausgaben: Viaggio in Italia (1740). Prima edizione a cura e con introduzione di A. Farinelli par incarico della Reale Accademia d'Italia. I (Text), Rom 1932 u. II (Inschriften, Anmerkungen, Index), Rom 1933; Reise durch Italien im Jahre 1740. Viaggio per l'Italia. A.d.Italien. übersetzt u. kommentiert von Albert Meier unter Mitarbeit von Heide Hollmer, München 1986)
Familie

Vater:

Göthe, Georg Friedrich*, aus Cannawurf, Thüringen, 1657-1730, auf Wanderschaft in Paris und Lyon, verließ 1686 nach Aufhebung des Edikts von Nantes Lyon, Bürger (1686), Schneidermeister und Gasthalter im Weidenhof in Frankfurt am Main, Weinhändler. Er beliefert auch die Ehefrau des Syndicus Textor in Frankfurt am Main, gegen die er wegen ihrer Säumigkeit bei der Begleichung der Rechnungen auch vor dem Reichskammergericht prozessiert

Mutter:

Walther, Cornelia, 1668-1754, Witwe des Johannes Schellhorn (aus Leichendorf bei Nürnberg, † 16.9.1704, Witwer der Anna Maria, verwitwete Appel, in Frankfurt am Main), Besitzer des Gasthauses "Zum Weidenhofe", Tochter des Georg Walther, Schneidermeister in Frankfurt am Main, und der Anna Margaretha Streng

Partner:

Verwandte:

Nachweise

Literatur:

  • NDB 6, 1964, S. 545 (Wilhelm Flitner);
  • DBE IV, 64;
  • Frankfurter Biographie I, 257-261 (Jürgen Behrens) (Abb.);
  • The Correspondence of J. C. Goethe, hrsg. v. F. H. Reinsch, University of California Publication in Modern Philologie XXVIII, 2. Aufl., Berkeley 1946;
  • Felice Ewart: Goethes Vater, 1899;
  • Hanns Freydank: Die Bildnisse des Kaiserlichen Rats Dr. Johann Caspar Goethe. In: Ekkehard. Mitteilungsblatt deutscher Genealogischer Abende, 8.-9. Jg., 1932/33, 89-90 und 109-110;
  • Hermann Schütz: Bildungsreise, in: die drei Nr. 10, 1973, 509-510
Leben

Johann Caspar Goethe stammte aus einer thüringischen Handwerkerfamilie. Er studierte in Gießen und Leipzig Rechtswissenschaften. 1735 besuchte er als Praktikant das Reichskammergericht in Wetzlar, anschließend 1739 den Reichstag in Regensburg und den Reichshofrat in Wien. 1740 schloss sich eine achtmonatige Italienreise an. 1742 erwarb er von Kaiser Karl VII. den Titel eines Wirklichen Kaiserlichen Rats. Eine Karriere als Diplomat in kaiserlichen Diensten zerschlug sich durch den frühen Tod des Kaisers (1745).

Ein Amt im Rat der Stadt Frankfurt am Main blieb ihm verwehrt, da sein Halbbruder Hermann Jacob Goethe (1697-1761) bereits als Zinngießermeister im Rat saß. Als vermögender Immobilienbesitzer in Frankfurt am Main widmete er sich 1748 nach seiner Heirat mit Catharina Elisabeth Textor als Particulier der Erziehung seiner Kinder, seinen privaten Studien, seiner Bibliothek und seiner Kunstsammlung.

Lupold von Lehsten

Zitierweise
„Goethe, Johann Caspar“, in: Hessische Biografie <http://www.lagis-hessen.de/pnd/118695940> (Stand: 14.2.2013)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde