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Historisches Ortslexikon

Fränkisch-Crumbach

Gemeinde · 190 m über NN
Gemeinde Fränkisch-Crumbach, Odenwaldkreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

14 km nordwestlich von Erbach

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf im Granitgebiet des Odenwaldes bei geschlossener doppelseitiger Tallage.

Ersterwähnung:

1148

Historische Namensformen:

  • Crumbach (1148)
  • Crumpach (1219)
  • Crumpach (1372)
  • Crumpach (1433)
  • Krumppach (1434)
  • Crumpach (1456)
  • Crumbach (1653)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Burgen und Befestigungen:

  • Burg Rodenstein

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3489835, 5512135
UTM: 32 U 489764 5510370
WGS84: 49.74572707° N, 8.85791981° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

437007000

Flächennutzungsstatistik:

  • 1854 (Morgen): 6443, davon 3072 Acker, 1026 Wiesen, 2187 Wald
  • 1961 (ha): 1609, davon 524 Wald

Einwohnerstatistik:

  • 1927: 1717 Einwohner
  • 1939: 1721 Einwohner
  • 1961: 2304 Einwohner
  • 1970: 2387 Einwohner

Diagramme:

Fränkisch-Crumbach: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • undatiert: Rodensteiner Mark
  • 1787: Freiherren von Gemmingen, Herrschaft Fränkisch-Crumbach
  • 1806: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Herrschaft Fränkisch-Crumbach
  • 1820: Herrschaft Freiherr v. Gemmingen
  • 1821: Landratsbezirk Reinheim
  • 1832: Kreis Dieburg
  • 1848: Regierungsbezirk Dieburg
  • 1852: Kreis Dieburg
  • 1972: Kreis Odenwaldkreis

Altkreis:

Dieburg

Gericht:

  • 1820: Patrimonialgericht Fränkisch-Crumbach
  • 1821: Landgericht Lichtenberg
  • 1848: Landgericht Reinheim
  • 1879: Amtsgericht Reinheim
  • 1904: Amtsgericht Reichelsheim
  • 1968: Amtsgericht Dieburg
  • 1972: Amtsgericht Höchst

Herrschaft:

Reichsunmittelbar, zum Kanton Odenwald der Reichsritterschaft gehörig

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1372 verkauft Heinrich Lutwin von Rosenbach Äcker und Wiesen zu Crumbach an Schnk Konrad von Erbach. 1433 verkaufen Hermann und Konrad von Rodenstein iher Allodialgüter zu Crumbach an Graf Philipp von Katzenelnbogen. 1439 belehnen Engelhard und Johann von Rodenstein Bernhard Kreis von Lindenfels mit einer Geldgült. 1456 weist Engelhard von Rodenstein seiner Ehefrau Jutta, geborene von Erbach 300 Gulden auf seinen Hof zu Crumbach als Morgengabe an. 1563 fällt die Herrschaft mit dem Tode Georgs von Rodenstein je zur Hälfte an Hans Heinrich von Rodenstein und Georg von Rodenstein. 1806 kommt die Herrschaft von denen von Gemmingen an das Großherzogtum Hessen.

Zehntverhältnisse:

1434 hat Schenk Otto von Erbach den Zehnten zu Crumbach von Hermann von Rodenstein, Herrn zu Lißber, pfandweise inne.

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1327: ecclesia parochialis, rector
  • Grabkirche der Herren von Rodenstein, nach einer in einem Schlußstein des Chores befindliche Jahreszehl 1485 oder 1487 errichtet.

Patrozinien:

  • Laurentius

Pfarrzugehörigkeit:

Mutterkirchen Reichelsheim und Neunkirchen; zum Kirchspiel gehörten Kirch-Beerfurth, Erlau, Güttersbach, Michenbach, Hof Bierbach, Hof Eberbach, Freiheit und Rodenstein.

Patronat:

Patronatsherren waren die von Rodenstein und die von Gemmingen.

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation um 1575 durch die Ortsherren.

Erster evangelischer Pfarrer: nicht bekannt, 1575-1579

Erster nachweisbarer evangelischer Pfarrer: Johannes Busch 1579-1599

Vorübergehend wirkten reformierte Hofprediger im Schloss.

Kirchliche Mittelbehörden:

Archidiakonat St. Peter und Alexander in Aschaffenburg, Landkapitel Montat

Kultur

Schulen:

Eine Schule bestand vor 1618.

Wirtschaft

Mittelpunktfunktion:

Bis 1806: Reichsunmittelbare von Gemmingensche Herrschaft Fränkisch-Crumbach mit den Orten Fränkisch-Crumbach, Erlau, Güttersbach, Michelbach, Eberbach (z.T.), Bierbach (z.T.) und den Höfen Freiheit und Rodenstein

Eigene Cent, zu der Fränkisch-Crumbach, Bierbach (z.T.), Erlau, Freiheit, Hof Eberbach, Kirch-Beefurth, Rodenstein, Güttersbach und Michelbach gehörten.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Fränkisch-Crumbach, Odenwaldkreis“, in: Historisches Ortslexikon <http://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/13971> (Stand: 17.1.2017)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde